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Hannover 96 Ein Punkt und als Zugabe den Schönheitspreis für Schlaudraff
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08:36 28.11.2011
Von Norbert Fettback
Jan Schlaudraff (links im Hintergrund) trifft den Ball perfekt – HSV-Torwart Jaroslav Drobny steht wie angewurzelt da, bis der Ball im Netz einschlägt. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Es ist nicht alltäglich, dass man nach so einem Spiel, das aufgrund der Vielzahl an vergebenen Torchancen auf beiden Seiten eher zum Haareraufen Anlass gibt, regelrecht ins Schwärmen gerät. Beim 1:1 im Nordderby der Fußball-Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger SV lieferte die 79. Minute einer kurzweiligen, wenn auch nicht gutklassigen Partie jene Szene, die das gewisse Extra hatte und nun möglicherweise auch noch in diesem und jenem sportlichen Jahresrückblick zu bestaunen sein wird: der selten schöne Volleyschuss von Jan Schlaudraff zum Ausgleich, bei dem Sergio Pinto mit einem Eckball so wunderbar vorgelegt hatte.

Gleich danach setzte das Wettschießen ums schönste Superlativ ein, bei dem Begriffe wie „toll“ (Klubchef Martin Kind) und „außergewöhnlich“ (Trainer Mirko Slomka) noch um einiges am Ziel vorbeigingen. Besser traf es da das Wort „Wahnsinn“, das Mannschaftskapitän Steve Cherundolo in dem Zusammenhang gebrauchte. Denn es gilt nicht nur für die technisch gekonnte Demonstration, mit der Schlaudraff den Ball aus gut 18 Metern Torentfernung halbhoch ins Netz drosch, sondern auch die Art und Weise, wie Hannover 96 den auf Siegkurs steuernden Hamburgern nach deren Führungstor durch Jeffrey Bruma (64.) noch den Wind aus den Segeln nahm und um schon fast sichere drei Punkte brachte.

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Dass dies ohne rechte Ankündigung geschah, was auch bei so manchem 96-Anhänger in der ausverkauften AWD-Arena für große Augen und noch größere Freude sorgte, passt zum Stil der „Roten“, denen in den Heimspielen immer wieder Flügel wachsen. Das galt auch dieses Mal: Man darf diese Mannschaft nicht abschreiben, solange das Spiel nicht zu Ende ist, irgendeinen überraschenden Trick scheint das Team von Mirko Slomka immer auf Lager zu haben. Auch dann, wenn es nicht so richtig rund läuft und sich Fehlpässe häufen.

Klubchef Kind, der sich nach der verdienten Niederlage in Wolfsburg noch selbst den Mund verboten hatte, plauderte diesmal erfreut über das soeben Gesehene. „Es ist die Stärke dieser Mannschaft, dass sie ihrer Linie treu bleibt und bis zum Schluss ihre Chance sucht“, sagte er. Um zugleich mit Blick auf den kommenden Mittwoch und das wichtige Europa-League-Spiel in Lüttich zu schlussfolgern: Gegen den Hamburger SV noch den Ausgleich geschafft zu haben, das sei wichtig für die Motivation. „Dieses Ergebnis wird uns helfen.“

Mit dem aus 96-Sicht letztlich verdienten Unentschieden steht auch nach acht Bundesligaspielen die Heimserie: im eigenen Stadion noch nicht verloren zu haben – das kann in dieser Saison außer 96 nur noch Borussia Mönchengladbach von sich sagen. Dabei sah es lange Zeit nach der ersten Heimniederlage aus. Die Hamburger, bei denen der quirlige Gökhan Töre kaum zu stellen war, machten von Anfang an viel Druck und hatten allein vor der Pause neun Tormöglichkeiten der Kategorie „mittelprächtig“. Nur beim Abschluss, sehr zum Glück für 96, haperte es.

Auf hannoverscher Seite schien sich schon Verzagtheit breitzumachen, nachdem Schlaudraff gleich zweimal (14. und 36.) sowie Mohammed Abdellaoue (17.) und Karim Haggui (20.) am starken HSV-Keeper Jaroslav Drobny gescheitert waren. Durchweg Torchancen der Marke „1A“, die da vergeben wurden – so etwas schlägt schon aufs Gemüt, wie bei Schlaudraff unschwer auszumachen war. Bis zum Ausgleich war der 28-Jährige abgetaucht, dann meldete er sich schlagartig aus der Versenkung zurück – und wurde nach dem Duett mit Pinto noch zum Glücksfall für die „Roten“.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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