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Überregional Stuttgart siegt mit 5:1, Leverkusen spielt unentschieden
Sportbuzzer Fußball Überregional Stuttgart siegt mit 5:1, Leverkusen spielt unentschieden
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23:12 16.12.2010
Quelle: ap
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Bruno Labbadia feierte einen gelungenen Einstand vor dem Bundesliga-Knüller gegen den FC Bayern, aber es wartet noch viel Arbeit auf den neuen Trainer des VfB Stuttgart. Durch das klare 5:1 (1:0) gegen Odense BK verbuchten die Schwaben im letzten Gruppenspiel der Europa League ihren fünften Sieg. Timo Gebhart (20.), der Däne Daniel Høgh mit einem Eigentor (48.), Christian Gentner (65.), Pawel Pogrebnjak (70.) und Ciprian Marica (90.+3) stellten am Donnerstagabend bei widrigen Verhältnissen den ungefährdeten Erfolg des Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga sicher. Peter Utaka gelang der Ehrentreffer (72.). Von der erhofften Aufbruchstimmung war beim Sieger der Gruppe H vor 14 000 Fans in der gähnend leeren Mercedes-Benz-Arena trotzdem lange wenig zu sehen.

„Die Mannschaft hat Charakter bewiesen“, analysierte Gebhart, „wenn man sieht auf welchem Tabellenplatz wir sind, müssen wir viel tun, um die Fans zurückzugewinnen.“ Labbadia sieht es ähnlich. „Wir stecken in einer ganz schwierigen Situation. Deshalb sehe ich das nicht als Belastung und auch nicht als unnötigen Test“, sagte der „Neue“, der in bisher vier intensiven Arbeitstagen viel Wert auf Geschlossenheit, taktische Disziplin, mehr Dynamik und schnelle Spielabläufe gelegt hat. Das geforderte Signal blieb die Mannschaft im ersten Spiel nach dem 59-tägigen Intermezzo von Übergangstrainer Jens Keller zunächst allerdings schuldig. In der ereignislosen Anfangsviertelstunde plätscherte die Partie vor sich hin, erst danach erwachten bei den verunsicherten Schwaben die Lebensgeister.

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Mit Direktspiel versuchten die Stuttgarter die Sicherheit zu finden, die sie durch bereits zehn Bundesliga-Pleiten verloren hatten. Ohne die anfangs geschonten Stammkräfte Cacau, Genter, Christian Träsch und den erkälteten Kapitän Matthieu Delpierre blieb bei der zusammengewürfelten Mannschaft in der Offensive aber vieles Stückwerk. In der Rückwärtsbewegung offenbarte der VfB zudem immer wieder große Mängel - für den detailbesessenen Labbadia gibt es vor dem brisanten Doppelpack gegen die Bayern noch jede Menge zu tun.

Die Dänen, bereits seit zwölf Tagen in der Winterpause, erwischten überraschenderweise den besseren Start. Nach elf Minuten scheiterte der nigerianische Nationalspieler Utaka mit einem raffinierten Schlenzer an VfB-Keeper Sven Ulreich. Große Fortschritte waren beim VfB gegenüber dem tristen Liga-Alltag nicht zu sehen. Wenigstens brachte gleich der erste starke Angriff über Arthur Boka und Ciprian Marica die Führung. Nach einem missglückten Abwehrversuch von Möller Christensen markierte Gebhart das 1:0 (20.).

Als Stimmungsaufheller taugte das Tor trotzdem nicht. Die wenigen Fans hielten sich mit lautstarker Unterstützung zurück. Ein Plakat mit der Aufschrift „So fühlt sich 2. Liga an“ drückte den großen Frust über die zuletzt erschreckend schwachen Darbietungen aus.

Nach der Pause wurde es gegen die zunehmend abbauenden Dänen etwas besser. Mit mehr Lauf- und Einsatzbereitschaft setzte der VfB ein paar Akzente. Nach Høghs Eigentor und dem 3:0 des inzwischen eingewechselten Gentner wirkten die Stuttgarter etwas befreiter. Pogrebnjak (70.) und Marica (90.+3) sorgten für die Tore vier und fünf, und auf einmal hatten auch die Zuschauer ihren Spaß. Utakas zwischenzeitliches 4:1 (72.) war nur Ergebniskosmetik.

Aus für Titelverteidiger Atlético

Gruppensieger Bayer Leverkusen hat im dichten Schneetreiben in der BayArena den Durchblick behalten, für Titelverteidiger Atlético Madrid war nach der Vorrunde Endstation. Durch das 1:1 (0:0) am Donnerstagabend überstand der Werksclub die Gruppenphase der Fußball-Europa League ohne Niederlage und blieb zudem im elften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Bei schwierigen Bedingungen brachte Patrick Helmes den Tabellenzweiten der Bundesliga in Führung (69.), Fran Mérida (72.) schaffte nur noch den Ausgleich für die enttäuschenden Spanier. An diesem Freitag wird im schweizerischen Nyon die nächste Runde ausgelost.

Bayer-Coach Jupp Heyneckes schonte mehrere Stammspieler für das Duell am Sonntag gegen Freiburg und rotierte gleich gleich neun neue Spieler in die Anfangsformation. Nur Gonzalo Castro und Renato Augusto standen am Samstag beim 4:2 in Hamburg in der Startelf.

Für den verletzten Stammkeeper René Adler bekam der 20 Jahre junge Fabian Giefer eine Bewährungschance. Zurück im Kader war nach dreimonatiger Verletzungspause Torjäger Stefan Kießling. Auch Michael Ballack nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. Der 34-Jährige hatte Stunden vor dem Anpfiff mit einem Interview für Wirbel gesorgt, in dem er in der K-Frage eine Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und Philipp Lahm erneuerte.

Ballack erlebte das letzte Gruppenspiel frierend auf der Tribüne, auf dem glitschnassen Rasen entwickelte sich trotz der schwierigen Verhältnisse ein ordentliches Spiel. Bayer, sichtlich bemüht um das gewohnte Direktspiel, bekam von den Madrilenen zunächst überraschend viel Raum angeboten, der letzte Pass in die Spitze war aber zu oft zu ungenau. Auch der Sechste der Primera Division, in der Heimat immerhin 17 Punkte hinter Spitzenreiter Barcelona, kombinierte gefällig und zeigte vor allem mehr Zug zum gegnerischen Tor.

Nach 20 Minuten hatte sich Atlético ein leichtes Übergewicht erspielt. Diego Forlan, bester Akteur der WM in Südafrika, vergab gleich dreimal in aussichtsreichen Situationen die Führung für die Gäste. In der zehnten Minute rutschte er nach einer scharfen Hereingabe von Raul Garcia nur um Zentimeter am 1:0 vorbei. 22 Minuten später scheiterte der Stürmerstar aus Uruguay aus drei Metern an Giefer, und in der 38. Minute rauschte sein Linksschuss von der Strafraumgrenze aus um Haaresbreite am Bayer-Kasten vorbei.

Zu Beginn der zweiten Hälfte durfte Kießling - für Renato Augusto gekommen - sein umjubeltes Comeback feiern. Spielkultur wurde allerdings mit jeder Minute schwieriger, der rote Ball bei Flachpässen immer öfter vom weißen Untergrund gebremst. So war auch Leverkusens beste Gelegenheit bis dahin eher ein Zufallsprodukt. Nach einem missglückten Abwehrversuch setzte Helmes einen Volleyschuss knapp neben das Tor. In der 69. Minute macht er es besser und verwertete Kießlings Kopfball-Vorlage zum 1:0. Bayer war nach der Pause die klar bessere Mannschaft und kassierte völlig unnötig den Ausgleich. Mérida, gerade zehn Sekunden auf dem Platz, verhinderte wenigstens die Niederlage.

dpa