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12:28 16.05.2015
Trainer im Abstiegsdauerstress: Herthas Pal Dardai (von links), Hamburgs Bruno Labbadia, Freiburgs Christian Streich, Hannovers Michael Frontzeck, Paderborns André Breitenreiter und Stuttgarts Huub Stevens. Quelle: afp/imago/Schinck
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  • Hertha BSC (Platz 13, 34 Punkte, 35:50 Tore): Drei Niederlagen am Stück, schon fünf Spiele ohne Sieg bei Hertha BSC, die Leichtigkeit der ersten Wochen unter Trainer Pal Dardai ist weg. Da braucht es ein bisschen nach außen getragene Gelassenheit. „Nicht überhöhen“, will beispielsweise Geschäftsführer Michael Preetz die Partie gegen Eintracht Frankfurt, zu der bis zu 70 000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet werden. Dreimal schaute er unter der Woche beim Training vorbei, will offenbar den Zusammenhalt im gesamten Verein demonstrieren. Auch Präsident Werner Gegenbauer mischte sich unter die Trainingskiebitze. Trainer Pal Dardai reduzierte derweil das Trainingspensum von zwei auf eine Einheit am Tag. Schonung? Von wegen! „Wir trainieren weniger als vorher, aber intensiv und konzentriert.“ Dardai begann die Woche nach der Niederlage in Dortmund direkt mit einer verschärften Laufeinheit, um „den Frust rauszulaufen“. Klar ist: Ein Dreier gegen Frankfurt und aller Frust könnte endgültig vergessen sein. Eine Nichtabstiegsprämie gibt es aber nicht für die Hertha-Profis, das hat Preetz am Freitag noch mal bestätigt.
  • Hamburger SV (Platz 14, 32 Punkte, 22:48 Tore): Bruno Labbadia hat den HSV vorerst aus den Abstiegsrängen geführt - und versucht nun vor dem vorentscheidenden Match gegen Stuttgart Druck vom Kessel zu nehmen: Zwei freie Tage gewährte er seinen Kickern. Einmal richtig abschalten. Seit Dienstag wird wieder trainiert. Vor allem Zweikämpfe, Dribblings und Schüsse. „Konzentriert sein, arbeiten, positiv bleiben und sich auch die nötige Abwechslung für den Kopf gönnen“, sagt Torhüter René Adler über den Druck im Tabellenkeller. Abstiegskampf als Wechsel zwischen Arbeit und Abschalten: Mannschaft und Trainer liegen auf einer Wellenlänge. Vorteil HSV: Labbadia lässt seit Wochen das Training des Abstiegskonkurrenten ausspionieren, weiß alles über den VfB.
  • SC Freiburg (Platz 15, 31 Punkte, 33:44 Tore): Ein am vergangenen Sonnabend auf der Facebook-Präsenz der Freiburger geposteter Beitrag spricht Bände: „Drüber geschlafen und immer noch gggrrmmmpppffhghf.“ In der 90. Minute hatte Hamburgs Gojko Kacar mit seinem Ausgleich drei Punkte für den SC Freiburg verhindert. Jetzt kommt der FC Bayern, von dem die Freiburger Konkurrenz fürchtet, dass er das Spiel abschenken könnte. Zumal den Bayern die Torhüter ausgehen. Manuel Neuer angeschlagen, Pepe Reina gesperrt. Eventuell läuft Ivan Lucic aus der 2. Mannschaft auf. Freiburg-Trainer Christian Streich bleibt ruhig: „Bei uns flippt keiner aus.“ Das Freiburg-Problem: Die Mannschaft läuft so viel (118 Kilometer pro Spiel), dass die Profis langsam müde werden. In Hamburg gab es nach 70 Minuten die ersten Krämpfe.
  • Hannover 96 (Platz 16, 31 Punkte, 36:54 Tore): In Hannover wird seit Dienstag abwechselnd morgens und nachmittags gegen den drohenden Abstieg trainiert. Am Mittwoch mussten die Profis zudem zweimal ran. Seit Wochenbeginn ist auch Stürmer Artur Sobiech nach zwei Monaten Verletzungspause zurück im Mannschaftstraining. Ob er gegen den FC Augsburg wieder einsatzbereit ist, steht allerdings - ebenso wie bei Leonardo Bittencourt, der nach seinem Muskelfaserriss individuell trainierte - noch nicht fest. Trainer Michael Frontzeck fordert: „Die Mannschaft soll sich ausschließlich auf sich konzentrieren und nicht auf andere Plätze schauen.“ Er demonstriert Bärenruhe. Und die färbt auch auf die Spieler ab. „Wir haben es selbst in der Hand, wenn wir unsere Leistung abrufen und einen kühlen Kopf bewahren“, sagt Routinier Christian Schulz.
  • SC Paderborn (Platz 17, 31 Punkte, 30:62 Tore): Unter dem Motto „Lass mal #ERSTKLASSIG bleiben“ hat der SC Paderborn Fans dazu aufgefordert, Fotos einzusenden - mit vollem Erfolg. Auf Youtube gibt es sogar einen Rapsong dazu. Feierte die Stadt am Montag noch den ein Jahr zurückliegenden Bundesligaaufstieg, hieß es für die Profis bereits: zurück ins Training um 10 Uhr morgens. Am Dienstag gönnte Trainer André Breitenreiter seiner Mannschaft einen letzten freien Tag vor dem Spiel auf Schalke. Seitdem stehen tägliche Einheiten auf dem Programm. Mittwoch platzte dann die Nachricht vom Wechsel des Paderborner Urgesteins Christian Strohdiek zu Zweitligist Fortuna Düsseldorf hinein. Via Facebook wünschte der Verein „Tucker“ alles Gute. Bloß keine Nebenkriegsschauplätze eröffnen! Präsident Wilfried Finke fordert: „Ich rate, alle Kraft auf Schalke zu lenken und dort zu punkten.“ Bei S04 wollen die Fans in der 1. Halbzeit schweigen. Vorteil Paderborn?
  • VfB Stuttgart (Platz 18, 30 Punkte, 38:58 Tore): War das ein kalkulierter „Hallo, wach?“-Ruf oder echter Zorn? Mit seinem Wutausbruch beim Training am Donnerstag („Das ist Abstiegskampf! Ihr seid Affen, das seid ihr! Hört doch auf, hört doch auf!“) hat VfB-Trainer Huub Stevens ganz Stuttgart noch mal den Ernst der Lage vor Augen geführt. Für Zuversicht sorgt allerdings die mit elf Zählern stattliche Punkteausbeute aus den letzten fünf Heimspielen. „Unsere Heimstärke kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Sportchef Robin Dutt. Die Fans setzen dagegen auf einen haarigen Glücksbringer: Viele beteiligen sich an der Aktion #deinbartfürstuttgart. Hierbei gilt: Zum Rasierer wird erst gegriffen, wenn der Klassenerhalt erreicht ist. Der VfB kann bei entsprechenden Ergebnissen auf den anderen Plätzen bei einer eigenen Niederlage gegen den HSV im Duell der Ex-Trainer (Stevens war einst in Hamburg engagiert, Labbadia in Stuttgart) dieses Wochenende absteigen. Stevens hatte sich übrigens so echauffiert, weil seine Spieler gefordert hatten, den Trainingsplatz zu wässern. Nicht nur seinem Klub steht das Wasser bis zum Hals ...
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