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Hannover 96 Die Angst reist immer mit
Sportbuzzer Hannover 96 Die Angst reist immer mit
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21:26 15.08.2014
Von Jörg Grußendorf
„Die Mannschaft ist richtig gut zusammengewachsen“: So will 96-Sportdirektor Dirk Dufner das Team auch am Sonnabendnachmittag sehen.
„Die Mannschaft ist richtig gut zusammengewachsen“: So will 96-Sportdirektor Dirk Dufner das Team auch am Sonnabendnachmittag sehen. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Natürlich will keiner dazugehören, aber die Blamagegefahr ist eben sehr groß in der 1. Runde des DFB-Pokals. Die Trainer der Erstligisten bereiten ihre Mannschaften sehr gewissenhaft vor. „Wir wissen, was der Pokal bedeutet, gerade für unterklassige Gegner“, sagt Tayfun Korkut, Trainer von Hannover 96. „Wir nehmen das sehr ernst.“

Seine Mannschaft hat am heutigen Nachmittag (15.30 Uhr) eine verhältnismäßig einfache Aufgabe vor der Brust. Es geht zum Regionalligisten FC-Astoria Walldorf. Vor der Auslosung werden die wenigsten bei den „Roten“ etwas von den Kurpfälzern gewusst haben. Außer Lars Stindl natürlich. Der 96-Kapitän, der zwar angeschlagen ist, heute dennoch spielen sollte, ist nur wenige Kilometer von Walldorf entfernt in Speyer geboren. Aber sonst? Ach, ja, Trainer Korkut. „Ich kenne den Verein und die Region“, sagt der 40-Jährige, der jahrelang im nahen Hoffenheim bei der TSG 1899 als Nachwuchscoach gearbeitet hat.

Der FC-Astoria ist in diesem Jahr erst in die 4. Liga aufgestiegen und hat sich als badischer Verbandspokalsieger für die Hauptrunde qualifiziert. Prominente Spieler hat der Klub nicht zu bieten. „Der Star in Walldorf ist die Mannschaft“, sagt FC-Trainer Matthias Born, der viele Studenten, Schüler und Auszubildende in seinem Team hat. Von Training unter Profibedingungen sei man ganz weit entfern, erklärt der Coach weiter.

Der gestandene Erstligist 96 kann heute also nur verlieren. „Überraschungen im Pokal gibt es jedes Jahr. Wir wollen nicht davon betroffen sein“, sagt Trainer Korkut. Er hat die Walldorfer deshalb durch seinen Assistenten Xaver Zembrod beobachten lassen. „Wir wissen schon einiges“, sagt Korkut. „Aber: Wir sind gut vorbereitet, wir sind Favorit, und wir nehmen die Rolle an.“ Sein Nachsatz verdeutlicht, dass er keine Nachlässigkeiten seiner Spieler duldet. „Wir wollen die Sache überzeugend über die Bühne bringen“, sagt der Chefcoach. „Fertig. Mehr nicht.“

Der Regionalligist kann zwar für sich behaupten, dass er schon einige Wochen im Ligabetrieb ist, also Form und Rhythmus bereits gefunden hat. Auch wenn 96 dagegen noch in der Testphase steckt, sollte heute wenig anbrennen. Was allerdings gegen die „Roten“ spricht: Die größten Pokal-Peinlichkeiten der jüngeren Vereinsgeschichte leistete sich 96 gegen zwei Staffelgefährten des FC- Astoria aus der Regionalliga Südwest: 2009 bei Eintracht Trier und 2010 beim SV Elversberg. Doch an eine Blamage verschwendet 96-Sportdirektor Dirk Dufner nicht einmal einen Gedanken. „Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl“, sagt er, „die Mannschaft ist richtig gut zusammengewachsen.

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