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Überregional Stefan Knopf über das Finale der Champions League
Sportbuzzer Fußball Überregional Stefan Knopf über das Finale der Champions League
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00:15 28.05.2013
Von Stefan Knopf
Foto: HAZ-Reporter Stefan Knopf berichtet aus dem Wembley-Stadion.
HAZ-Reporter Stefan Knopf berichtet aus dem Wembley-Stadion. Quelle: Knopf
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Im dritten Anlauf innerhalb der vergangenen vier Jahre hat es endlich geklappt mit dem ersehnten Sieg in der Fußball-Champions-League. In dieser Nacht von London hat der FC Bayern München einer ohnehin schon außergewöhnlichen Saison die Krone aufgesetzt.

Ohne Borussia Dortmund zu nahe treten zu wollen: Das Endspiel von London hat den logischen Sieger gefunden. Der FC Bayern ist derzeit Europas beste Fußballmannschaft; und wer auf dem Weg ins Finale unter anderem Italiens Meister Juventus Turin und den FC Barcelona, Spaniens Meister und die alles dominierende Mannschaft der vergangenen Jahre, zusammengerechnet mit 11:0 besiegt hat, der darf hinter diese Feststellung mit Recht ein Ausrufezeichen setzen. Vergessen ist die Finalniederlage aus dem Jahr 2010 gegen Inter Mailand, abgehakt das „Drama dahoam“, die epische Niederlage gegen den FC Chelsea im eigenen Stadion im vergangenen Jahr.

Borussia Dortmund hat in der Champions League ebenfalls berauschende Spiele gezeigt, der Klub hat auf dem Weg zu diesem deutschen Showdown in Wembley viele neue Freunde gefunden. Erinnert sei nur an die vier Spiele gegen Real Madrid, das Duell mit Manchester City oder das Herzschlag-Viertelfinale gegen den FC Malaga. Das Gesicht des BVB in der Champions League war stets strahlender als das Gesicht im Alltag, doch wie schon in der Bundesliga und im DFB-Pokal galt letztlich auch in London: Der FC Bayern war für die Dortmunder in dieser Saison einfach nicht zu schlagen.

Über die fußballerische Klasse der Bayern ist alles gesagt, doch weit beeindruckender ist ihre mentale Leistung in dieser Saison. Viele Mannschaften wären an der Pleite gegen Chelsea zerbrochen, die Bayern sind daran gewachsen. Denn den Druck, der auf den Münchenern lastete, sollte niemand unterschätzen: Eine erneute Niederlage hätte Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Co. zu einer Ansammlung von Verlierern gestempelt.

Insofern hat auch der Bundestrainer an diesem Abend ein bisschen mitgewonnen. Schweinsteiger, Lahm, Thomas Müller, Manuel Neuer: Es gibt mehr Münchener Schlüsselspieler in der Mannschaft von Joachim Löw als Dortmunder. Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Brasilien kann es nicht schaden, wenn diese Spieler das Gefühl bekommen, dass sie um einen großen Titel nicht nur mitspielen, sondern dass sie ihn auch tatsächlich gewinnen können.