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Hannover 96 Dieter Hecking tritt zurück
Sportbuzzer Hannover 96 Dieter Hecking tritt zurück
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00:22 20.08.2009
Von Norbert Fettback
Seine Zeit ist abgelaufen: 96-Trainer Dieter Hecking tritt zurück. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Es war ein einziges Wort, und es war das letzte, das von ihm in der Öffentlichkeit am 96-Trainingsplatz zu hören war. „Frei“, sagte Dieter Hecking am späten Nachmittag auf die Frage, wo denn die anderen Spieler seien, die in den vorausgegangenen eineinhalb Stunden im Unterschied zum Vormittagstraining gefehlt hätten. Dann gab er einem Steppke noch rasch ein Autogramm – und keine dreieinhalb Stunden später war er schon kein Trainer der „Roten“ mehr. „Frei“ – dieses Wort gilt ab sofort auch für ihn – und das nicht nur für einen Trainingstag. Denn der 44-Jährige hat seinen Posten aufgegeben.

Auf dem abendlichen 96-Gipfeltreffen, bei dem eigentlich darüber diskutiert werden sollte, wie die sportlich verzwickte Situation bei den „Roten“ nach zwei Bundesligaspielen ohne Sieg und dem Pokal-Aus in Trier in den Griff zu kriegen sei, bot Hecking seinen Rücktritt an. „Völlig überraschend“, wie Klubchef Martin Kind sagte, der mit Sportdirektor Jörg Schmadtke und Hecking zur Dreierrunde zusammengekommen war und den Rückktritt annahm.

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Kind machte kein Hehl daraus, dass er die schwierige Situation mit Hecking durchstehen wollte. Die Entwicklung treffe ihn persönlich sehr, sagte Kind. „Ich habe Dieter Hecking als einen besonderen Menschen und Trainer kennen und schätzen gelernt.“ Man habe die Absicht gehabt, „nach einer schwierigen Saison jetzt gemeinsam einen erfolgreichen Neustart einzuleiten“. Das aber sei nicht gelungen. 
Die Gründe dafür sind vielschichtig; vor allem Hecking aber bekam die Kritik zu spüren. Und das bereits vor dem misslungenen Start ins achte Bundesligajahr der „Roten“ in Folge: Schon vergangene Saison mehrten sich die Stimmen in der Öffentlichkeit, die den Trainer für eine wenig attraktive Spielweise verantwortlich machten, die keinen Fortschritt erkennen lasse. Beim Punktspiel gegen Mainz 05 am vergangenen Sonnabend gab es erneut unüberhörbare „Hecking-raus!“-Rufe und Pfiffe für den Trainer. Der aber dachte da noch nicht daran, den Bettel hinzuwerfen. „Der Zeitpunkt wird nicht kommen, dass ich aufgebe“, sagte der 44-Jährige, der seinen Posten am 10. September 2006 als Nachfolger von Peter Neururer angetreten hatte und desen Vertrag bis Mitte 2010 galt, noch am Sonnabend.

Nach 101 Bundesligaspielen mit den „Roten“ ist dieses Kapitel seit Mittwochabend aber beendet – und die Suche nach einem neuen Chefcoach hat begonnen. „Wir suchen jetzt eine Lösung“, sagte Sportdirektor Schmadtke. Bis zum Punktspiel am Sonnabend in Nürnberg wird es die aber nicht geben, wie Klubchef Kind erklärte. Man wolle sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen und strebe eine seriöse Lösung an. Es gebe auch noch keine Liste mit Namen von Kandidaten, sagte der 96-Klubchef.

So machen zurzeit erst einmal die Namen der „üblichen Verdächtigen“ die Runde – sie reichen von Mirko Slomka über Friedhelm Funkel bis Klaus Augenthaler. Auch Otto Rehhagel, dessen Sohn Jens das 96-Nachwuchsleistungszentrum leitet, wird an der Gerüchtebörse gehandelt.

Jetzt aber geht es erst einmal darum, jemanden zu finden, der die Mannschaft auf das Spiel in Nürnberg vorbereitet.

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