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Hannover 96 Forderung nach zwei Stürmern wird lauter
Sportbuzzer Hannover 96 Forderung nach zwei Stürmern wird lauter
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21:03 10.02.2015
Von Heiko Rehberg
Joselu und Sobiech: Viele Fans fordern einen Einsatz gleich beider Stürmer. Quelle: Petrow
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Hannover

Unter anderen Umständen könnten sie beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 auf diese Zahl stolz sein: 21. Um genau zu sein: 21 Torschüsse. So viele haben die „Roten“ bei der 1:2-Niederlage am vergangenen Spieltag in Hamburg abgegeben. 21. Der ruhmreiche FC Bayern mit seinem überragenden Offensivpotenzial schaffte in Stuttgart 8 Torschüsse. Doch die Münchner gewannen mit 2:0, die Hannoveraner verloren mit 1:2 – und der einzige Treffer war kein Torschuss, sondern ein Kopfball von Artur Sobiech.

Der polnische Stürmer mit der Rückennummer 9 ist seit Juli 2011 bei den Hannoveraner.

Hannover 96 hat nach 20 Spieltagen nicht nur eine „Ergebniskrise“ (Clubchef Martin Kind). Die Mannschaft hat auch eine Torkrise. Lediglich 23 Saisontore hat sie erzielt, nur die vier letzten Vereine der Tabelle sowie der Hamburger SV und der 1. FC Köln haben weniger getroffen. Man könnte es auch so formulieren: 96 hat die Torbilanz eines Abstiegskandidaten – und nicht die Erfolgsquote einer Elf, die vor dem Rückrundenstart versuchen wollte, sich an die Europacupplätze heranzukämpfen.

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Das Heimspiel am Sonntag (Anstoß ist um 17.30 Uhr; Liverticker auf HAZ.de) gegen den SC Paderborn ist für die Stimmung im allmählich unruhig werdenden Umfeld des Vereins extrem wichtig. Was aber kann Trainer Tayfun Korkut tun, damit aus vielen Torschüssen mehr Tore werden?

Die besten Bilder vom Training der "Roten" am Dienstag.

Nimm 2 lautet der naheliegende Ratschlag gegen einen Gegner wie Paderborn, erst recht in einem Heimspiel. Nimm 2 bedeutet: Korkut sollte es mit zwei Stürmern versuchen. In den Fan-Internetforen wird das Thema leidenschaftlich diskutiert. „Hallo Trainer, mit zwei Stürmern verwertet man die Torchancen eher und ist nicht auf Zufallschancen und Querschläger angewiesen“, schreibt zum Beispiel der Lehrter Harald Berwing und fordert, den „in Hannover unverstandenen Sobiech“ mal fünf Spiele durchspielen zu lassen, dann würde Korkut schon sehen, wie wertvoll der Pole sei. Auch bei anderen Fans steht Sobiech hoch im Kurs, verbunden mit der Umkehr zu einem Spielsystem mit zwei Stürmern.

Nun kann kein Trainer der Welt vorher eine Umfrage bei den Anhängern machen, wie denn sein System aussehen und wen er aufstellen soll. Jeder Trainer hat eine bevorzugte Spielidee, die von Korkut basiert vornehmlich auf viel Ballbesitz – und auf einem Stürmer.

Umgekehrt zeichnet sich ein guter Trainer – und das ist Korkut zweifellos – durch hohe Flexibilität aus. Also warum nicht gegen Paderborn mit zwei Stürmern angreifen und gegen Gegner wie die Bayern zuhause zu der Ein-Stürmer-Variante zurückkehren? Und braucht 96 gegen Paderborn wirklich zwei defensive Mittelfeldspieler und lässt sich die Defensivarbeit nicht auf alle Mittelfeldspieler aufteilen? Sobiech hat mit seinem Treffer in Hamburg für einen Platz an der Seite von Joselu geworben.

Er stand in Diensten von Real Madrid, kickte mit Christiano Ronaldo und bestritt Zweikämpfe gegen David Beckham. Seit 2014 spielt Joselu nun für Hannover 96.

Dass 96 mit João Pereira einen guten Flankengeber dazu gewonnen hat, dürfte für einen Strafraumwühler wie Sobiech von Vorteil sein. Er ist keiner, der sich Chancen selbst herausspielt und mehr als Joselu auf Zuarbeiter angewiesen.

Sobiech selbst würde niemals fordern, dass er eine Chance von Anfang an bekommen muss. Das ist nicht das Naturell des 24-Jährigen. Er sagt: „Ich mache Druck.“ Entscheiden müsse der Trainer. Im Strafraum ist Sobiech nicht so brav.

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