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Hannover 96 Ein Ende mit Schrecken
Sportbuzzer Hannover 96 Ein Ende mit Schrecken
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12:41 05.12.2011
96-Fans haben Ärger mit Lüttichs Polizei.
Nach dem Spiel gegen Lüttich kam es zwischen 96-Fans und der Polizei zu Zusammenstößen. Diese reagierte mit Pfefferspray und Schlagstöcken. Quelle: Petrow
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Lüttich/Hannover

Zum Schluss gab es im Standard-Stadion „Sclessin“ doch noch ein Ende mit Schrecken. Den ganzen Tag über hatten sich die Hannoveraner in Lüttich als gesittete Gäste präsentiert. Doch um  Mitternacht randalierten rund zwei Dutzend Schlachtenbummler der „Roten“. Steine- und Flaschenwürfe gegen die Beamten, Rangeleien, Schlagstock und Tränengas oder Pfefferspray, blutende Wunden und blaue Flecken – und sogar einer der demonstrativ aufgefahrenen Wasserwerfer kam zum Einsatz. Die schlimmsten Befürchtungen der belgischen Polizei wurden so im „Sclessin“ doch noch auf unrühmliche Weise bestätigt.

Zum Schluss gab es im Standard-Stadion „Sclessin“ doch noch ein Ende mit Schrecken. Den ganzen Tag über hatten sich die Hannoveraner in Lüttich als gesittete Gäste präsentiert. Doch um  Mitternacht randalierten rund zwei Dutzend Schlachtenbummler der „Roten“.

Was war passiert? Nach dem Spiel musste das Gros der rund 1400 hannoverschen Gäste zurück zu einem eigens abgeteilten Parkplatz zu ihren Bussen. Einige Fans, die offenbar in den vom Fandachverband „Rote Kurve“ organisierten Gruppen unterwegs waren, wollten sich jedoch nicht hetzen lassen. Das Drängen der Polizei einerseits sowie die latent aggressive Stimmung weniger Hannoveraner, die eher Fans von Randale als von 96 sind, führte dann zur Eskalation. Nach Ansicht des anwesenden 96-Stadionchefs Thorsten Meier soll die Stimmung zusätzlich dadurch aufgeheizt worden sein, dass die Lütticher Ordner Besucher zunächst durch einen falschen Ausgang aus dem Block geleitet und sie dann wieder zurückgedrängt haben sollen. Schließlich standen rund 60 Polizisten in schwerer Schutzausrüstung vielleicht zwei Dutzend teils vermummten Krawallmachern sowie einigen nach Gewalt geifernden Mitläufern zwischen den geparkten Bussen gegenüber. 

Es flogen Steine und Flaschen, wie eine Teilnehmerin der „Gold“-Reise des First Reisebüros aufgewühlt berichtete. Daraufhin rückten die Beamten vor, um die Randalierer in die Busse zu drängen. Sie habe drei Männer mit blutenden Wunden gesehen, berichtet die junge Frau. „Es waren schockierende Szenen, wie ich sie bisher nur aus dem Fernsehen von Spielen von Eintracht Frankfurt oder Hertha BSC Berlin kannte.“ Schlimm fand sie, dass selbst im Bus der etwas vornehmeren „Gold“-Reisegruppe einige wenige der Randale applaudierten und aus Protest gegen die Polizei von innen gegen die Busfenster bollerten.

Schwaden von Pfefferspray oder Tränengas, so genau war das nicht zu sagen, trieben auch einige 96-Freunde aus der privat organisierten Tour des TSV Havelse in den Mannschaftsbus der Regionalligisten, vor dem sie auf ihre Abfahrt gewartet hatten. „Ich habe so etwas zum ersten Mal erlebt“, sagte der mitgereiste TSV-Manager Stefan Pralle. „Da fallen wenige Leute aus der Rolle und bringen einen ganzen Verein in Verruf“, meint er mit Blick auf die Krawallmacher. „Die sollten sich schon mal überlegen, wem sie da Eintrittskarten verkaufen“, sagte der Havelser.

Bisher schon als gewaltbereit polizeibekannte 96-Schlachtenbummler waren indes nicht dabei – das war auf der Busfahrt nach Belgien an der Grenze durch die Ausweiskontrollen sichergestellt worden. 96-Klubchef Martin Kind erwartet wegen Zündeleien im Gästeblock wieder eine happige Geldstrafe von der UEFA. Radikale Maßnahmen will er jedoch nicht gegen die Randalierer ergreifen, auch nicht gegen die „Feuerteufel“, deren vorübergehender Pyro-Verzicht nun offenbar beendet ist. „Was wir tun können, ist, in Gesprächen weitere Überzeugungsarbeit zu leisten.“ Treffen dazu mit der „Roten Kurve“ noch im Dezember sowie mit den Ultras im Januar sind bereits vereinbart.

Volker Wiedersheim und Christian Purbs

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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