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Hannover 96 Seitenhieb vom „Tiger“
Sportbuzzer Hannover 96 Seitenhieb vom „Tiger“
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00:17 28.08.2015
Von Christian Purbs
Frust, aber keine Panik: Die Mannschaft von Hannover 96 hat noch 32 Spiele, um die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Foto: dpa
Frust, aber keine Panik: Die Mannschaft von Hannover 96 hat noch 32 Spiele, um die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Foto: dpa Quelle: RONNY HARTMANN
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Der schwache Start ruft auch die sogenannten Experten auf den Plan, die aus der Ferne mehr oder weniger seriös die Lage der „Roten“ in der Bundesliga beurteilen. Und es ist nicht das erste Mal, dass 96 bei den Fußball-Fachleuten schlecht wegkommt.

Bereits kurz vor Beginn der neuen Saison hatte Lothar Matthäus in der „Sport-Bild“ orakelt: „Für Hannover würde ein Abstieg überraschend kommen. Für mich nicht.“ Und nach dem Spiel gegen Leverkusen erklärte auch Sky-Experte Stefan Effenberg das Team von Michael Frontzeck zum Abstiegskandidaten. „Das wird eine schwierige Saison für die Mannschaft. Hannover 96 spielt gegen den Abstieg“, sagte der ehemalige Nationalspieler, der genau wie Matthäus früher bei Borussia Mönchengladbach mit 96-Coach Frontzeck zusammenspielte.

Man muss das als Analyse verkaufte Gerede der früheren Stars nicht allzu ernst nehmen. Beim Boulevard und auch bei Sky sind knackige Aussagen der Kommentatoren gewünscht. Ganz nach dem Motto: Es muss nicht immer stimmen, es muss auch mal koffern. Ärgerlich wird es nur, wenn einer wie Effenberg anfängt, dummes Zeug zu erzählen. Bei 96 sei ein großer Umbruch im Gange, sagte der „Tiger“ beim TV-Bezahlsender Sky. Mit Joselu, Lars Stindl und Leonardo Bittencourt habe die Mannschaft drei Kreative in der Offensive verloren. „Die Neuen zu integrieren, das braucht Zeit. Und hat 96 diese Zeit? Das ist die Frage“, sagte Effenberg. Haut einen nicht um, kann man aber so stehen lassen. Bis hierhin war „Effe“ noch auf Ballhöhe.

Seine nächsten grammatikalisch eigenwilligen Ausführungen hätte sich Effenberg allerdings sparen können - oder sich besser informieren müssen. „Wir wissen noch letztes Jahr mit der Fanwut, wo sich die Fans abgewandt haben aufgrund der Äußerung, man wolle einen einstelligen Tabellenplatz mit Blick nach vorne.“ Der Fanboykott in Hannover, der landesweit für Aufsehen sorgte, hatte mit vielen Dingen zu tun. Der von Effenberg angesprochene sportliche Misserfolg der Mannschaft, der zudem erst in der Rückrunde dramatisch wurde, spielte dabei jedoch überhaupt keine Rolle.

Bei 96 nehmen sie die Einschätzungen von Matthäus und Effenberg „gelassen zur Kenntnis“, sagte Clubchef Martin Kind. „Das ist ihre gefühlte Wahrnehmung, sie müssen mit plakativen Aussagen Futter bringen. Aber sie kennen die Mannschaft nicht, wissen nichts von den Herausforderungen und Umständen.“

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