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Hannover 96 Alarmstufe Rot bei Hannover 96
Sportbuzzer Hannover 96 Alarmstufe Rot bei Hannover 96
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21:57 07.04.2014
Von Christian Purbs
Das erschütternde 0:3 im Derby hat Spuren hinterlassen. Trainer Tayfun Korkut (Mitte) mit seinen Assistenten Julen Masach (links) und Jörg Sievers beim Training. Quelle: zur Nieden
Hannover

Auf den ersten Blick war alles so wie immer. Am Tag nach dem Spiel absolvierten die Fußballprofis von Hannover 96, die nicht in der Startelf gestanden hatten, eine Trainingseinheit, der Rest der Mannschaft lockerte die Muskeln beim Radfahren. Und doch war es kein normaler Tag, wie könnte das auch sein nach dem Desaster, das die „Roten“ am Sonntag in Braunschweig erlebt hatten. Das erschütternde 0:3 im Derby bei der Eintracht hatte Spuren hinterlassen. Bei Spielern, Verantwortlichen und Fans.

Die desolate Leistung und der drohende Abstieg waren auch am Montag das Thema in der Stadt, zu weiteren Protesten bei den 96-Anhängern kam es jedoch nicht. Lediglich 50 Zuschauer beobachteten das Training am Vormittag in der HDI-Arena, ein Polizeiwagen stand vor dem VIP-Eingang, ein paar Ordner mehr als gewöhnlich waren zu sehen. Ihren Frust und ihre Wut hatten sich etwa 
1000 Fans, unter ihnen auch eine handvoll Chaoten, bereits am Sonntagabend bei der Rückkehr der Mannschaft nach Hannover am Stadion von der Seele gebrüllt. 96-Kapitän Lars Stindl brachte am Montag Verständnis für das Verhalten der zwar wütenden, aber zumeist friedlichen Anhänger auf. „Wir haben uns der Situation, die für uns nicht einfach war, gestellt und versucht, die Fans zu beruhigen. Wir können die Enttäuschung nach unserer schlechten Leistung nachvollziehen“, sagte er. „Der größte Teil war nicht aggressiv.“

Nach dem verhängnisvollen Derby gegen Braunschweig standen die „Roten“ am Montag wieder auf dem Trainingsplatz. Tayfun Korkut und Dirk Dufner stellten sich zudem den Fragen der Presse.

Auch für Trainer Tayfun Korkut war der emotionale und vehemente Protest, bei dem auch einige Böller und Flaschen geflogen waren, eine schwierige Situation. Weder er noch die Mannschaft hätten Angst gehabt, sagte der 96-Trainer. „Die Situation hat sich nach wenigen Minuten beruhigt, dann hatten wir Kommunikation mit den Fans. Das war wichtig.“

Zum Lachen ist niemandem zumute

Für Unverständnis hatte Korkut am Sonntag mit seiner Aussage gesorgt, dass die Mannschaft beim Derby „alles gegeben“ habe. Das sahen viele ganz anders. „Zu diesen Worten stehe ich. Die Mannschaft hat vor dem Spiel ein klares und reines Denken gehabt. Sie war hochkonzentriert und sehr fokussiert und hat mir das Gefühl gegeben, alles zu geben“, sagte Korkut. Der Spielverlauf habe jedoch hemmend auf die Spieler gewirkt, zudem sei der Druck enorm gewesen und immer mehr gewachsen, erklärte der Trainer das kollektive Versagen.

Auch den Profis war die Enttäuschung über das Derby-Debakel anzumerken. Nicht gelten lassen wollte Stindl allerdings, dass die Mannschaft ein Problem mit der Mentalität oder Einstellung habe. Dass in einer brenzligen und nervenaufreibenden Situation, in der sich die „Roten“ zweifelsfrei befinden, vieles daneben gehen kann, obwohl es gut gemeint ist, zeigte sich anhand der Leistung des 25-Jährigen im Derby. Er wollte gegen Braunschweig als Kapitän vorangehen und Verantwortung übernehmen – und scheiterte dabei auf ganzer Linie. Gut gemeint und doch voll verbockt: In diese Kategorie passt auch Stindls gestriger Versprecher, als er seinem Team einen einwandfreien Charakter bescheinigen wollte, stattdessen jedoch von „einer charakterfreien Truppe“ sprach.

Unter normalen Umständen hätte dieser kleine Fauxpas für einen großen Lacher gesorgt und lediglich als amüsante Randnotiz getaugt. Doch zum Lachen ist zurzeit niemanden zumute. Dafür ist die Lage bei Hannover 96 viel zu ernst. Bei den „Roten“ herrscht Alarmstufe Rot.

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