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Hannover 96 Das fünfte sieglose Bundesligaspiel in Folge für Hannover 96
Sportbuzzer Hannover 96 Das fünfte sieglose Bundesligaspiel in Folge für Hannover 96
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10:54 05.12.2011
Von Norbert Fettback
Papiss Demba Cissé (links) trifft  zum 1:1; an Steve Cherundolos Geste ist gut zu erkennen, wer für den Stellungsfehler in der 96-Abwehr verantwortlich ist.
Papiss Demba Cissé (links) trifft  zum 1:1; an Steve Cherundolos Geste ist gut zu erkennen, wer für den Stellungsfehler in der 96-Abwehr verantwortlich ist. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Freiburg

Obwohl es erneut nicht zu einem Auswärtssieg gereichte hatte, und dies beim Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga, der ein Schatten besserer Tage war, packte der 96-Klubchef das magere Unentschieden in schöner vorweihnachtlicher Art in Watte. „Wir nehmen einen Punkt mit“, sagte Kind, als er zusammen mit Drogerieunternehmer Dirk Roßmann das Badenova-Stadion verließ. „Insofern hat sich die Reise schon gelohnt.“

Vielleicht war es auch noch das Beste an diesem Spiel, dass die Mannschaft aus Hannover, der Trainer Mirko Slomka „eine sehr starke und spielerisch auch sehr, sehr gute 1. Halbzeit“ attestierte, überhaupt einen Teilerfolg gelandet hatte. Dreimal in Folge hatte 96 zuvor auswärts verloren; diesmal nun ein Unentschieden der Art, bei der man sich beim Verpacken das Schleifchen drumherum allerdings lieber erspart. Es war ein schmuckloser und von wenig Einfallsreichtum geprägter Fußballnachmittag an der Dreisam, woran beide Teams mit nicht enden wollenden Unkonzentriertheiten sowie Fehlpässen und Ballverlusten in Serie ihren Anteil hatten.

Immerhin zeigten sich die Freiburger großzügig beim Geschenkeverteilen, wie es sich zu dieser Jahreszeit gehört: Für den 96-Führungstreffer unmittelbar vor der Pause sorgten sie selbst, als Felix Bastians eine Eingabe von Mohammed Abdellaoue ins eigene Tor lenkte (44. Minute). Kurz zuvor war ein Schlenzer von Jan Schlaudraff am rechten Freiburger Torpfosten gelandet (43.), was die Führung der in diesem Spielabschnitt druckvolleren Gäste, die es erstmals in dieser Saison von Beginn an mit einer Mittelfeldraute versuchten, als nicht unverdient erscheinen ließ.

Dann aber passierte mal wieder das, was Christian Schulz zu der Bemerkung von der „Wundertüte“ veranlasste. „Man merkt bei uns nach Beginn der 2. Halbzeit schnell, dass wir dann aufhören zu spielen“, sagte der 96-Linksverteidiger. „Und das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.“ In Freiburg war es so, dass mit einem Mal die Breisgauer am Drücker waren. 96 hingegen übernahm in diesem Abschnitt unfreiwillig den passiven Part. Papiss Demba Cissé machte mit seinem schönen Kopfballtor (67.) ein Spiel noch einmal spannend, das keinen Sieger verdient hatte, wie auch Klubchef Kind meinte: „Letztlich ist das Ergebnis gerecht.“

Was davon bleibt, ist nicht nur der eine Punkt. Das 1:1 war das fünfte Bundesligaspiel in Folge, in dem es für die „Roten“ zu keinem Sieg reichte. Die Frage nach den Gründen machte dann gleich die Runde. Auch wenn die nach der „Krise“, die dieser und jener schon ausgemacht haben will, aufgrund des 8. Tabellenplatzes und des klubeigenen Anspruchsdenkens nicht angemessen erscheint, so ist anderes offensichtlich. Die Mannschaft hat derzeit weder die körperliche noch die geistige Frische, um selbst einen fußballerisch limitierten Gegner wie den SC Freiburg in Schach zu halten. Sportdirektor Jörg Schmadtke merkte an, man könne nicht sagen, „dass alle Spieler permanent in einer Topverfassung sind. Wir haben im Spiel immer wieder Ausfälle zu verkraften.“ Immerhin, fügte Schmadtke ein wenig entschuldigend an, sei es bereits das 24. Saisonspiel der 96er gewesen. Verteidiger Schulz sieht das ähnlich: „Vom Kopf her ist es anstrengend, sich alle drei, vier Tage so vorzubereiten, dass man über den Punkt gehen kann.“

Zum Glück für 96 kann bald ein Punkt gemacht werden. Noch zweimal geht es in der Bundesliga um etwas, einmal darf in der Europa League gefeiert werden – dann ist erst mal Winterpause. Zeit zum Erholen und Chance, dieses und jenes anzupacken. Den Wunschzettel kann man ja schon mal vorbereiten.

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