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Überregional Stuttgart in K.o.-Runde, Dortmund nur mit Nullnummer
Sportbuzzer Fußball Überregional Stuttgart in K.o.-Runde, Dortmund nur mit Nullnummer
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23:01 04.11.2010
Quelle: dpa
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Der Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund kam am Donnerstagabend bei Paris St. Germain nicht über ein 0:0 hinaus und muss die verbleibenden zwei Spiele in der Gruppe J gewinnen, um noch in die K.o.-Runde der Europa League einzuziehen. Hinter Tabellenführer FC Sevilla (9 Punkte), der Karpaty Lwiw (0) schlug, und Paris (8) rangiert der BVB (5) an dritter Stelle.

Von dem Power-Fußball, mit dem die junge Truppe von Trainer Jürgen Klopp in dieser Saison die Bundesliga aufmischt, war in der französischen Hauptstadt erst in der Schlussphase etwas zu sehen. Zuvor hatte nur Glück und der starke Keepers Roman Weidenfeller die Westfalen den Punkt gegen die seit nun zwölf Europapokal-Heimspielen ungeschlagenen Pariser gesichert. Kurz vor dem Ende hatte Robert Lewandowski allerdings noch die größte Chance des Spiels, um den BVB doch noch zum Sieg zu schießen. Doch er scheiterte.

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Dabei waren die Voraussetzungen für einen wunderbaren Europapokal- Abend für die Dortmunder bestens: Klopp konnte auf die Formation setzen, die sich am Sonntag beim 2:0 bei Mainz 05 in eindrucksvoller Manier an die Tabellenspitze der Bundesliga gezaubert hatte. Zudem machten knapp 7000 mitgereiste Dortmunder Fans machten Stimmung und sorgten im Pariser Prinzenpark-Stadion schon vor dem Anpfiff fast für Heimspiel-Atmosphäre.

Allerdings hatte der BVB-Anhang zunächst wenig Grund zum Jubeln. Ihre Lieblinge kamen nur schwer in die Partie. Das junge Team wirkte beinahe gehemmt. Bis zum gegnerischen Strafraum spielte der Klopp- Kader ganz gut mit, doch fehlte ihnen dann der Schuss Kreativität, um die bestens organisierte Deckung der Pariser in Verlegenheit zu bringen. Torjäger Lucas Barrios war so gut wie abgemeldet. Folge: Bis zur Pause erspielten sich die Dortmunder nicht eine klare Torchance.

Ganz anders Frankreichs Pokalsieger, bei dem einige Stammkräfte für das Spitzenspiel am Wochenende gegen Olympique Marseille geschont wurden. Die Gastgeber wirkten wacher. Vor allem Mittelfeldspieler Nené stellte die Westfalen immer wieder vor Rätsel. Und Mevlüt Erdinc beschäftigte die BVB-Deckung. In der 18. Minute setzte der Türke den Ball unbedrängt aus fünf Metern über das Tor. Nach etwas über eine halbe Stunde verzog er freistehend.

Dortmunds Coach reagierte. Klopp brachte Offensivkraft Jakub Blaszczykowski für Defensiv-Spezialist Lukasz Piszczek. Mittelfeld- Mann Kevin Großkreutz rückte auf die für ihn ungewohnte Position in die Viererkette. Und tatsächlich: Dortmund wurde besser. Die Pariser verloren ein wenig die Linie, waren aber weiter gefährlich. Erneut war es Erdinc (51., 65.), der zweimal am hervorragend reagierenden Weidenfeller scheiterte.

Doch auch die Borussen meldeten sich endlich im Strafraum von St. Germain: Barrios (54.) schob den Ball zunächst links am Tor vorbei, Shinji Kagawa (72.) prüfte aus 18 Metern PSG-Schlussmann Edel. Dortmund übernahm mehr und mehr das Kommando, die Pariser schienen sich mit dem Remis abzufinden. In der Schlussminute vergab der eingewechselte Lewandowski die beste Chance. So muss sein Team bis zum Ende der Gruppenphase zittern.

VfB Stuttgart eine Runde weiter

In der Bundesliga nur auf dem Relegationsplatz, in der Europa League dagegen schon eine Runde weiter: Der VfB Stuttgart hat mit dem hochverdienten 3:0 (1:0) beim spanischen Club FC Getafe wieder sein internationales Gesicht gezeigt und die Gruppenphase des Wettbewerbs vorzeitig gemeistert. Ciprian Marica (26. Minute), „Joker“ Timo Gebhart (65.) und Martin Harnik (76.) sorgten am Donnerstagabend für den vierten Sieg im vierten Spiel.

Den Stuttgartern ist damit der erste Platz in der Gruppe H kaum mehr zu nehmen. Sie können sich bis zum Ende der Hinrunde ganz auf den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga konzentrieren, wo sie die Erfolge aus dem Europacup bislang kaum bestätigen konnten. Zwei Wermutstropfen trübten allerdings die Freude: Torschütze Marica sah in der 79. Minute Rot, weil er seinem Gegenspieler am Ohr zog. Zudem musste Serdar Tasci mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz (58.).

Der Bundesliga-16. wirkte diesmal deutlich selbstbewusster als beim jüngsten 0:2 in Wolfsburg. Die Schwaben spielten keineswegs auf ein 0:0, das ihm schon zum Weiterkommen gereicht hätte, sondern suchte von Anfang an die Initiative. Schon zur Pause hätte der VfB höher führen können. Getafe stand nach nur einem Sieg unter größerem Druck. Doch gemessen daran tat die Mannschaft von Trainer Michel - der ehemaligen Legende des großen Nachbarn Real Madrid - zu wenig.

Als eine Art Glücksbringer erwies sich der ehemalige Stuttgarter Sami Khedira. Er hatte seine ehemaligen Kollegen am Mittag zum Essen im Hotel besucht. Zum Spiel konnte er am Abend wegen eines Termins mit seinem neuen Verein Real Madrid aber nicht kommen.

Mit Blick auf das wichtige Spiel am Sonntag gegen Werder Bremen schonte Trainer Jens Keller in Getafe einige aktuelle VfB-Stars. Die Nationalspieler Cacau und Christian Träsch blieben genauso auf der Bank wie Gebhart, Christian Gentner und Georg Niedermeier.

„Wir wollen nicht, dass einer in eine größere Verletzung hineingetrieben wird“, hatte Keller vor der Partie gesagt. Denn mit Khalid Boulahrouz, Pawel Pogrebnjak, Stefano Celozzi, Philipp Degen, Daniel Didavi und Elson ist seine Ausfallliste schon lang genug. Für sie bekamen Patrick Funk und Mamadou Bah eine Bewährungschance. Kapitän Matthieu Delpierre kehrte nach knapp fünf Wochen, in denen ihn Knieprobleme und eine Rotsperre lahm legten, ins Team zurück.

VfB-Keeper Sven Ulreich musste in der 8. Minute gegen Adrian Colunga Kopf und Kragen riskieren, die besseren Chance hatten aber die Gäste: Oscar Ustari rettete gegen Marica (21.), der Getafes Keeper fünf Minuten später mit einem Schuss aus knapp 25 Metern überraschte. Ein Kopfball von Martin Harnik landete am Pfosten (37.); wenig später vergab der Österreicher das mögliche 2:0 (40.). Dies holte der eingewechselte Gebhart in der 65. Minute nach.

Nach der Pause mussten die Spanier kommen - der Aufsetzer-Kopfball des agilen Javier Arizmendi (48.), der knapp am Pfosten vorbeiging, sollte das Signal zur Wende sein. Doch viel mehr ging für die lustlosen Spanier an diesem Abend nicht.

dpa

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