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Hannover 96 „Wir sind jetzt mutiger“
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22:10 11.09.2014
Von Björn Franz
Da geht es lang: Tayfun Korkut ist mit Hannover 96 seit acht Pflichtspielen ohne Niederlage. Quelle: Zur Nieden
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Hannover

Allzu viel Gelegenheit, Glückwünsche entgegenzunehmen, hatte Mirko Slomka in den vergangenen Wochen nicht. Insofern dürfte Freitag, an dem der Trainer des Hamburger SV 47 Jahre alt wird, eine willkommene Abwechslung für ihn sein. Wobei eine große Feier angesichts der schwierigen beruflichen Situation wohl ausfallen dürfte. Schon vor dem dritten Saisonspiel in der Fußball-Bundesliga wird in der Hansestadt relativ offen über eine mögliche Entlassung des HSV-Coaches gesprochen. Und das ausgerechnet vor dem Gastspiel bei dessen ehemaligem Klub Hannover 96 am Sonntag (17.30 Uhr).

Während es für Slomka spätestens dann ungemütlich wird, wenn er sich mit leeren Händen auf die gut 150 Kilometer lange Rückreise machen sollte, sieht die Momentaufnahme bei den „Roten“ völlig anders aus: Mit vier Punkten aus den ersten beiden Bundesligaspielen hat 96 unter Tayfun Korkut einen sehr ordentlichen Start in die neue Saison hingelegt. Und vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft dabei mit Rückschlägen wie der Verletzung von Kapitän Lars Stindl oder dem zwischenzeitlichen Rückstand im Auftaktspiel gegen den FC Schalke 04 umging, beschert dem 96-Trainer derzeit einen gewissen Bonus bei den Fans und in den Medien, der ein ruhiges Arbeiten durchaus erleichtert. Etwas, wovon sein Vorgänger in Hamburg derzeit nur träumen kann.

Viele Gespräche vor einem wichtigen Spiel: Auch am Mittwoch trainierte Hannover 96.

Korkut hält sich – auf die Situation von Slomka beim HSV angesprochen – spürbar zurück. Sicherlich nicht zuletzt, weil die beiden Fußballlehrer allein schon durch ihren gemeinsamen Berater Harun Arslan einen guten Draht zueinander haben. „Klar ist, dass wir alle von Ergebnissen leben“, sagt der 96-Trainer. „Das gilt für Mirko genau wie für Pep Guardiola, Jürgen Klopp oder mich.“ Und genau in diesem Punkt hat der 40-Jährige eben einen enormen Vorteil: Unter ihm sind die Hannoveraner in acht Pflichtspielen ohne Niederlage – seit dem 0:3 im brisanten Derby bei Eintracht Braunschweig am
6. April dieses Jahres.

Wer angesichts dieser Bilanz vorschnell zu dem Schluss kommt, unter Korkut sei alles besser als unter Slomka, der gerät beim neuen 96-Coach an die falsche Adresse. „Die Mannschaft hat auch viele Ideen von Mirko umgesetzt, es gab eine klare Spielidee“, erklärt der ehemalige türkische Nationalspieler und verweist auf die beiden Europacup-Teilnahmen in der lange erfolgreichen Amtszeit seines Vorgängers. Jetzt gebe es eben einen neuen Trainer mit einer neuen Spielidee, die inzwischen auch schon ganz gut umgesetzt werde. „Es gibt aber kein Besser oder Schlechter. Es geht nur darum, ob die Mannschaft die Spielidee mitträgt“, sagt Korkut.

Dabei musste der neue Trainer gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Januar einen kleinen Rückschlag verkraften. Im Trainingslager in der Türkei begann er voller Elan damit, den Spielern seine auf Ballkontrolle ausgerichtete Philosophie mit flexiblem Offensivspiel und mitstürmenden Außenverteidigern nahezubringen. Doch in der Rückrunde der vergangenen Saison war davon noch nicht viel zu sehen. Das lag zum einen daran, dass Korkut – wie er jetzt offen zugibt – nicht die dafür nötigen Spieler im Kader hatte. Und zum anderen an der sehr kurzen Zeit bis zum Rückrundenstart. „Es war ja schon ein extremer Wechsel von einer Art zu spielen zu einer anderen“, sagt er.

Inzwischen werden die Unterschiede zur überfallartigen Kontertaktik, mit der 96 unter Slomka lange Zeit erfolgreich war, immer deutlicher. Korkut traut sich auch, öffentlich über die Veränderungen zu sprechen. „Wir sind jetzt mutiger, machen eher einen Schritt nach vorne als einen nach hinten“, sagt er – und erklärt zugleich, was bei dieser Spielweise der entscheidende Punkt ist, um Erfolg zu haben: „Jeder muss sich hundertprozentig auf seinen Mitspieler verlassen können.“

Die Mannschaft scheint diese Spielidee langsam zu verinnerlichen. Und einen der entscheidenden Schritte in dieser Entwicklung machte sie im vergangenen April nur eine Woche nach der blamablen Niederlage in Braunschweig. „Damals hat die Mannschaft gesagt: ,Heute marschieren wir‘“, verrät Korkut. „Und seitdem marschiert sie immer weiter.“ Gegner war damals übrigens niemand anders als der Hamburger SV, der mit der 1:2-Niederlage weiter in die Krise rutschte. Und der Trainer war das Geburtstagskind. Mirko Slomka.

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