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Hannover 96 70 Bewerber wollen Nachfolger von Jörg Schmadtke werden
Sportbuzzer Hannover 96 70 Bewerber wollen Nachfolger von Jörg Schmadtke werden
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00:15 24.04.2013
Jörg Schmadtke ist weg, jetzt sucht Klubchef Martin Kind nach einem Nachfolger. 70 Bewerbungen hat Kind für den Posten des Managers von Hannover 96 bereits auf seinem Schreibtisch liegen. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Auf dem Schreibtisch von Klubchef Martin Kind türmen sich knapp 70 Bewerbungsmappen. So viele Kandidaten möchten bei Hannover 96 gerne Nachfolger von Sportdirektor Jörg Schmadtke werden. Bei einer ersten Durchsicht hat Kind „ein paar attraktive Namen“ entdeckt. Erste Kontakte hat es bereits gegeben, Gespräche mit den aussichtsreichsten Kandidaten sollen noch in dieser Woche folgen. Wobei durchaus der eine oder andere Kandidat Chancen besitzt, der sich nicht beworben hat – Christian Nerlinger zum Beispiel.

Das Profil für den neuen Mann hat Kind erstellt. Er sucht eine „starke Führungspersönlichkeit“ mit den Eigenschaften „Entscheidungsstärke, Konfliktbereitschaft und eigenständiges Profil. Wir orientieren uns an der Qualitätsstruktur von Herrn Schmadtke.“ Ein Quereinsteiger oder Neuling scheidet damit praktisch aus. Alle, denen Kind nicht zutraut, Trainer Mirko Slomka auf Augenhöhe zu begegnen, sind ebenfalls chancenlos.

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Kinds Aussage, keinen Manager aus einem gültigen Vertrag rauszukaufen, dürfte eher taktischer Natur sein. Letztlich wird das eine Sache des Preises. Dirk Dufner (Freiburg) und Martin Bader (Nürnberg) haben mehr oder weniger deutlich abgewinkt. Dietmar Beiersdorfer (früher Hamburger SV, aktuell Sportdirektor von Zenit St. Petersburg) soll großes Interesse an einer Rückkehr in die Bundesliga haben. Seit gestern wird auch Volker Finke heiß gehandelt, auf den Kinds Profil in fast allen Punkten zutrifft. Auch der Name von Michael Meier (früher Manager bei Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln, derzeit Unternehmensberater) taucht an der Gerüchtebörse auf.

hr

Martin Kind im Interview:

 Herr Kind, machen Sie sich Sorgen über die Art und Weise, wie das 1:6 gegen die Bayern zustande gekommen ist?

Die Niederlage passt in der Chronologie der vergangenen Spiele, eigentlich der gesamten Rückrunde, in der keine Stabilität zu erkennen war. Da der FC Bayern zudem die Übermannschaft dieser Saison ist, überrascht das Ergebnis nicht.

Sie sprechen die schwachen Leistungen in der Rückrunde an. Machen Ihnen diese mehr Kopfschmerzen als die hohe Niederlage gegen die Bayern?

Das müssen wir analysieren, sowohl kritisch als auch selbstkritisch. Da sind deutliche Probleme zu erkennen.

War vielleicht zu viel Unruhe in der Mannschaft?

Das glaube ich nicht. Die Mannschaft wollte, hat aber sehr schnell erkannt, dass sie ihre Leistung gegen diese dominanten Bayern nicht umsetzen kann.

Was für Ziele kann sich 96 für die vier Spiele bis zum Saisonende setzen?

Wir sollten mindestens noch ein Spiel gewinnen.

Es gab aus dem Block der sogenannten Ultras „Kind muss weg!“-Rufe. Wie war Ihnen dabei zumute?

Damit muss man leben, wenn man Entscheidungen trifft. Ich bin überzeugt davon, dass diese Entscheidungen notwendig und richtig waren. Es gab ja auch ein paar Pfiffe dagegen.

War das eine Genugtuung für Sie?

Nein, da bin ich anders in meinem Denken. Wenn ich etwas entscheide, dann stehe ich dazu und muss auch mit der Kritik leben.

Auf Ihrem Schreibtisch stapeln sich die Bewerbungen für die Nachfolge von Sportdirektor Jörg Schmadtke. Wie ist der Stand der Dinge?

Wir wollen zügig und zeitnah eine Entscheidung treffen.

Wie definieren Sie in diesem Fall zeitnah?

Zwischen einer und vier Wochen.

Wie sollte das Profil des neuen 96-Managers aussehen?

Wir orientieren uns an der Qualitätsstruktur von Herrn Schmadtke.

Ist es notwendig, in der 96-Führungstroika, in der zurzeit ein Platz frei ist, eine starke Persönlichkeit zu installieren?

Es soll jemand sein mit eigenständigem Profil sowie mit einer starken Führungspersönlichkeit, Entscheidungs- und Durchsetzungsstärke sowie Konfliktbereitschaft.

Haben Sie so einen Kandidaten bei den Bewerbungen schon entdeckt?

In der Annäherung auf jeden Fall. Es sind ein paar attraktive Namen dabei, einen Favoriten gibt es aber noch nicht.

Aufgezeichnet von Christian Purbs

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