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Überregional Wuppertal darf nicht auswärts ran
Sportbuzzer Fußball Überregional Wuppertal darf nicht auswärts ran
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18:14 15.08.2013
Angeblich hat der Wuppertaler SV zu viele gewaltbereite Fans. In der fünften Liga ist darauf kein anderer Verein eingestellt. Quelle: dpa
Wuppertal

Die Oberliga-Niederrhein läuft bereits auf vollen Touren, doch ausgerechnet der ehemalige Fußball-Bundesligist Wuppertaler SV darf nicht richtig ran. Zumindest auswärts sorgt der prominenteste Verein der fünftklassigen Staffel für Probleme und Spielabsagen. Die Partien bei Germania Ratingen und dem SV Hönnepel-Niedermörmter wurden bereits abgesetzt und in den Herbst verlegt, weil die Polizei Sicherheitsbedenken äußerte. Auch die nächsten Auswärtsspiele beim VfL Rhede (1. September) und PSV Wesel-Lackhausen (22. September) sind von der Absage bedroht.

"Fans sind keine Schülerlotsen"

Das Chaos im Spielplan dürfte sich noch ausweiten, denn kaum ein Sportplatz der Niederrhein-Oberligisten wird den Bedingungen für Sicherheitsspiele gerecht. Nach Darstellung der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), die die Polizeieinsätze bei Fußballspielen koordiniert, befinden sich unter den WSV-Anhängern 300 gewaltbereite Personen. Zu viele, um die Sicherheit auf kleineren Platzanlagen wie in Hönnepel zu gewährleisten.

"Unsere Fans sind bestimmt keine Schülerlotsen, aber die Zahl 300 ist völlig aus der Luft gegriffen", sagte dagegen WSV-Vorstandsmitglied Achim Weber. Der frühere Profi kann die ständigen Zwangspausen nicht nachvollziehen. "Die Relationen stimmen nicht. Es kann nicht sein, dass unsere Spiele in Ratingen oder Rhede in die gleiche Sicherheitskategorie eingestuft werden wie das Ostderby Rostock gegen Dresden", schimpft Weber. Von den ersten drei Spieltagen konnten die Wuppertaler bislang lediglich ihr Heimspiel gegen den FC Kray - vor über 3000 Zuschauern - absolvieren. Für den Traditionsverein ist das ein Desaster, das sich nicht nur negativ aufs Image auswirkt. "Wenn es so weitergeht, finden wir nie unseren Rhythmus und haben einen klaren Wettbewerbsnachteil", klagte Weber, der seit Mai beim damaligen Regionalligisten in der Verantwortung steht.

Auflagen kosten 10.000 Euro

Mit Kalkül hatte der finanziell angeschlagene Verein im Juni die Insolvenz eröffnen lassen, um in der 5. Liga einen Neuaufbau zu starten. Aus der Freude der fünftklassigen Liga-Rivalen, künftig gegen einen renommierten Kontrahenten antreten zu dürfen, wurde aber schnell Ernüchterung. Bereits in der Regionalliga waren Fangruppen des WSV mehrfach negativ durch Pyrotechnik und Ausschreitungen aufgefallen, nun stehen die Wuppertaler unter Beobachtung. Die Liga war allerdings nicht vorbereitet auf den prominenten Neuzugang. Das heimische Stadion erfüllt zwar die Sicherheitsbestimmungen, doch auswärts sollen Spiele nur genehmigt werden, wenn beispielsweise eine Trennung der Fangruppen durch mehrere Eingänge, Ordner und Zäune gewährleistet ist.

Paul Heuer, Vorsitzender des VfL Rhede, bezifferte die Kosten zur Erfüllung dieser Auflagen auf kleineren Sportanlagen auf etwa 10 000 Euro. Summen, die Amateurclubs nicht nebenbei auftrieben können. Ein Umzug in ein größeres Stadion in Duisburg oder Oberhausen wäre ähnlich kostenintensiv. Oberligist SV Sonsbeck erwägt derweil, sein Heimrecht an den WSV abzutreten, wenn es eine finanzielle Entschädigung gibt. Diese Lösung griff aus Kapazitätsgründen bereits in der Vorsaison bei einigen Partien des späteren Aufsteigers KFC Uerdingen. Die Krefelder wurden von besonders reiselustigen Fans im vierstelligen Bereich über die "Liga-Dörfer" begleitet.

"Dann haben wir diese Saison halt 38 Heimspiele", meinte Weber süffisant. Er wünscht sich eine kurzfristige Lösung, möchte mit seinem Verein aber lieber auswärts antreten. Beim NRW-Innenministerium wollen die Wuppertaler an diesem Freitag in einem Treffen mit Polizeivertretern die Situation erörtern. Der zuständige Fußballverband Niederrhein (FVN) hat für den 26. August zur Gesprächsrunde mit allen Ligavertretern eingeladen, um das Problem zu diskutieren. Zudem würden laut WSV-Angaben viele Dialoge mit den eigenen Fans geführt, bei Auswärtsspielen will sich der Club mit eigenen Ordnern um den Gästeblock kümmern.

dpa

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