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Überregional Werder stürzt ab - Wiese sieht rot - Schaaf bleibt
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10:10 30.01.2011
Tim Wiese bekam bei der Niederlage gegen Bayern München die Rote Karte. Quelle: dpa
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Absturz auf Platz 15, Rote Karte für Tim Wiese, aber kaum Pfiffe gegen Thomas Schaaf, Klaus Allofs und die Profis: Werder Bremen schöpft trotz des bitteren 1:3 (0:0) gegen Bayern München neuen Mut im ungewohnten Bundesliga-Abstiegskampf. Das Team zeigte im turbulenten Nord-Süd-Gipfel die erhoffte Reaktion nach dem Köln-Debakel. „Wir haben gut gespielt, gut gekämpft, nur das Ergebnis ist das falsche“, haderte Kapitän Torsten Frings. „Die Mannschaft hat sich gewehrt. Leider wurden wir für diese Leistung nicht belohnt“, stimmte ihm Trainer Schaaf zu.

Allofs rüttelte trotz der „bedrohlichen Situation“ auch nach der zehnten Saison-Niederlage nicht am Stuhl von Schaaf. „Die Mannschaft folgt dem Trainer, das Verhältnis ist absolut intakt“, betonte der Clubchef. Sein Zorn richtete sich gegen Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und dessen Assistenten Detlef Scheppe. Beide hatten ein Handspiel von Bayern-Profi Luis Gustavo (68.) als Abwehr mit der Hüfte gewertet. Der von Werder stürmisch geforderte Pfiff blieb aus. „Wir haben einen klaren Elfmeter nicht bekommen. Nicht, dass man so ein Ding übersehen kann, aber die Art und Weise ist unerträglich“, schimpfte Allofs.

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„Der Schiri war für mich grottenhaft. Da fällt man vom Glauben ab“, beurteilte Frings die „Schlüsselszene“ der Partie. „Wenn wir mit dem Elfer 2:1 in Führung gehen, läuft das Spiel ganz anders und Tim Wiese wäre nicht vom Platz geflogen.“ Selbstkritisch räumten Frings und Clemens Fritz aber auch eigene Fehler ein. „Wir kassieren zu leichte Gegentore“, gab der Verteidiger zu. Er hatte bereits nach 40 Sekunden das erste Tor auf dem Fuß, scheiterte aber an Bayern-Keeper Thomas Kraft.

Die Bremer Freude über die verdiente Führung durch Per Mertesacker (47. Minute) währte nicht lange. Der Rückstand war für den Erzrivalen aus München ein Weckruf. Arjen Robben (65.), Mertesacker per Eigentor (76.) und Miroslav Klose (86.) drehten vor 40 500 Zuschauern das Match, ehe Tim Wiese (89.) durchdrehte. Für seine Kung-Fu-Attacke gegen Thomas Müller sah Werders Schlussmann die Rote Karte. „Das ist natürlich dumm und das ist Frust“, kritisierte Allofs den Torwart, der nun die nächsten Partien gesperrt ist.

Wieses Vertreter Sebastian Mielitz hat bereits seine Bundesliga- Tauglichkeit bewiesen. Mit ihm zwischen den Pfosten soll nächste Woche in Mainz die Wende gelingen. „Mit einer ähnlichen Leistung können wir dort drei Punkte holen. Meine einzige Sorge ist, dass wir nochmals so ein Spiel wie in Köln zeigen. Wir dürfen nicht diesen Formschwankungen verfallen“, sagte Allofs. Transfers auf den letzten Drücker schloss er aus: „Ich sehe keine Lebensretter auf dem Markt. Es sei denn, Robben, Müller und Schweinsteiger sind im Paket zu haben.“

dpa