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Hannover 96 "Ich bin Teil der Mannschaft"
Sportbuzzer Hannover 96 "Ich bin Teil der Mannschaft"
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00:15 27.05.2015
Von Norbert Fettback
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Hannover

Michael Frontzeck hat die besten Chancen, dass aus dem Kurzzeit-Engagement eine Dauerbeschäftigung wird.

„Wir werden das besprechen und dann entscheiden“, kündigte Clubchef Martin Kind bereits an. „Ich habe klare Vorstellungen, er hat manche Idee.“ Heute werden sich beide erst einmal telefonisch austauschen, der Rest muss in den nächsten Tagen folgen. Die Unterschrift unter einen neuen Vertrag inklusive. Für Kind ist klar: „Der Trainer ist der wichtigste Mann für die Entwicklung einer Mannschaft, für deren Stabilität.“ Frontzeck hat das Zeug, nicht wie jetzt geschehen nur die Feuerwehr zu spielen, wenn in sportlicher Hinsicht ein Flächenbrand droht. Dass er einem Team Impulse geben könne, „hat er eindrucksvoll bestätigt“, sagte Kind. Die Entscheidung über den Trainer werde jetzt die erste sein, die die Clubverantwortlichen treffen wollen, so der Chef der „Roten“.

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Mit zwei Siegen in Augsburg und nun gegen Freiburg verhinderte 96 den Abstieg, zuvor gelangen Unentschieden in Wolfsburg und gegen Bremen. Nur nach Frontzecks Einstand, beim 1:2 gegen Hoffenheim, hatte es lange Gesichter gegeben. „Ich bin stolz auf das, was in den fünf Wochen passiert ist“, sagte der 96-Coach, der auch in der Stunde der Rettung sachlich und bescheiden blieb. „Ich bin ein Teil der Mannschaft.“ Der eine oder andere Kollege in der Branche nehme sich in der Hinsicht zu wichtig. „Mir hat das Ganze Spaß gemacht“, sagte Frontzeck, „auch wenn es eine unheimliche Anspannung war. Es waren sehr intensive fünf Wochen.“

Honoriert wurde das, was Mannschaft und Trainerstab zusammen hinbekommen haben, mit dem Klassenerhalt – im 14. Jahr in Folge ist Hannover in der deutschen Eliteliga dabei. Die dem Vernehmen nach 500 000 Euro, die Frontzeck für seine erfolgreiche Mission erhält, sind da durchaus angemessen. Bei einem Abstieg wäre der wirtschaftliche Schaden in die zig Millionen gegangen. Von Verlust an sportlichem Renommee einmal abgesehen.

Ob er sich freue, dass jetzt neue Vertragsgespräche anstünden, wollte jemand von Frontzeck am Sonnabend kurz nach Spielschluss wissen. Seine Antwort sprach für sich. „Ich glaube nicht, dass ich mich mehr freuen könnte als im Augenblick“, sagte er. „Jetzt lassen wir alles sacken. Ich werde nichts in der Euphorie entscheiden.“ Man werde sich „auf eine Tasse Kaffee treffen und die fünf vergangenen Wochen besprechen“.

Auch in Spielerkreisen wird Frontzecks Anteil an der Rettung hervorgehoben. „Mit ihm haben wir die Kurve bekommen“, sagte Torwart Ron-Robert Zieler. „Er hat uns extrem motiviert.“ Weiter mit ihm? „Warum nicht!“ Auch Mittelfeldspieler Leon Andreasen, zur rechten Zeit wieder voll da auf dem Platz und selbst noch im Ungewissen über seine Zukunft als Fußballprofi, äußerte sich anerkennend: „Ein super Trainer. Ich hoffe, dass er hier bleibt.“

An der Tasse Kaffee, die Clubchef Kind und Frontzeck jetzt in kleiner Runde trinken wollen, wird das am wenigsten scheitern.

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