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Überregional Torhüter René Adler fürchtete Schicksal wie Robert Enke
Sportbuzzer Fußball Überregional Torhüter René Adler fürchtete Schicksal wie Robert Enke
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13:21 15.11.2012
Foto: Auch HSV-Torhüter René Adler hatte Angst vor Depressionen.
Auch HSV-Torhüter René  Adler hatte Angst vor Depressionen. Quelle: dpa
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Hamburg

In einem Interview mit dem Magazin „Stern" sagte Adler mit Blick auf Enke: „Wir sind beide sehr sensibel und hatten keinen Bock, noch mehr Druck gegeneinander zu machen. Der Druck bei der Nationalmannschaft ist auch so groß genug.“. Der frühere Keeper von Hannover 96, Robert Enke, litt an Depressionen und brachte sich vor drei Jahren um.

Er selbst, erzählte Adler, der in dieser Woche in den Kreis der DFB-Auswahl zurückkehrte, habe aufpassen müssen, dass er nicht in eine Depression verfalle. „Ich hatte mir viel zu viel Druck gemacht, der Körper sucht sich dann ein Ventil, bei mir waren das die vielen Verletzungen.“

Während seiner langen Verletzungspause habe er auch über einen Rücktritt nachgedacht. Als sein damaliger Verein Bayer Leverkusen in der Champions League antrat und Adler nicht mitspielen konnte, „war brutal zu spüren, dass man austauschbar ist. Mit dem Fußball aufzuhören, das wäre für mich damals genauso schlimm gewesen, wie wenn einer aus meiner Familie gestorben wäre.“

Auch habe er sich schon in der Nähe des Stadions unwohl gefühlt. „Ich war froh, wenn ich wieder zu Hause war, hatte keine Lust, mit Leuten zu reden“, sagte der 27-Jährige, der auch seine Trainingseinstellung überdacht hat. „Ich habe außer der sechswöchigen Pause tagein, tagaus trainiert wie ein Bekloppter. Ich bin in meine alten Muster zurückgefallen. Ostdenken nenne ich das immer: Wenn du Rückenprobleme hast, dann musst du mehr Krafttraining machen, weil deine Rückenmuskeln zu schwach sind. Immer Vollgas, so denken viele Ostsportler“, meinte der gebürtige Leipziger.

dpa/kas

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