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Hannover 96 Viele Fingerzeige auch ohne Sieg
Sportbuzzer Hannover 96 Viele Fingerzeige auch ohne Sieg
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00:15 21.01.2014
Von Björn Franz
„Wir haben in den Spielen schon viel von dem umgesetzt, was wir im Training geübt haben“: 96-Trainer Tayfun Korkut sieht sein Team auf einem guten Weg. Quelle: Treblin
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Belek

Zum Abschluss des Trainingslagers musste Tayfun Korkut noch einmal energisch werden. „Salif, wir haben eine Ecke, du musst mit nach vorne gehen!“, rief der Trainer von Hannover 96 seinem Innenverteidiger Salif Sané vom Spielfeldrand aus zu. Und als der Senegalese dennoch keine Anstalten machte, sich nach vorne zu bewegen, setzte Korkut noch einmal nach. „Geh!“, rief er und zeigte mit ausgestrecktem linken Arm energisch in Richtung gegnerischer Strafraum – bis der 23-Jährige sich gemächlich in Bewegung setzte.

Kurz vor dem Rückflug nach Hannover, wo 96 am Freitag um 23.20 Uhr erwartet wurde, musste der neue Coach der „Roten“ also tatsächlich ein wenig ungehalten werden. Doch nach Spielschluss war das schon wieder vergessen – zumindest für die Öffentlichkeit. „Wir haben viel und gut gearbeitet“, sagte Korkut als Fazit des neuntägigen Trainingslagers im türkischen Belek. „Wir können mit einem guten Gefühl zurückfliegen, auch wenn wir leider keinen Sieg im Gepäck haben.“

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Tatsächlich war das, was man in den Trainingseinheiten sowie den drei Testspielen gegen Hertha BSC Berlin (0:0), Fenerbahce Istanbul (1:2) und Caykur Rizespor (1:1) sehen konnte, so ambitioniert wie vielversprechend. Vor allem war deutlich zu erkennen, welche Idee Korkut im Kopf hat. Und das ist für die 96-Fans eine gute Nachricht. Denn speziell in der 1. Halbzeit gegen den türkischen Tabellenführer Fenerbahce lief der Ball so flüssig und schnell durch die Reihen der „Roten“, wie man das schon lange nicht mehr gesehen hatte. Statt ihn wie zuletzt lang aus der Abwehr in die Spitze zu schlagen, kombinierten sich die Hannoveraner selbst unter Druck nach vorne.

„Wir haben in den Spielen schon viel von dem umgesetzt, was wir im Training geübt haben“, sagte Korkut, dem aber nicht entgangen ist, dass seine Mannschaft den neuen Stil noch nicht über die vollen 90 Minuten durchhält. Im Vergleich zum ersten Spiel gegen Hertha habe sein Team einen großen Schritt gemacht, sagte er gestern. Doch speziell in der Partie gegen Fenerbahce sah man nach dem Ausgleich auch, dass es mit dem Selbstbewusstsein noch nicht so weit her ist. Plötzlich flog der Ball wieder hoch und weit aus der Abwehr heraus, weil es kaum Anspielstationen gab.

Letztes Testspiel im 96-Trainingslager: Das Match gegen Cayfür Rizespor in Bildern.

Viel Zeit, das zu verbessern, hat Korkut nicht. Schon am Sonntag (10 Uhr) wird er seine Profis wieder zum Training auf die hannoversche Mehrkampfanlage bitten, um in die Endphase der Vorbereitung auf den Rückrundenstart beim VfL Wolfsburg zu gehen. Aber zumindest personell dürfte der 39-Jährige nach den neun Tagen im Robinson Club Nobilis schon ziemlich klar sehen. „Ich habe fast alle Spieler noch einmal über 90 Minuten gesehen“, sagte der 96-Trainer. „Das war sehr aufschlussreich.“

Es sah so gut aus! Und doch verlieren die „Roten“ 1:2 beim Testspiel in Aksu.

Welche elf Spieler er für den kommenden Sonnabend im Kopf hat, das wollte der stets freundlich, aber auch sehr zielstrebig und selbstbewusst wirkende Korkut vor dem Abflug nicht verraten. Doch vieles spricht dafür, dass die Startelf in Wolfsburg so aussehen könnte: Zieler – Cherundolo, Marcelo, Schulz, Pocognoli – Huszti, Schmiedebach, Stindl, Schlaudraff – Rudnevs, Diouf.

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