Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Überregional Trainer Friedhelm Funkel verlässt Hertha BSC
Sportbuzzer Fußball Überregional Trainer Friedhelm Funkel verlässt Hertha BSC
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 11.05.2010
Friedhelm Funkel (rechts) Quelle: dpa
Anzeige

Der zum 30. Juni auslaufende Vertrag mit dem 56-Jährigen, der mit Hertha in 27 Spielen nur 21 Punkte holte, wird nicht verlängert. Das teilte der Hauptstadt-Club am Dienstag nach einer Präsidiumssitzung mit. Auf eine Diskussion über mögliche Kandidaten für die Funkel-Nachfolge wie Markus Babbel oder Michael Oenning ließen sich weder Hertha-Präsident Werner Gegenbauer noch Sport-Geschäftsführer Michael Preetz ein.

Hertha BSC und Trainer Friedhelm Funkel haben sich darauf verständigt, das zum Saisonende auslaufende Vertragsverhältnis nicht zu verlängern. Auch wenn das gemeinsame Ziel, der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga, nicht erreicht wurde, bedankt sich Hertha BSC bei Friedhelm Funkel für seine Arbeit“, hieß es in einer Presseerklärung des Vereins, den rund 35 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken.

Anzeige

Energisch war Gegenbauer dem Vorwurf entgegengetreten, der Abstieg wäre durch einen risikoreicheren Einsatz von Finanzmitteln zu verhindern gewesen. „Ich kann es nicht mehr hören: diese Vermutung, wir würden sparen. Richtig ist: Wir sind finanziell immer bis an die Grenzen des Möglichen gegangen“, stellte Gegenbauer am Montagabend im RBB-Fernsehen fest. Und er kündigte an: „Wir werden in der nächsten Saison in der Zweiten Bundesliga wahrscheinlich den höchsten Etat aller Clubs haben.“

Hertha wirtschaftete in der abgelaufenen Saison mit 75 Millionen Euro. Dieser Etat schrumpft für die Zweite Liga um mehr als die Hälfte auf 30 Millionen Euro. Von dieser Summe entfallen 13 bis 14 Millionen auf Spielergehälter. Gegenbauer bestätigte noch einmal, dass der Verein seit längerer Zeit auf der Suche nach einem strategischen Partner ist. „Den zu finden, ist uns noch nicht gelungen“, gab der Hertha-Präsident zu Mitverantwortlich für den sportlichen Niedergang des letztjährigen Bundesligia-Vierten waren die Spielerabgänge Marko Pantelic, Andrej Woronin und Josip Simunic, die nicht adäquat ersetzt werden konnten. „Pantelic hat exorbitant hohe Gehaltsforderungen gehabt, und Woronin wäre nur geblieben, wenn wir die Champions League erreicht hätten“, sagte Preetz. Simunic wiederum sei wegen einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag nicht in Berlin zu halten gewesen.

Sollte Hertha sein Ziel, den sofortigen Wiederaufstieg nicht schaffen, wäre das aber - laut Gegenbauer - keineswegs existenzbedrohend. „Das würde uns nicht den Garaus machen“, sagte er. „Wir wollen aufsteigen, aber wir müssen nicht etwa aus finanziellen Gründen aufsteigen.“

Nach 13 Jahren und 442 Spielen hintereinander hatte sich Hertha aus der Bundesliga verabschiedet. Das Schlusslicht toppte den „Rekord“ von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66: Tasmania hatte damals zumindest das erste und das letzte Heimspiel gewonnen, Hertha blieb in 16 Spielen im Olympiastadion nacheinander ohne Dreier.

dpa