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Überregional Team der Superlative: Famoser BVB nicht aufzuhalten
Sportbuzzer Fußball Überregional Team der Superlative: Famoser BVB nicht aufzuhalten
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14:40 15.01.2011
Mario Götze (M.) erzielte das 3:0. Quelle: dpa
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Vor dem Spiel gab es mutige Kampfansagen, nach dem Schlusspfiff die kleinlaute Kapitulation. Verfolger Bayer Leverkusen hat vergeblich auf einen Einbruch der „Unglaublichen“ aus Dortmund gehofft. Mit einem 3:1 (0:0) beim vermeintlich stärksten Widersacher im Titelkampf sorgte der Herbstmeister gleich zum Rückrundenauftakt für klare Verhältnisse. „Es wurde versucht uns einzureden, wir seien dem Druck nicht gewachsen oder so ein Quatsch. Wir haben bewiesen, dass wir es doch sind“, sagte Hans-Joachim Watzke. Von einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft wollte der BVB-Geschäftsführer jedoch nicht sprechen: „Mit 46 Punkten hat noch nie ein Team den Titel gewonnen.“

Doch das Häuflein Zweifler, das nicht an der siebten Meisterschaft des Revierclubs glaubt, ist nach der Gala von Leverkusen noch kleiner geworden. Binnen weniger Minuten riss die abermals erstaunlich souveräne Rasselbande von Trainer Jürgen Klopp den Tabellendritten aus allen Träumen von einer Aufholjagd. Die Treffer von Kevin Großkreutz (49./53.) und Mario Götze (55.) versetzten Sportdirektor Michael Zorc in Hochgefühle: „Das war ein Bilderbuchstart in die Rückrunde.“ Selbst der ansonsten als eher nüchterner Analytiker bekannte BVB-Präsident Reinhard Rauball geriet ins Schwärmen: „Und dann kamen diese unglaublichen sechs, sieben Minuten nach der Pause.“

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Allein die Auswärtsbilanz des Revierclubs ist atemberaubend. Wer neun von zehn Spielen in der Fremde gewinnt, dürfte auf dem Weg zum Titel kaum noch zu stoppen sein. Selbst den Ausfall des für den Asien Cup abgestellten Mittelfeldspielers Shinji Kagawa meisterte die Borussia ohne Probleme. In die Rolle des Japaners schlüpfte der erst 18 Jahre alte Jungnationalspieler Götze und bot eine überragende Vorstellung. Die Erleichterung stand Trainer Klopp ins Gesicht geschrieben: „Es gab eine gute Nachricht: Wir sind wieder da und spielen genauso gut wie in der Hinrunde.“

Haarsträubende Abwehrfehler ebneten den Weg zum Sieg. Beim ersten Tor der Gäste patzte Bayer-Abwehrspieler Daniel Schwaab, beim zweiten Nackenschlag nur vier Minuten später dessen Mitstreiter Manuel Friedrich. „So etwas darf uns nicht passieren, das ging viel zu schnell“, klagte Angreifer Stefan Kießling, der in der 80. Minute für Ergebniskosmetik sorgte.

Entgegen der mutigen Ankündigung scheute die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes über weite Strecken das Risiko und wurde dafür von der effektiveren Borussia gnadenlos bestraft. Erst in der Schlussphase deuteten die Leverkusener ihr wahres Leistungsvermögen an. Nach Meinung von Rudi Völler ist die Meisterschaft damit so gut wie entschieden: „Nach so einer Vorrunde und so einem Spiel gibt es da nicht mehr viel zu diskutieren.“ Der Bayer-Sportchef erinnerte an die ursprüngliche Zielvorgabe: „Wir stehen wieder auf und sind gut genug, unter die ersten Drei zu kommen.“

Noch höhere Ziele können die Dortmunder ins Auge fassen. Auf sage und schreibe 13 Punkte ist der Vorsprung auf Leverkusen angewachsen. Es scheint, als habe die kurze Winterpause neue Kräfte geweckt. So avancierte der am Ende der Hinrunde völlig ausgelaugte Großkreutz vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zum umjubelten Matchwinner. Es war ein Doppelschlag mit Ansage: „Kevin hat mir einen Tag vorher auf dem Zimmer erzählt, morgen mache ich zwei Kisten“, verriet der zur Halbzeit verletzt ausgewechselte Sven Bender schmunzelnd.

dpa