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Hannover 96 Die „Roten“ halten Kontakt zu Tabellenspitze
Sportbuzzer Hannover 96 Die „Roten“ halten Kontakt zu Tabellenspitze
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16:01 26.09.2012
Von Norbert Fettback
Artur Sobiech (links) trifft zum 1:1.
Artur Sobiech (links) trifft zum 1:1. Quelle: z. N.
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Mainz

Man muss nicht alles bierernst nehmen so wenige Tage vor dem Höhepunkt der närrischen Zeit. Zumal in Mainz, einer der Hauptstädte des Karnevals.

Da kommt es schon vor, dass ein 30 Jahre alter Fußballprofi in einem Bundesligaspiel einen Schnuller aus der Hose zieht und sich diesen als Zeichen seiner Freude in den Mund steckt, nachdem er seine Mannschaft mit 1:0 in Führung geschossen hat. Mohamed Zidan, an dem sie in Mainz einen Narren gefressen haben, sorgte für diese Einlage – und mit seinem Tor in der 7. Minute für ordentlich Stimmung im neuen Stadion auf der grünen Wiese.

Doch was Zidan kann, kann Artur Sobiech auch: ein Tor schießen und sich ausgelassen darüber freuen. Denn es war das erste des Polen in der Bundesliga überhaupt, und der Treffer kurz vor Spiel­ende zum 1:1 bescherte Hannover 96 einen verdienten wie auch wichtigen Punktgewinn. Zu erkennen war das daran, dass sich ein halbes Dutzend jubelnder Spieler auf den am Boden liegenden Sobiech stürzte, sodass man um seine körperliche Unversehrtheit fürchten musste.

Kandidat für den ersehnten 6. Tabellenplatz

Keine Angst: In Mainz ist letztlich alles noch mal gutgegangen. Sobiech, der ohnehin lang genug verletzt gewesen ist, hat keine neuerlichen Blessuren davongetragen. Und seine Mannschaft setzt ihre kleine, aber feine Erfolgsserie fort. Seit acht Spielen sind die „Roten“ in der Liga jetzt unbesiegt und damit weiter ein ernsthafter Kandidat für den ersehnten 6. Tabellenplatz, der auch in der Spielzeit 2012/2013 zur Dienstreise quer durch Europa einlädt.

Der kleine Makel, signalisiert durch Zidans Schnulleraktion, sich nach drei Spielen erstmals wieder ein Gegentor eingefangen zu haben, tut da nicht viel zur Sache. „Wir können ja nicht die ganze Saison zu null spielen“, sagte Innenverteidiger Mario Eggimann. Die Mainzer hätten über 90 Minuten ja auch „richtig Druck gemacht“ und seien „schön griffig“ gewesen.

Doch 96 hielt in einem kurzweiligen und mit viel Leidenschaft geführten Spiel dagegen und ließ sich nicht zum Kasper machen. Der frühe Rückstand schien bei der Mannschaft von Mirko Slomka (der Trainer erlebte am Sonnabend sein 150. Bundesligaspiel) eine „Jetzt erst recht“-Reaktion zu bewirken. Auf einmal machten die sehr offensiv aufgestellten Hannoveraner, bei denen Manuel Schmiedebach zunächst draußen blieb, Alarm.

Mame Diouf, erstmals in der Startelf und dank seiner Schnelligkeit oft mittendrin im Geschehen, verfehlte nach einer Eingabe von Konstantin Rausch aus Nahdistanz (10.), dann übersah Mohammed Abdellaoue bei einer Flanke von Jan Schlaudraff den besser postierten Diouf (24.). Schlaudraff wiederum, der nach einer halben Stunde für Lars Stindl ins zentrale Mittelfeld rückte, fand bei einem 18-Meter-Schuss im Mainzer Torwart Christian Wetklo seinen Meister (36.).

Ausgleich kurz vor Schluss: Sobiech trifft in der 89. Minute zum 1:1 für die "Roten" - und rettet damit noch einen Punkt für Hannover 96. Der FSV Mainz war durch ein Tor von Zidan früh in Führung gegangen.

Andererseits machte speziell der omnipräsente Zidan, der auch als Ballverteiler und Spezialist für Standardsituationen gefiel, den 96ern das Leben immer wieder schwer. Und hätte der merklich formverbesserte Steve Cherundolo bei Niko Bungerts Schuss nicht per Kopf auf der Linie gerettet (47.), wer weiß, ob die Hannoveraner das auch noch weggesteckt hätten. So aber bekam der in der Schlussphase eingewechselte Sobiech noch seinen großen Auftritt als Retter der hannoverschen Serie und Mainzer Spaßverderber.

Diskutiert wurde hinterher aber nicht nur über den aus FSV-Sicht ärgerlichen Ausgleich oder den schlitzohrigen Rückkehrer namens Zidan, den sie in Mainz den „verrückten Ägypter“ nennen. Viel Kritik musste sich Schiedsrichter Felix Zwayer anhören, der – je nach Sichtweise – beiden Teams einen Strafstoß verwehrte. Mitte der 2. Halbzeit hatte Nikolce Noveski 96-Stürmer Diouf mit zu hohem Bein attackiert, und Sergio Pinto hatte Zidan mit einem Rempler zu Fall gebracht. Zwayer griff nicht ein, man darf das wohl als „ausgleichende Gerechtigkeit“ abtun. Irgendwie passte das auch zu diesem Spiel ohne Sieger.

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