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Überregional Alles Müller, oder was?
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06:23 17.06.2014
Von Heiko Rehberg
Dreierpack: Thomas Müller jubelt nach seinem Tor. Quelle: dpa
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Salvador

Natürlich werden in den nächsten Tagen diese Fragen kommen: War die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei ihrem Weltmeisterschafts-Auftaktspiel wirklich so gut, wie es der 4:0-Sieg erahnen lässt? Oder ist Portugal, der überraschend chancenlose Gegner, doch nicht der Kontrahent auf Augenhöhe, den Bundestrainer Joachim Löw in Salvador erwartet hatte?Antworten darauf gibt es vermutlich erst vom Achtelfinale an, aber dass die deutsche Mannschaft dieses bereits von heute an fest in den Blick nehmen darf, sagt fast alles aus. Der erste Auftritt war ein Genuss, der Sieg mit 4:0 hochverdient. Ein Auftakt mit Wow-Effekt. Und einer mit Folgen: 9000 Kilometer entfernt in der Heimat dürfte die Begeisterung für eine bislang außergewöhnlich attraktive WM endgültig entfacht sein.Nach einer guten halben Stunde brauchten die brasilianischen Fans im Stadion eine Übersetzung: „Oh, wie ist das schön“, sangen die 5000 deutsche Fans. Und ja, schön war das wirklich, was unten in der Mittagshitze zu sehen war.

WM-„Bomber“ Thomas Müller und seine hitzefesten Kollegen haben Fußball-Deutschland sofort in Party-Stimmung versetzt. Mit dem 4:0 gegen Portugal hat die DFB-Auswahl am Montag in ihrem 100. WM-Spiel nicht nur Cristiano Ronaldo entzaubert.

Einen einzigen kritischen Moment musste die Mannschaft gestern überstehen, als Philipp Lahm im Mittelfeld einen Zweikampf verlor. Hätte Cristiano Ronaldo daraus in der 8. Minute das 1:0 für Portugal erzielt, wäre es mit großer Sicherheit eine andere Partie geworden. Doch Manuel Neuer zeigte das, was einen Weltklasse-Torhüter auszeichnet: lange Stehen bleiben, den Winkel verkürzen, Ronaldo keine Lücke bieten.Danach präsentierte die deutsche Mannschaft alles, was man braucht, um in Brasilien Großes erreichen zu können. Nervenstärke zum Beispiel. Selbstverständlich ist es nämlich nicht, beim Stand von 0:0 einen Elfmeter derart sicher zu verwandeln wie dieser Teufelskerl Thomas Müller in der 11. Minute. Überhaupt Müller: Wie macht der Mann das?Eigentlich spielt er am liebsten rechts. Gegen Portugal musste er den Mittelstürmer geben und machte mit vier Torschüssen insgesamt drei Tore: das zweite kurz vor der Pause mit links (45. Minute), das 3:0 in der 78. Minute in bester Abstaubermanier. Einen wie Müller braucht man auf jeden Fall, um Weltmeister zu werden.

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Bilder vom Spiel: Deutschland trifft bei der WM in Brasilien als erstes auf Portugal.

Was man auch benötigt, sind Kopfballspezialisten. Die ersten Turnierspiele hatten bereits gezeigt, dass das Turnier in Brasilien eines mit Köpfchen wird. Wenn Miroslav Klose wie gestern nicht zum Einsatz kommt, sind in der deutschen Mannschaft die Abwehrspieler für dieses Spezialgebiet zuständig. Alle vier können mit dem Kopf treffen, Mats Hummels tat es in der 32. Minute zum 2:0. Dass dem Tor ein Eckball des starken Toni Kroos vorangegangen war, dürfte den Bundestrainer freuen; erstmals hatte sich Löw vor einem Turnier mehr Zeit für das Üben dieser von ihm lange verschmähten Standards genommen.

Weltmeisterlich

Ist die deutsche Mannschaft nach diesem Sieg bereit für den Titel? Der Kommentar zum Spiel.

Spätestens als Portugals Verteidiger Pepe nach einer Tätlichkeit gegen Müller in der 38. Minute mit einer Roten Karte vom Platz geflogen war, hatten die Deutschen leichtes Spiel. Dabei entwickelten sie eine Leichtfüßigkeit, die Freude machte. Mit ein bisschen mehr Entschlossenheit hätte es locker ein 5:0 oder 6:0-Sieg werden können bei besten Gelegenheiten für Mesut Özil (52.) und Mario Götze (69.).Als die deutschen Spieler, dabei auch der nach einer Verletzung humpelnde Hummels, nach dem Abpfiff zur Kurve mit den deutschen Fans liefen, hielten ihnen diese mehrere selbst gebastelte WM-Pokale entgegen. Das Original gibt es am 13. Juli in Rio de Janeiro. Dort möchten die Deutschen unbedingt hin.

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