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Hannover 96 Es wird langsam eng
Sportbuzzer Hannover 96 Es wird langsam eng
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00:25 12.11.2015
Von Heiko Rehberg
„Vielleicht komme ich nicht mehr in den Genuss ...“: 96-Trainer Michael Frontzeck ist erneut in die Kritik geraten - nicht nur bei den Fans. Foto: dpa Quelle: Peter Steffen/dpa
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Hannover

Wenn es nach den Verantwortlichen von Hannover 96 geht, könnte es langsam mal Weihnachten werden. Denn das würde bedeuten, dass die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga überstanden wäre. Und dass die Mannschaft, die zwölf Spieltage lang kaum einmal Erstligaformat bewiesen hat, endlich verstärkt werden könnte mit mindestens drei Neuzugängen.

Und bis dahin? Die restlichen fünf Partien gegen Borussia Mönchengladbach, FC Ingolstadt, Schalke 04, 1899 Hoffenheim und Bayern München in den Januar zu verlegen wird nicht klappen. Also wird 96 bis dahin irgendwie versuchen müssen, das mit bislang elf Zählern spärlich gefüllte Punktekonto aufzustocken - sonst werden die „Roten“ in der Winterpause Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic zusammen verpflichten müssen, um in der 1. Liga zu bleiben.

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Vom ursprünglichen Ziel, eine „stabile Saison in sicheren Tabellenregionen“ hinzulegen, wie es Trainer Michael Frontzeck im Sommer formuliert hat, haben sich die Verantwortlichen längst verabschiedet. Stabil ist im 96-Team nichts, und sicher ist in Hannover spätestens nach der erschreckenden Vorstellung beim 1:3 gegen Hertha BSC nur, dass es so nicht weitergehen kann. Auch Frontzeck, der - Kontrast zum Sommer - seit Wochen darauf hinweist, „dass es wirklich sehr schwer wird in dieser Saison“, hat die Erwartungen noch ein bisschen nach unten geschraubt: „Ziel ist es, bis Weihnachten um den Strich herum zu stehen, am besten darüber.“ Wo in der Tabelle er diesen Strich zieht, hat er nicht verraten. Die wichtigste Linie trennt den Relegationsplatz 16 vom 15. Rang, den 96 derzeit belegt. Sie wird vor allem nach dem 17. Spieltag von großer psychologischer Bedeutung sein, denn natürlich ist es ein Unterschied, ob man von einem Abstiegsplatz in die Rückrunde startet oder noch vom sicheren Ufer.

Mehr denn je drängt sich die Frage auf, ob Frontzeck Weihnachten überhaupt noch Trainer sein wird. Clubchef Martin Kind hat ihm Montag in der „Bild“-Zeitung zwar das Vertrauen ausgesprochen und gesagt, dass man vorhabe, „gemeinsam die Ziele zu erreichen“. Kind ermöglicht es damit Martin Bader, dem neuen Geschäftsführer Sport, sich nicht öffentlich auf etwas festlegen zu müssen, das er eventuell bald korrigieren muss. Denn nicht nur bei den Fans steht der Trainer in der Kritik, auch im Aufsichtsrat gibt es mittlerweile Stimmen, die seine Ablösung fordern.

Die „Neue Presse“ sprach Montag bereits von der „Trainer-Dämmerung“ und fragte: „Wie viele Chancen bekommt er noch?“ Frontzeck selbst hat mit Blick auf die beschlossenen Wintereinkäufe, über die er diese Woche mit Bader und dem Sportlichen Leiter Christian Möckel beraten will, gesagt: „Vielleicht komme ich nicht mehr in den Genuss ...“. So redet ein Trainer, der weiß, dass es für ihn langsam eng wird.

Wenn es stimmt, was in der Geschäftsstelle gemunkelt wird, dann hat Frontzeck beim nächsten Spiel in Mönchengladbach auch bei einer Niederlage nichts zu befürchten. Eine weitere Heimpleite danach am 28. November gegen Ingolstadt wäre dann aber wohl eine zu viel.

Hoffen auf Hoffenheim

Ein paar Punkte sollten bis zur Winterpause noch auf dem Konto von Hannover 96 landen, damit der Weg zum Klassenerhalt in der Rückrunde nicht allzu steinig wird. Doch die letzten fünf Gegner der „Roten“ in diesem Jahr gehören in die Kategorie „sehr unangenehm“. Immerhin: 96 muss noch dreimal auswärts ran, und da sieht die Bilanz mit zwei Siegen und zwei Unentschieden nicht allzu schlecht aus.

Bor. Mönchengladbach – 96
 (Sbd., 21.11., 15.30 Uhr)

Die Borussia hat nach ihrem kapitalen Fehlstart gezeigt, dass sie zu den besten und spielstärksten Teams der Liga gehört. Will 96 hier punkten, muss es den Gladbachern den Spaß am Spiel nehmen und gut verteidigen. Wie das geht, hat zuletzt der FC Ingolstadt beim 0:0 im Borussia-Park gezeigt. Tipp: Die Borussen sind eine Nummer zu groß für 96.

96 – FC Ingolstadt
 (Sbd., 28.11., 15.30 Uhr)

Der Aufsteiger ist eine harte Nuss, die bislang nur der VfB Stuttgart im eigenen Stadion geknackt hat. Bereits zwölf Punkte hat der FC Ingolstadt auswärts geholt, die Mannschaft beeindruckt durch enorme Laufbereitschaft, Disziplin und Einsatzwillen. Tipp: Mit viel Geduld und etwas Glück ist ein Sieg gegen den spielerisch limitierten Aufsteiger drin.

FC Schalke 04 – 96 
(Freitag, 4.12., 20.30 Uhr)

Gastspiele der „Roten“ bei den „Königsblauen“ waren in den vergangenen Jahren immer eine knappe, wenngleich auch erfolglose Angelegenheit für 96. Gut dosierter Mut und ganz viel Einsatz sind das richtige Rezept, um das Team von Trainer Andre Breitenreiter vor Probleme zu stellen. Tipp: Ein Remis „Auf Schalke“ ist möglich.

1899 Hoffenheim – 96
(Sbd., 12.12., 15.30 Uhr)

Die bislang zu Hause noch sieglose TSG hat mit dem neuen Trainer Huub Stevens zwar an Stabilität gewonnen, wirkt aber immer noch sehr verunsichert. 
 Tipp: Bis Weihnachten die beste Siegchance für 96.

96 – FC Bayern München
(Sbd., 19.12., 15.30 Uhr)

Im letzten Heimspiel kurz vor Weihnachten wird es vom FC Bayern keine Geschenke geben. Tipp: Das Ziel für 96 kann nur sein, sich gegen die Münchner Stars so gut es geht aus der Affäre zu ziehen.

pur

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