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Hannover 96 Auf Dirk Dufner wartet viel Arbeit
Sportbuzzer Hannover 96 Auf Dirk Dufner wartet viel Arbeit
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14:17 29.04.2013
Von Norbert Fettback
„Haben sicher nicht das allerbeste Spiel gemacht“: Auf den neuen Sportdirektor Dirk Dufner (vorne) und Trainer Mirko Slomka kommt noch viel Arbeit zu.
„Haben sicher nicht das allerbeste Spiel gemacht“: Auf den neuen Sportdirektor Dirk Dufner (vorne) und Trainer Mirko Slomka kommt noch viel Arbeit zu. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Martin Kind musste am Sonntag viele Hände schütteln und durfte zahlreiche Glückwünsche zum 69. Geburtstag entgegennehmen. Der 96-Galopprenntag in Langenhagen bot die passende Bühne; zur guten Stimmung rund ums Geläuf beim Saisonauftakt auf der Neuen Bult trug auch der 3:2-Erfolg der „Roten“ am Freitagabend in Fürth bei - dass dieser ungemein glücklich zustande gekommen war, war schon fast wieder vergessen. Klubchef Kind, der die Bundesligapartie an der Seite des neuen 96-Sportdirektors Dirk Dufner von der Tribüne aus verfolgt hatte, sprach von „sehr ergebnisorientiertem Fußball mit sehr viel Effizienz“ und freute sich über das vorweggenommene Präsent. „Ich hoffe, dass dieser Sieg Kräfte freisetzt, damit die Mannschaft in den nächsten Spielen ihr Potenzial abruft“, sagte er. „Wenn das gelingt, dann war es ein ganz wichtiger Sieg.“

Dreimal muss 96 in dieser Saison noch ran (gegen Mainz, Leverkusen und Düsseldorf), und so schlecht die Mannschaft in den vergangenen Wochen auch gespielt hat: Mit den drei Punkten aus Fürth darf sie nun wieder mit einem Auge verstohlen in Richtung Europa League schauen. Denn die Konkurrenz ist, zum Glück für 96, auch nicht viel besser, sondern immer wieder für Patzer gut. Das alles macht auch Kind gewisse Hoffnung, es zum dritten Mal in Folge doch noch packen zu können. „Rechnerisch ist es noch möglich“, sagte er, ohne daraus aber gleich Forderungen abzuleiten. Wichtig sei erst einmal der Wille zum Sieg.

Den zumindest hat der Mann, der für die sportlichen Belange bei 96 neuerdings am Ruder steht, in der Schlussphase in Fürth ausgemacht. „Die Mannschaft wollte gewinnen“, sagte Dufner. „Sie hat das dritte Tor erzwungen.“ Ihm blieb aber auch nicht verborgen, dass 96 beim vierten Auswärtssieg der Saison „sicher nicht das allerbeste Spiel gemacht hat“ und „Steigerungspotenzial“ besitzt. Das herauszukitzeln beziehungsweise die nötigen Veränderungen in die Wege zu leiten, wird von dieser Woche an die Hauptaufgabe des 45-Jährigen sein. Zunächst will er mit allen Spielern persönliche Gespräche führen.

Dufner wirkte entspannt und locker, als er in Fürth zu später Stunde seine Sicht der Dinge schilderte. Und er vermied es, sich gleich weit aus dem Fenster zu lehnen. Was zu tun ist, damit 96 wieder besseren Fußball spielt, das werde man in aller Ruhe analysieren; Trainer Mirko Slomka habe dazu „sicher auch seine Gedanken“. Und er schickte ein Versprechen hinterher: „Wir werden alles dafür tun, dass wir für die nächste Saison eine starke Mannschaft aufstellen.“ Und zwar eine mit „einem anderen Gesicht“. Bis zum Ende dieser Spielzeit, so lautet die Einschätzung des Sportdirektors, könne er wohl nicht mehr allzu viel bewirken.

Zunächst wird sich Dufner, das ließ Klubchef Kind gestern anklingen, des Themas Vertragsverlängerungen annehmen. Dann soll es in die Vollen gehen in den Bemühungen um diese und jene Verstärkung für die kommende Spielzeit. Um Ablösesummen für Spieler aus dem aktuellen 96-Kader muss sich der neue Sportdirektor ungeachtet aller Gerüchte noch keine Gedanken machen. „Uns liegt derzeit nicht eine Anfrage eines anderen Klubs vor“, sagte Kind gestern.

Dufner kritisiert Pyro-Fraktion: Dass einige von den rund 800 hannoverschen Anhängern, die das 96-Spiel in Fürth im Stadion mitansahen, durch das Abbrennen von bengalischen Feuern aus der Rolle gefallen sind, hat Sportdirektor Dirk Dufner als „in hohem Maße negativ“ bewertet. „So etwas hat auf dem Fußballplatz nichts verloren.“ Es gebe andere Möglichkeiten für Fans, sich positiv einzubringen, als sich selbst mit Bengalos zu feiern. Auf den Klub kommt aufgrund des Einsatzes der verbotenen Pyrotechnik die nächste hohe Geldstrafe zu; Vereinsboss Kind hofft, dass es gelingt, „den einen oder anderen Täter zu identifizieren“. Die neuerlichen Schmährufe „Kind muss weg!“, die aus dem 96-Fanblock zu hören waren, kommentierte er mit den Worten: „Diese Szene braucht anscheinend ein Feindbild.“

Norbert Fettback 27.04.2013
Björn Franz 28.04.2013