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Überregional Spekulationen über Niersbach-Rücktritt
Sportbuzzer Fußball Überregional Spekulationen über Niersbach-Rücktritt
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14:31 05.11.2015
Wolfgang Niersbach Quelle: dpa/Archiv
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Frankfurt

Niersbach ist durch die Vorgänge rings um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland unter Druck geraten. Im Mittelpunkt steht eine ominöse Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Am Dienstag durchsuchte die Staatsanwaltschaft neben der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main auch den Wohnsitz von Niersbach.

Von Rücktritt war bislang nicht die Rede. Nun will "Bild.de" aus der DFB-Zentral in Frankfurt erfahren haben, dass Niersbach mit dieser Entscheidung ringt – und kurz davor steht, hinzuschmeißen.

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Der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Eberhard Gienger, hält Niersbachs Rücktritt indes nicht für nötig. "Wenn er sich nichts hat zuschulden kommen lassen, muss er auch nicht seine Ämter ruhen lassen. Es gibt Beschuldigungen, aber keine Beweise. Ich bin kein Freund von Vorverurteilungen", sagte Gienger der Online-Ausgabe der "Rheinischen Post".

Justiz-Vorgehen gegen Beckenbauer weiter unklar

Nach der breit angelegten Steuer-Razzia in der Affäre um die WM-2006 ist nach wie vor unklar, wie die Justiz gegen den in Salzburg lebenden WM-Organisationsboss Franz Beckenbauer vorgehen wird. "Wir stehen am Anfang der Ermittlungen und werden nicht über jeden Schritt die Presse informieren", sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen dem SID auf die Frage, ob ihre Behörde die österreichischen Kollegen um Amtshilfe gebeten habe.

Basis fordert sofortige Reaktion des Präsidiums

Nach der Steuer-Razzia in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fordert die Basis des Weltmeister-Verbandes sofortige Maßnahmen zur Krisenbewältigung. "Ich erwarte von den Verantwortlichen im Präsidium zum Beispiel die Einberufung einer außerordentlichen Vorstandssitzung", sagte Rolf Hocke (73), Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Probleme müssten "an der Wurzel gepackt werden", sagte der frühere DFB-Vize, der sich aber nicht zu einem eventuellen Rücktritt des taumelnden DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach (64) äußerte: "In jedem Fall dürfen wir nicht weitere vier Wochen ins Land gehen lassen. Wir werden alle in einen Pott geworfen. Je länger das alles dahindümpelt, desto größer wird der Schaden für den Fußball."

Am Dienstagmorgen hatten Steuerfahnder neben der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main auch das Privatanwesen von Niersbach sowie von dessen Vorgänger Theo Zwanziger und vom ehemaligen DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt durchsucht. Der Verdacht lautet auf Steuerhinterziehung in einem "besonders schweren Fall". Es geht um die dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die angeblich an den Weltverband FIFA gegangen sein soll, deren Verwendungszweck weiter aber völlig offen ist.

sid/dpa/mic

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