Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Der Stürmer mit Lieferproblemen
Sportbuzzer Hannover 96 Der Stürmer mit Lieferproblemen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:30 28.04.2015
Von Christian Purbs
Wieder vorbei: Nach einer Flanke von Lars Stindl war das Hoffenheimer Tor leer, doch Joselu verpasste den Ball knapp und landete auf dem Boden. Quelle: Maike Lobback/Team zur Nieden
Anzeige
Hannover

Schon die beiden Auslaufrunden auf der Mehrkampfanlage vor dem Trainingsende Dienstagvormittag war Joselu alleine gelaufen. Und auch beim Weg in die Kabine hatte der Stürmer von Hannover 96 keine Gesellschaft. Gedankenverloren trottete der 25-Jährige in Richtung Arena, den Blick auf den Boden gerichtet, zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um mit den Kollegen ein bisschen zu scherzen. Seine Körpersprache zeigte, wie sehr er mit sich hadert, wie unzufrieden er ist. Und auch der Druck, der auf ihm lastet, ist spürbar. Nichts braucht seine Mannschaft im Abstiegskampf derzeit dringender als seine Tore - doch Joselu kann nicht liefern. Sein letztes Erfolgserlebnis hatte er Ende Februar beim 1:1 in Köln. Seitdem wartet er auf seinen neunten Saisontreffer, seitdem wird minutengenau mitgezählt, wie lange er schon torlos ist. Es sind 602 Minuten.

Stürmer hassen dieses Zahlenspiel mit der Erfolglosigkeit, weil sie sich über ihre Tore definieren, aber keine Erklärung dafür finden, warum der Ball statt ins Tor wieder nur an die Latte oder den Pfosten geht. Sie machen alles so wie immer, doch der Ball will einfach nicht über die Linie. So ergeht es zurzeit auch Joselu. Was auch immer der Angreifer beim Trainingsspiel probierte, mal schoss er aus vollem Lauf, mal volley, oder er versuchte es mit einem Heber: Ein Volltreffer war nicht dabei. Auch im vergangenen Bundesligaspiel beim 1:1 gegen Hoffenheim spielte Joselu, freundlich ausgedrückt, glücklos.

Anzeige
Bilder vom Training der "Roten" am Dienstag.

Nun ist der 96-Profi nicht der erste Stürmer, der so eine schlimme Zeit durchmacht, auch andere Torjäger vor ihm hatten schon die Seuche am Fuß. Besonders gefragt ist jetzt Michael Frontzeck. Der 96-Trainer muss versuchen, den 25-Jährigen in Gesprächen wieder aufzubauen und ihm Selbstvertrauen zu geben. Denn ohne die Tore von Joselu, das weiß auch Frontzeck, stehen die Chancen für die „Roten“ auf ein Happy End im Kampf um den Klassenerhalt noch schlechter als ohnehin schon. „Das wird schon, das geht im Fußball manchmal ganz schnell“, ist Frontzeck überzeugt, dass sein Torjäger seine eigene und damit möglichst auch die Negativserie der Mannschaft beendet.

Gegen Hoffenheim habe in einigen Szenen nur ein Quäntchen zum Erfolg gefehlt, sagte Frontzeck. Es gebe keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Seine Mannschaft habe vieles richtig gemacht. An Einsatz, Willen und Leidenschaft hat es nicht gefehlt. Wenn man den „Roten“ etwas vorwerfen konnte, dann die mangelnde Chancenverwertung. Dieses Manko abzustellen, so Frontzeck, sei besonders schwierig.

Vielleicht hilft im Fall Joselu ein Blick in die Statistik. Vier seiner insgesamt acht Saisontore erzielte der 25-Jährige zum Ende der Hinrunde. Gegen Wolfsburg, Bremen, Augsburg und Freiburg traf er jeweils einmal. Wiederholung gefällig? Aber gerne.

Mehr zum Thema

In den vergangenen Tagen hat Michael Frontzeck viele Einzelgespräche mit den 96-Profis geführt. Einem Spieler hat der neue Coach dabei ausdrücklich Mut gemacht: Joselu. Meistens war es der Stürmer Joselu, der in der Rückserie irgendwie das Tor nicht mehr fand bei den "Roten".

Jörg Grußendorf 22.04.2015
Hannover 96 Keine Strafe nach Hoffenheim-Spiel - DFB stellt Ermittlungen gegen Marcelo ein

Gute Nachrichten für die "Roten": Der Kontrollausschuss des DFB hat die Ermittlungen gegen Verteidiger Marcelo eingestellt. Der 96-Profi geht damit nach einer vermeintlichen Tätlichkeit im Spiel gegen Hoffenheim straffrei aus und steht dem Verein im Abstiegskampf zur Verfügung.

28.04.2015
Hannover 96 1:2-Heimniederlage gegen Hoffenheim - 96-Absturz geht auch unter Frontzeck weiter

Auch der neue Trainer Michael Frontzeck kann den Absturz von Hannover 96 vorerst nicht stoppen. In der ersten Partie von Frontzecks Fünf-Spiele-Mission verlor der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist am Samstag 1:2 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim. 

25.04.2015
Hannover 96 Keine Strafe nach Hoffenheim-Spiel - DFB stellt Ermittlungen gegen Marcelo ein
28.04.2015
Norbert Fettback 28.04.2015
Norbert Fettback 30.04.2015