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Hannover 96 „Wir sind bereit für einen Dialog“
Sportbuzzer Hannover 96 „Wir sind bereit für einen Dialog“
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21:36 12.05.2014
Von Norbert Fettback
Martin Kind: „Wir reden über eine Minderheit, die in der Wahrnehmung überbewertet wird.“ Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Für Martin Kind „gibt es Wichtigeres“, wie er gestern noch mal gesagt hat. Etwa sich mit Sportdirektor Dirk Dufner und Trainer Tayfun Korkut zu einem ersten Gespräch zusammenzusetzen, um Personalentscheidungen für die neue Saison vorzubereiten, wie am Vormittag geschehen. Und doch beschäftigt auch dieses Thema den Klubchef von Hannover 96 immer wieder. Bei Auseinandersetzungen im Stadion waren am Sonnabend nach Polizeiangaben insgesamt 22 Personen verletzt worden. Das Spieljahr, das sportlich betrachtet mit fünf Spielen ohne Niederlage unerwartet positiv zu Ende gebracht werden konnte, wurde mit einem Makel versehen, der für Aufregung und Unverständnis sorgte.

Solche Vorfälle machten ihn traurig, sagte Kind. „Ich bedauere es, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen ist.“ Wenn die Saison aufgearbeitet wird, dann soll bei 96 auch über dieses Thema gesprochen werden. Die veränderte Akzentuierung auf den Rängen, die der Klubchef in der Schlussphase des Freiburg-Spiels wahrgenommen, hat ihn in seiner Auffassung bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein.

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„Wir reden über eine Minderheit, die in der Wahrnehmung überbewertet wird“, sagte Kind mit Blick auf Teile der Ultra-Fraktion. „Die Mehrheit der Zuschauer, die früher geschwiegen hat, hat sich deutlich artikuliert.“ Beim Bundesligafinale folgte auf die Ultra-Sprechchören „Kind muss weg!“ laut vernehmbar der Ruf „Ultras raus!“ Daran wiederum entzündeten sich in der Nordkurve letztlich gewalttätige Auseinandersetzungen, die das Eingreifen der Polizei erforderlich machten und bei denen auch Unbeteiligte zu Schaden kamen. Gegen Polizeibeamte sind deshalb Anzeigen wegen Körperverletzung erstattet worden; andererseits wurden drei 96-Anhänger, die über die Stränge schlugen, festgenommen.

Wie will der hannoversche Klub reagieren? Kind hält derzeit offenbar nichts von weiteren repressiven Schritten. „Es gibt genug Maßnahmen, die wir treffen könnten, die wir aber nicht unbedingt treffen wollen“, sagte er. Was unter anderem bedeutet: Derzeit denken die 96-Verantwortlichen nicht daran, an Ultras keine Dauerkarten mehr zu verkaufen.

Stattdessen hat Kind ein Angebot unterbreitet: „Wir sind bereit für einen Dialog, wenn er gewollt ist.“ Wichtig sei, sich an die Spielregeln zu halten: Das Stadion sei kein Ort für Gewalt, Pyrotechnik, Rechtsradikalismus und Rassismus.

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