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Überregional Wolfsburgs Fußball-Frauen nach 4:0 erstmals deutscher Meister
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19:16 12.05.2013
Foto: Wolfsburgs Viola Odebrecht bejubelt mit der Meisterschale in der Hand den Titelgewinn.
Wolfsburgs Viola Odebrecht bejubelt mit der Meisterschale in der Hand den Titelgewinn. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Der laut Trainer Ralf Kellermann „größte Tag im Wolfsburger Frauenfußball“ ist endgültig perfekt: Vier Jahre nach den Männern haben sich auch die Frauen des VfL Wolfsburg zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft gesichert. Am letzten Bundesliga-Spieltag holte das Überraschungs-Team der aktuellen Saison durch ein 4:0 (1:0) gegen den SC Bad Neuenahr den ersten von noch drei möglichen Titeln in dieser Saison. Martina Müller (4. Minute/57.), Conny Pohlers (64.) und Spielführerin Nadine Keßler (73.) zerstreuten am Sonntag vor knapp 5859 Zuschauern und zahlreicher Fußball-Prominenz in der VW-Arena auch letzte Zweifel. „Das ist einfach Freude pur. Wir haben dieses Ziel immer verfolgt und heute verdient die Schale geholt“, jubelte Doppeltorschützin Müller.

Bereits vor dem letzten Spieltag hatte der 1. FFC Frankfurt mit drei Punkten Rückstand und dem wesentlich schlechteren Torverhältnis nur noch theoretische Chancen auf den Titel. Frankfurt verspielte auch die durch ein 1:2 gegen Bayern München. Platz zwei und damit das Startrecht für die Champions League sicherte sich der entthronte Meister Turbine Potsdam, der 2:0 bei Absteiger Gütersloh gewann.

Wolfsburgs Weltmeisterin Müller versetzte nach nicht einmal fünf Minuten mit ihrem elften Saisontor die Zuschauer in Meister-Stimmung. Auf der Tribüne jubelten unter anderem VW-Chef Martin Winterkorn sowie VfL-Männer-Manager Klaus Allofs und -Trainer Dieter Hecking mit. Bundestrainerin Silvia Neid nahm nach dem Spiel die Meisterehrung vor. Etwas getrübt wurde das Meisterstück durch die Verletzung von Nationalspielerin Alexandra Popp.

Dennoch kannte der Jubel nach dem Spielende keine Grenzen. Ausgelassen tanzte das Team mit der Meisterschale über den Rasen, musste auf die von den Männern bekannten Bierduschen aber verzichten. Trainer Kellermann hatte seinem Erfolgsteam zumindest auf dem Platz ein Alkohol-Verbot erteilt, da der VfL noch Chancen auf das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Triumph hat.

Am 19. Mai spielt Wolfsburg im Pokalendspiel gegen den entthronten Meister Turbine Potsdam. Nur vier Tage später steht in London das Finale der Königsklasse gegen Titelverteidiger Olympique Lyon an. „Man darf heute Abend ein, zwei Bier trinken. Jede Spielerin weiß aber, was passiert, wenn man zu viel Alkohol trinkt“, mahnte Routinierin Müller, die „eine Feier mit Augenmaß“ ankündigte.       

„Gratulation an den VfL Wolfsburg! Das Team spielte eine beeindruckende Saison und hat sich diese erste Meisterschaft bei den Frauen absolut verdient. Natürlich drücken wir jetzt alle die Daumen, dass diesem ersten nationalen Titel im Finale der Champions League gegen Lyon auch der erste internationale folgt“, erklärte DFB-Präsident Niersbach in einer Mitteilung des Verbandes.

„Wolfsburg ist ein würdiger und verdienter Meister, weil sie über die gesamte Saison die konstanteste Leistung gebracht haben. Ich freue mich besonders auch für Ralf Kellermann, dem es über die Jahre mit kontinuierlicher Aufbauarbeit gelungen ist, ein echtes Spitzenteam zu formen“, befand Neid.

DFB-Direktorin Steffi Jones stellte fest: „Das war eine tolle Leistung, Wolfsburg hat uns in dieser Saison mit attraktivem Angriffsfußball, einem homogenen Team und erfrischenden Auftritten sehr viel Spaß gemacht. Jetzt drücke ich die Daumen, dass es auch im Champions League-Finale mit dem ersten internationalen Titel klappt.“

dpa