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Hannover 96 96 vor der Trennung von Dufner
Sportbuzzer Hannover 96 96 vor der Trennung von Dufner
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00:15 27.05.2015
Von Heiko Rehberg
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Hannover

Nach HAZ-Informationen wird sich Hannover 96 von Dufner trennen, obwohl er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 besitzt. Offiziell heißt es von Clubchef Martin Kind: „Wir werden analysieren, diskutieren und dann entscheiden.“ Doch im 96-Umfeld gibt es keine Zweifel, dass die Entscheidung lauten wird, dass Dufner gehen muss. Möglicherweise mit einer Lösung, die es Dufner erlaubt, das Gesicht zu wahren: Diese könnte darin bestehen, dass beide Parteien einvernehmlich entscheiden, die Zusammenarbeit zu beenden.

Dufner, der Nachfolger von Jörg Schmadtke, hatte so viel Geld wie noch kein Manager vor ihm zur Verfügung. Doch wichtige Baustellen im Team konnte der gelernte Jurist mit seinen Transfers nicht lösen.

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Bei Dufners Verpflichtung im April 2013 hatte Kind geschwärmt, Dufner sei „entscheidungsfähig, konfliktfähig, sehr selbstbewusst und habe eine starke Persönlichkeit“. Doch Dufner konnte keine dieser Erwartungen erfüllen. Aus dem Umfeld des Vereins wurde immer wieder Kritik an seiner Arbeitseinstellung laut, auch Kind zeigte sich im kleinen Kreis wiederholt unzufrieden. Auch in der Stadt war Dufner nie präsent - was auch von Sponsoren bemängelt wurde.

Bereits früh hatte sich Dufner unbeliebt gemacht: Als Nachfolger des entlassenen Trainers Mirko Slomka hatte er sich auf Ricardo Moniz festgelegt, doch der fiel im Gespräch mit Kind durch. 96 musste später eine nicht unerhebliche Summe zahlen, damit Moniz seinen Dienst nicht antrat. Der Fehler mit Tayfun Korkut, der den Job dann bekam, ist Dufner nicht anzulasten, wohl aber, dass er viel zu lange zugeschaut hat, wie 96 unter Korkut sich Richtung 2. Liga bewegte.

Als Korkut gehen musste, soll Dufner andere Vorstellungen als Kind gehabt haben, Frontzeck soll nicht sein Wunschtrainer gewesen sein.Dazu kamen immer wieder ungeschickte Äußerungen in der Öffentlichkeit, zuletzt, als er dem FC Bayern Wettbewerbsverzerrung vorwarf und Freiburg den Klassenerhalt wünschte – und damit indirekt Clubs wie Stuttgart oder Hamburg den Abstieg. Als nach dem Freiburg-Spiel im Stadion angekündigt wurde, dass Dufner Torwart Robert Almer (er geht nach Wien) mit Blumen verabschieden wird, gab es für den Sportdirektor ein Pfeifkonzert.

Nach HAZ-Informationen wird Kind in den nächsten Tagen einen zweiten Geschäftsführer installieren und zusätzlich für Dufner einen Manager. Namen kursieren viele, zum Beispiel der von Andreas Rettig als Geschäftsführer und der von Rouven Schröder als Manager. Schröder ist derzeit bei Werder Bremen Direktor Profifußball und gilt als extrem gut vernetzt.

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