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Überregional Spielabbruch im Spitzenspiel
Sportbuzzer Fußball Überregional Spielabbruch im Spitzenspiel
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00:15 17.09.2014
Heeßels Maruis-Lennart Gogol sieht die Rote Karte. Quelle: Petrow
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Hannover

Es war angekündigt als das Topspiel des 6. Spieltages, und lange Zeit war das Landesligaduell zwischen dem bisherigen Tabellenführer OSV Hannover und dem einen Punkt hinter den Oststädtern liegenden Heeßeler SV auch eine ausgezeichnete Fußballpartie – das sahen auch alle Beteiligten so. Doch Ende ging die Begegnung tumultartig. Mit Handgreiflichkeiten zwischen Spielern, fliegenden Gegenständen und dem Einsatz von Polizisten. Beim Stand von 4:3 für den Gastgeber brach Schiedsrichter Björn Förster das Spiel ab, in dem der OSV in der zweiten der angezeigten vier Nachspielminuten gerade sein viertes Tor erzielt hatte.

Auslöser für die Ausschreitungen war eine Szene nach dem Treffer zum 4:3 durch Betrim Shabani vor der Auswechselbank der Heeßeler, die zuvor aus einem 0:2-Rückstand trotz Unterzahl nach Rot für Marius Gogol (9.), dem ersten von drei Platzverweisen für die Gäste, ein 3:2 gemacht hatten und bis zur 87. Minute in Führung lagen. Augenzeugen, die die Situation aus nächster Nähe beobachteten, berichteten davon, dass sich HSV-Ersatztorwart Benjamin Brosche beim Jubel der Gastgeber von einer Geste des ebenfalls nicht eingesetzten OSV-Spielers Athiwat Khambor provoziert gefühlt und diesem beim Vorbeilaufen ein Bein gestellt habe. Brosche sei danach von Khambors Mannschaftskameraden Sven Ilsemann, für den es dafür die Rote Karte gab, durch einen Stoß gegen die Auswechselbank am Handgelenk verletzt worden, wie beide Seiten bestätigten. Bei den Heeßelern waren zuvor bereits Christoph Baumann (86., Rot) und Julian Rackl mit Gelb-Rot in der Nachspielzeit des Feldes verwiesen worden.

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Nach dem Treffer zum 4:3 für den OSV Hannover eskaliert die Landesligapartie gegen den Heeßeler SV.

Was folgte, war eine kaum zu überschauende Situation. „Es waren bis zu 30 Leute beteiligt“, beschreibt OSV-Jugendtrainer Andreas Ott die Rudelbildung vor der Heeßeler Bank. Weil dabei gegen seine Spieler Drohungen ausgesprochen worden seien, wie Heeßels Trainer Niklas Mohs sagte, hätten diese sich geweigert, die Partie fortzusetzen. Darüber habe Mohs den Schiedsrichter informiert, der das Spiel abbrach. „Unsere jungen Spieler haben es mit der Angst zu tun bekommen“, sagte HSV-Pressesprecher Michael Winkelmann, der auch von „permanenten Provokationen“ durch OSV-Fans im Tribünenbereich hinter der Heeßeler Bank sprach. Da kein Ordnungsdienst eingeteilt gewesen sei, ist laut Mohs aus Sorge um die eigene Sicherheit die Polizei gerufen worden; die Mannschaft habe sich da bereits schnell in die Kabine zurückgezogen.

„Es war ein sehr emotionales Spiel“, sagte Biniam Hadera, der zusammen mit Marko Orsolic das OSV-Team trainiert. „Es ist sehr schade, dass so etwas passiert ist. Wir haben in dem Getümmel noch versucht, von links nach rechts zu schlichten“, sagte Hadera, der bei den Tumulten selbst von einer aus dem Zuschauerblock der Gäste geworfenen Flasche an der Brust getroffen worden sei. „Aber eigentlich möchte ich gar nicht, dass Sie das schreiben. Es war alles nicht so, dass man jetzt das Schlimmste daraus machen müsste“, meinte er. Den Flaschenwurf habe man „auf Video“ festgehalten, sagte Orsolic. „Trotzdem wollen wir keine große Sache daraus machen. Bei den Heeßelern war vielleicht auch Frust dabei.“ Er rechne nun damit, dass das Spiel zu Gunsten des OSV gewertet werde, sagte Orsolic.

Das wird jetzt in erster Linie vom Bericht des Schiedsrichters abhängen. „Den Abbruch hat mir der Schiedsrichter bestätigt“, sagte Thorsten Schuschel, der Vorsitzende des Bezirksspielausschusses, der selbst Zuschauer war. „Wenn dies auch in seinem Bericht steht, müssen wir den Fall an das Sportgericht abgeben.“ Am treffendsten fasste es aber schon jetzt Winkelmann zusammen: „Wer auch immer Schuld hat – das, was hier geschehen ist, gehört nirgendwo hin“, sagte er.

Tore: 1:0 (9./Elfmeter) Bikmaz, 2:0 (21.) Petrov), 2:1 (30.) Caran), 2:2 (49.) Rohden, 2:3 (72.) Wielitza), 3:3 (87.) Adigun, 4:3 (90.) Shabani.

Von Dirk Herrmann

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