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Hannover 96 Die 96-Flasche ist leer
Sportbuzzer Hannover 96 Die 96-Flasche ist leer
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18:54 15.04.2012
Von Jörg Grußendorf
Foto: Die Niederlage der „Roten“ war nicht zuletzt wegen der fehlenden Leistung schmerzhaft.
Die Niederlage der „Roten“ war nicht zuletzt wegen der fehlenden Leistung schmerzhaft. Quelle: zur Nieden
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Hamburg

Was kommt dabei heraus, wenn das zweitschlechteste Auswärtsteam bei der zweitschlechtesten Heimmannschaft der Bundesliga antritt? Genau, solch ein Fußballspiel wie in Hamburg. Exemplarisch war ein Einwurf etwa von 96-Kapitän Steve Cherundolo, der postwendend im Aus landete. Auch sonst: haarsträubende Fehler, viel Gestocher, ein geringer Unterhaltungswert. Und trotzdem herrschte dank der Fans beider Klubs eine erstklassige Stimmung. Am Ende glaubte man gar, der HSV habe durch das 1:0 gegen die Hannoveraner die deutsche Meisterschaft errungen, derart frenetisch wurde dieser Erfolg gefeiert. Verkehrte Welt.

Denn es war nur ein kleiner Schritt in Richtung Klassenerhalt für den Bundesliga-„Dino“. Und es zeigt, wie weit die Ansprüche bei den Hanseaten gesunken sind. Zumal die artigen wie zurückhaltenden 96er dabei kräftig mithalfen und dadurch verpassten, selbst einen großen Schritt zu machen.

Dabei wäre es gegen die diesmal ehrgeizigen, aber weiterhin völlig verunsicherten Hamburger so einfach gewesen, etwas zu holen und sich von der Konkurrenz um einen Europa-League-Platz abzusetzen. Doch 96 setzte einmal mehr sein unschönes Auswärtsgesicht auf - diesmal war es zumindest in der 1.Halbzeit noch um einiges hässlicher als in der Vergangenheit. Müde schleppten sich die Spieler über den Platz, ließen ihre sichtlich in ihren Möglichkeiten beschränkten Gegenspieler gewähren, dass deren Aktionen mitunter sogar gut aussahen. So ließ man Heung-Min Son beim Tor des Tages (12.Minute) einfach durch den Strafraum ziehen und schießen.

Nach der Pause und einigen taktischen Umstellungen -Raute trotz „Doppelsechs“, dazu ein zweiter Stürmer mit Artur Sobiech -wurde es ein wenig besser. Leider nur ein wenig. Der Wille war jetzt spürbar, doch das Umsetzen fiel schwer. Wie schon beim 0:3 in der Vorwoche beim FC Schalke 04 gelang es 96 nicht, auch nur eine Torchance zu erspielen. „Ich habe jedenfalls keine gesehen", sagte Trainer Mirko Slomka.

Dabei hatten die Hamburger nach etwa einer Stunde das große Zittern bekommen, sie hatten plötzlich Angst, das Erreichte noch zu verspielen. Doch 96 zeigte selten bis gar nicht, was es in der Vergangenheit so gefährlich gemacht hat. Deutlich zu sehen bei einer riesigen Kontermöglichkeit über Konstantin Rausch und Christian Pander - Letzterer verstolperte kläglich. Noch vor ein paar Wochen ...

Hannover 96 will in Hamburg unbedingt gewinnen, um sich auch im kommenden Jahr einen Platz in Europa zu sichern.

Dazu kam, dass der personelle Aderlass einfach zu groß war; Torjäger wie Mame Diuof oder Mohammend Abdellaoue und einen ballsicheren Spieler wie Lars Stindl kann 96 nicht auf einmal ersetzen, in dieser Saisonphase ohnehin nicht. Denn die „Roten“ konnten in der Imtech-Arena nicht verbergen: Das opulente Programm mit Bundesliga und Europa League fordert so langsam seinen Tribut. „Einigen unserer Spieler war der Kraftverschleiß deutlich anzumerken“, befand 96-Klubchef Martin Kind. Er nannte Manuel Schmiedebach, Christian Pander und Sergio Pinto; der 67-Jährige hätte aber auch noch einige andere aufzählen können. Sportdirektor Jörg Schmadtke meinte, den Spielern fehle nach den kraftraubenden Wochen die Frische im Kopf.

Recht haben beide. Aber: In drei Wochen ist die Saison vorbei, und das große Ziel Europa League ist weiterhin machbar. Dann wird es beim Saisonfinale am 5.Mai gegen den Absteiger 1.FC Kaiserslautern in Hannover noch viel, viel lauter und enthusiastischer als am Sonnabend in Hamburg.

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