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Hannover 96 Die Ruhe in Person
Sportbuzzer Hannover 96 Die Ruhe in Person
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06:50 27.04.2015
Von Norbert Fettback
Gerade mal vier Tage hatte Michael Frontzeck vor dem Hoffenheim-Spiel Gelegenheit, mit der Mannschaft zu trainieren.
Gerade mal vier Tage hatte Michael Frontzeck vor dem Hoffenheim-Spiel Gelegenheit, mit der Mannschaft zu trainieren. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Es war nicht der Moment für ein Gruppenbild der guten Laune. Seit wenigen Minuten stand fest, dass der Einstand von Michael Frontzeck ohne das erhoffte Resultat geblieben war. Keine Punkte für 96, enttäuschte Gesichter bei denen, die angetreten waren, es endlich besser hinzubekommen. Und die dann auf dem Rasen des hannoverschen Stadions einen Kreis bildeten, die Arme auf die Schulter des Nebenmannes gelegt, den Kopf nach vorne gebeugt und den anderen zugewandt. Auch das ergibt eine fotogene Botschaft: Seht her, wir stehen zusammen, auch wenn es jetzt knüppeldick kommt.

Was er seinen Spielern in der großen Runde denn gesagt habe, wurde Frontzeck nach Spielschluss gefragt. Die Antwort fiel knapp und schnörkellos aus. „Es gibt keinen Grund, nach dieser Leistung den Kopf zu senken“, sagte der 51-Jährige.

So ein Satz passt zu ihm und zu der Art und Weise, wie er seine schwierige Aufgabe in Hannover angegangen ist. Gerade mal vier Tage hatte Frontzeck vor dem Hoffenheim-Spiel Gelegenheit, mit der Mannschaft zu trainieren. Von Kennenlernen kann man da nicht unbedingt sprechen. Dass ihm Steven Cherundolo mit reichem 96-Erfahrungsschatz und häufig einem freundlichen Lächeln im Gesicht als Ko-Trainer zur Seite steht, erweist sich dabei als Vorteil. Denn es gilt ja nicht, eine Mannschaft in vier Wochen körperlich fit bekommen zu müssen, sondern in erster Linie etwas fürs verloren gegangene Seelenheil zu tun.

Frontzeck ist kein bärbeißiger Typ, der nach links und rechts austeilt, wenn es nicht läuft. Oder wenn man offensichtlich benachteiligt wird wie am Sonnabend: Das ärgerliche Abseitstor in der 1. Spielminute nahm er mit erstaunlicher Fassung hin. Er sei nicht darauf erpicht, „Leute ans Kreuz zu nageln, wenn sie auf dem Feld einen Fehler machen“, sagte er. Gemeint waren offenkundig Schiedsrichter Günter Perl und dessen Assistent Thomas Stein, der kein Auge für die Regelwidrigkeit hatte, die dem Hoffenheimer 1:0 vorausging.

Bei Spielern und 96-Verantwortlichen kommt Frontzeck an. Edgar Prib etwa hat unter dem Coach einen „Neustart“ ausgemacht, zu dem die Überzeugung gehört, „dass wir in der Liga bleiben“. Clubchef Martin Kind ist nicht verborgen geblieben, dass Frontzeck „Ruhe und Optimismus ausstrahlt“. Gerade von Letzterem kann 96 im Frühjahr 2015 nicht genug haben.

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