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Hannover 96 20 Punkte sollen es werden
Sportbuzzer Hannover 96 20 Punkte sollen es werden
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19:33 30.11.2009
Zugänge aus den eigenen Reihen: Leon Andreasen (links) und Jan Schlaudraff stehen nach langer Verletzung auf dem Sprung. Quelle: Ulrich zur Nieden

Die Kritik an der Mannschaft von Hannover 96 hielt sich nach dem 0:3 gegen den FC Bayern München in Grenzen. Das lag sicherlich auch daran, dass Punkte gegen die Bayern von Teams wie 96 gerne als Bonus mitgenommen werden, eingeplant sind sie aber nicht. Für die Leistung der „Roten“ gegen den Rekordmeister, dessen Klasse zurzeit wesentlich schlechter ist als sein Ruf, gab es sogar anerkennende Worte. Ein Punkt wäre den 96er allerdings garantiert lieber gewesen.

Wie schon eine Woche zuvor beim Spiel gegen Schalke 04 hatte die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann dem Favoriten Paroli geboten und war zumindest in der 1. Halbzeit ein ebenbürtiger Gegner. „Es mag vielleicht bei einem Ergebnis von 0:3 komisch klingen, aber ich finde, dass wir gut gespielt haben“, sagte Kapitän Arnold Bruggink. Auch Jan Rosenthal wollte nicht in die Litanei von den übermächtigen Bayern einstimmen. „Sie haben ja nicht überzeugend und großartig aufgetrumpft. Aber sie haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Was soll man da sagen?“

Zu besprechen wird es in den nächsten Tagen einiges geben, denn nach zwei Niederlagen in Folge – zuletzt hatte 96 im Februar des vergangenen Jahres zweimal nacheinander verloren – sind die „Roten“ den Abstiegsplätzen wieder wesentlich näher gekommen, als ihnen lieb sein kann. Trainer Bergmann meint dazu: „Ich mache mir noch keine Sorgen.“ Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke gibt sich gelassen. „Wir haben immer noch Abstand nach unten“, sagt er. Die Ausbeute von 16 Punkten nach 14 Spieltagen beurteilt er angesichts einer „turbulenten Hinserie“, wie er sagt, mit dem Prädikat „zufriedenstellend“.

Drei Spiele bleiben 96 bis zur Winterpause, um die Zwischenbilanz aufzubessern – und die haben es durchaus in sich. Mit Bayer Leverkusen (Heimspiel am 
 5. Dezember) und Borussia Mönchengladbach (12. Dezember, auswärts) geht es zunächst gegen zwei Teams, die einen Lauf haben, wie es heißt; dann gastiert mit dem VfL Bochum (19. Dezember) eine Mannschaft in Hannover, gegen die sich die „Roten“ fast ohne Ausnahme immer schwergetan haben. Die Gefahr, in der Tabelle weiter abzurutschen, ist nicht gerade gering.

Gerade deshalb nimmt Schmadtke die 96-Mannschaft in die Pflicht, wenn er mit Blick auf den Hinrundenabschluss sagt: „Zumindest 20 Punkte sollten es dann sein.“ Was im Umkehrschluss bedeutet: Einmal verlieren ist erlaubt, mehr wäre schlecht. Kann Bergmanns Truppe die Erwartungen von Schmadtke erfüllen, dann hätte sie ein halbwegs ordentliches Polster für den zweiten Teil der Meisterschaft, der aufgrund der WM schon Mitte Januar gestartet wird. Zum Vergleich: Als in der vorigen Saison Halbzeit war, hatten die „Roten“ 17 Zähler gesammelt – am Ende kamen sie auf 40 Punkte, aber nie richtig zur Ruhe, weil die Spielweise der Mannschaft immer wieder Anlass für Kritik lieferte.

Auf Impulse von außen braucht Bergmann, der in den vergangenen drei Monaten durchaus für frischen Wind gesorgt hat, in der Winterpause nicht zu hoffen. Die Finanzlage des Klubs gestattet laut Schmadtke allenfalls die Verpflichtung eines Torwarts, wenn im Januar die Transferliste wieder geöffnet wird. „Das hat Priorität, und wir prüfen alle Möglichkeiten“, sagt er. „Mehr geht nicht.“

Somit kommen die Zugänge mal wieder aus den eigenen Reihen: Jan Schlaudraff, der möglicherweise am kommenden Sonnabend gegen Leverkusen erstmals in dieser Saison zum Kader gehören wird, und Leon Andreasen, mit dem die 96-Verantwortlichen im Januar rechnen, stehen nach monatelanger Verletzungspause auf dem Sprung. Den Rest muss sich 96 auf dem Trainingsplatz hart erarbeiten. Bergmann gibt sich optimistisch: „Wenn wir das eine oder andere abstellen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir einen guten Weg gehen werden“, sagt er.

von Norbert Fettback 
und Christian Purbs

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