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Hannover 96 Robert Enke bleibt unvergessen
Sportbuzzer Hannover 96 Robert Enke bleibt unvergessen
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12:48 10.11.2015
Von Heiko Rehberg
Robert Enke (1977-2009). Quelle: imago
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Hannover

Heute ist der 10. November. In Hannover ist das kein Tag wie jeder andere und wird es auch nie wieder sein. Heute vor sechs Jahren nahm sich Robert Enke, Kapitän von Hannover 96, Fußball-Nationaltorwart, ein großartiger Sportler und ein außergewöhnlicher Mensch, das Leben. Die Erinnerung an diese Tragödie, die Millionen Menschen in Deutschland berührt hat, in Hannover noch mehr als anderswo, entfaltet immer noch eine große emotionale Wucht, obwohl der Fußball schnell weitergerollt ist. Enke hätte es gar nicht anders gewollt.

Hannover 96 war für Robert Enke der Club, der ihm mehr bedeutete als der große FC Barcelona und jeder andere Verein in seiner wechselhaften Karriere.

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Der Gedanke, Enke würde noch bei und für 96 spielen, kommt mir immer mal wieder, auch wenn die „Roten“ das Glück haben, heute wieder einen erstklassigen Torwart zu haben.

Ein Stammplatz in der Elf der Herzen

Der Gedanke macht traurig, auch, weil eine Persönlichkeit wie Enke genau das ist, was der heutigen Mannschaft fehlt. Was jeder Mannschaft fehlen würde. Doch bereits die Vorstellung, wie gut Robert Enke 96 tun würde, enthält gleichzeitig etwas Versöhnliches, weil es zeigt: Niemand hat ihn vergessen. Robert Enke spielt nicht mehr für 96. Aber in der Elf der Herzen hat er weiter einen Stammplatz.

Am 10. November 2009 starb der 96-Torwart Robert Enke. Tausende Fans trauerten. Eine Erinnerung in Bildern.

Robert, wir denken an Dich“, steht auf einer kleinen schwarzen Tafel an Enkes Grab auf dem Empeder Waldfriedhof. „Unvergessen“. Dieses Wort steht auf kleinen Herzen aus Stein, die am Grab liegen. Es ist ein schönes Wort. Und keines passt besser zu ihm.

Robert Enke ist in den Erinnerungen unzähliger Menschen lebendig, dort wehrt er noch einmal im Nordderby gegen den Hamburger SV drei unhaltbare Bälle in zehn Sekunden ab, dort winkt er in die Fankurve, ein Fußballprofi, den viele auch deshalb bewundert haben, weil er nicht bereit war, das Menschliche im Konkurrenzkampf des oft gnadenlosen Profifußballs aufzugeben.

Was bleibt sind die Erinnerungen

Seine Witwe Teresa Enke hat heute noch einmal betont, dass der Fußball Robert, der an Depressionen litt, nicht krank gemacht hat. Eindrucksvoll, unermüdlich und mit viel Erfolg hat diese starke Frau in den vergangenen Jahren für einen offenen und natürlichen Umgang mit der tückischen Krankheit gekämpft, die jeden treffen kann.

Auf die Frage, was bleibt, hat Teresa Enke in einem berührenden Blog-Beitrag auf der Internetseite der Robert-Enke-Stiftung geschrieben: „Sehr viele Erinnerungen an den Menschen, weniger an den Fußball-Nationaltorwart bleiben.“ In einem Interview mit der „Neuen Presse“ sagte Teresa Enke: „Für Robert war das so: Mensch, Familienvater, Ehemann und irgendwann Fußballer.“

Wenn ich heute, sechs Jahre nach seinem Tod, an Robert Enke denke, dann habe ich vor allem ein Bild vor Augen; ein Bild, das unser vor kurzem verstorbener Fotograf Ulrich zur Nieden gemacht hat: Enke beim 96-Training während einer kleinen Pause, mit verschränkten Armen am Torpfosten lehnend, zwischen dem Rücken und dem Pfosten ein Ball. Und auf dem Gesicht ein Lächeln.

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