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Hannover 96 Das traurige Ende eines Missverständnisses
Sportbuzzer Hannover 96 Das traurige Ende eines Missverständnisses
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00:15 06.04.2016
Von Heiko Rehberg
Ist bei Hannover 96 gescheitert: Thomas Schaaf. Quelle: Treblin
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Hannover

Einen Tag nach dem 0:3 gegen den Hamburger SV hat Hannover 96 etwas gemacht, was die Verantwortlichen vorher ausgeschlossen hatten und ihnen auch deshalb schwer gefallen sein dürfte: 96 hat mit Thomas Schaaf den Mann beurlaubt, der am 4. Januar seinen Dienst als Wunschtrainer angetreten hatte und nach zehn Niederlagen in elf Spielen wieder gehen muss.

Daniel Stendel, sein Nachfolger für sechs Spiele, hat es leichter als Schaaf. Er muss nicht mehr den Klassenerhalt schaffen – das Thema hat sich bereits erledigt. Stendels Aufgabe ist es, die Mannschaft daran zu erinnern, dass sie den eigenen Fans und auch den anderen Clubs gegenüber die Verpflichtung hat, sich seriös aus der Bundesliga zu verabschieden. Schaaf haben sie das nicht mehr zugetraut. Es ist das traurige Ende eines großen Missverständnisses.

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Schaaf ist gescheitert, genau wie vor ihm Tayfun Korkut und Michael Frontzeck. Aber glaubt wirklich jemand, diese fahrlässig zusammengestellte und in der Winterpause nicht ausreichend verstärkte Mannschaft hätte ein anderer Trainer in der Liga gehalten? Der Abstieg von 96 hat lange vor der Verpflichtung von Schaaf begonnen.

Bereits sechs Begegnungen vor Saisonende muss sich in Hannover keiner mehr Gedanken machen, ob es für 96 doch noch irgendwie mit drei XXL-Wundern oder Zauberei zum Klassenerhalt reichen könnte. Niemand muss mehr darüber grübeln, ob kommenden Sonnabend zwischen Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim ein Remis das Beste ist oder doch ein Auswärtssieg. Und niemand muss mehr schauen, wie Werder Bremen gegen den FC Augsburg spielt. Die Ergebnisse der anderen Clubs in Not können 96 egal sein. Denn die „Roten“ machen in dem Abstiegskampf nicht mehr mit.

Dass gegen Mönchengladbach, Schalke und Hoffenheim noch drei Heimspiele anstehen, ist fast wie eine Drohung: Hilfe, noch dreimal einer Mannschaft zuschauen, die unvergessen bleiben wird, weil sie sich nicht einmal gewehrt hat gegen den Abstieg.

Wäre es möglich, sollte 96 bei der Deutschen Fußball-Liga beantragen, auf die letzten sechs Spiele zu verzichten. Der Schaden ist bereits jetzt riesengroß. Lässt sich die Mannschaft auch unter Stendel weiter so hängen, dann droht ein stolzer Club sich auf großer Bühne der Lächerlichkeit preiszugeben. Sollte die Mannschaft plötzlich wieder kämpfen, wäre das wünschenswert – und so merkwürdig das ist ein fast noch größeres Armutszeugnis als bisher.

Heiko Rehberg 06.04.2016
Heiko Rehberg 05.04.2016