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Hannover 96 Die Zentnerlast soll purzeln
Sportbuzzer Hannover 96 Die Zentnerlast soll purzeln
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00:16 10.04.2015
Von Jörg Grußendorf
„Alle wollen anpacken“: Die Lage ist prekär bei Hannover 96, dennoch ist die Laune gut. Im Training am Dienstag schulterte Leichtgewicht Leonardo Bittencourt seinen Teamkameraden Salif Sané.
„Alle wollen anpacken“: Die Lage ist prekär bei Hannover 96, dennoch ist die Laune gut. Im Training am Dienstag schulterte Leichtgewicht Leonardo Bittencourt seinen Teamkameraden Salif Sané. Quelle: Nigel Treblin
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Sieben Spieltage vor Saisonende ist die Luft nämlich sehr dünn geworden – für 96 im Existenzkampf und für Korkut im Kampf um seinen Job. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es hilft nur ein „Dreier“ gegen die Berliner. „Wenn wir drei Punkte holen, dann ist es völlig egal, wie die anderen Spiele laufen“, sagte der 96-Coach.

Zuletzt haben die drei Teams hinter den „Roten“, der Hamburger SV, der SC Paderborn und der VfB Stuttgart, bis auf wenige Ausnahmen immer für 96 gespielt, also in schöner Regelmäßigkeit verloren. Sich darauf auch weiterhin zu verlassen, das ist jedoch höchst fahrlässig. Beim Blick auf das Restprogramm der fünf am stärksten abstiegsgefährdeten Clubs – natürlich sind auch Hertha mit 32  Punkten, Mainz 05 mit 31 und der 1. FC Köln mit 30 längst nicht aus dem Schneider – fällt auf, dass noch alle einige sogenannte machbare Spiele haben, Partien gegen Teams auf Augenhöhe.

Volksnah, gut gelaunt und engagiert - die Akteure von Hannover 96 beim letzten öffentlichen Training vor dem Spiel gegen Hertha BSC

Darum will Korkut nur auf die Situation des eigenen Clubs blicken, nicht auf andere. Auch der Frage, wie viele Punkte man denn brauche, um nicht abzusteigen, weicht er aus. „Wir haben in der Rückrunde gerade einmal vier Punkte geholt“, sagte er, „soll ich jetzt anfangen hochzurechnen, wie viele wir noch holen müssen? Wir müssen uns auf uns konzentrieren.“ Er wähnt seine Mannschaft dabei auf dem richtigen Weg, macht das an den beiden jüngsten Auftritten gegen Borussia Dortmund (2:3) und Eintracht Frankfurt (2:2) fest.

Besonders das Spiel in Frankfurt habe ihm, aber auch seinem Team Auftrieb gegeben. „Über das 2:2 habe ich mich vielleicht zwei Sekunden gefreut. Es war ein Moment der Freude“, sagte Korkut, „dann setzte die Enttäuschung über die vergebenen zwei Punkte ein.“ Darum könne von Euphorie bei ihm überhaupt keine Rede sein: „Aber für eine bessere Stimmung bei mir hat der Auftritt schon gesorgt, auch wenn ich nicht mit guter Laune durch den Tag laufe.“

Der unbedingte Wille, nicht zu verlieren

Zwei Dinge seien gegen die Hessen positiv gewesen. Erstens sei das der unbedingte Wille seiner Mannschaft gewesen, dieses Spiel nicht verlieren zu wollen. Und zweitens „haben wir unser Ding 90 Minuten lang durchgezogen. Wir sind keine Sekunde von unserer Idee abgewichen, trotz des 0:2-Rückstandes, trotz der letzten erfolglosen Wochen und trotz unserer Tabellensituation“, sagte Korkut. „Ich habe gesehen, alle wolle anpacken, um die Klasse zu halten.“

Darum schließt er Teambuildingsmaßnahmen oder ein Kurztrainingslager wie vor einem Jahr in einer ähnlich vertrackten Situation nach dem 0:3 gegen Eintracht Braunschweig aus. „Das sehen wir nicht als notwendig an“, sagte Korkut. „So etwas muss Sinn machen und seinen Zweck erfüllen.“ Damals seien die Ergebnisse und auch die Ereignisse andere gewesen. „Nur die Punktsituation ist vergleichbar“, sagte der 41-Jährige.

Und die soll am Freitagabend endlich besser werden. „Wir können nicht taktieren“, sagte Korkut, „und wir wollen endlich diesen verflixten ,Dreier’.“ Es wäre der erste 2015 – und so wichtig.  

Wegen eines technischen Problems fanden sich die Leserkommentare zu dem Artikel nicht an der gewohnten Stelle. Das Problem sollte mittlerweile behoben sein. Wir bitten um Entschuldigung.

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