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Hannover 96 Geschafft: Hannover 96 kann Europa!
Sportbuzzer Hannover 96 Geschafft: Hannover 96 kann Europa!
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13:28 26.08.2011
Durch ein 1:1 (1:1) im Playoff-Rückspiel beim FC Sevilla machten die "Roten" den größten internationalen Erfolg in der Clubgeschichte perfekt.
Durch ein 1:1 (1:1) im Playoff-Rückspiel beim FC Sevilla machten die "Roten" den größten internationalen Erfolg in der Clubgeschichte perfekt. Quelle: dpa
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Sevilla/Hannover

Vorsicht mit Kriegsvokabeln bei Berichten über Fußballspiele. Aber wie sonst soll dieses so wichtige Spiel für Hannover 96 in Sevilla beschrieben werden, wenn nicht als Schlacht. Als Abwehrschlacht. Und zwar als eine großartige. Nun, die „Roten“ haben Donnerstagabend keinen Krieg gewonnen. Nicht mal einen Sieg errungen. Aber sie haben das Ticket für die Europa League gewonnen. 1:1 hieß es in Sevilla nach 90 Minuten nach Toren von Mohammed Abdellaoue (23. Minute) und Emanuel Pogatetz (37.), der ins eigene Netz traf. In der Addition mit dem 2:1-Sieg aus dem Hinspiel vor einer Woche heißt das aus 96-Sicht: Europa – wir kommen!

Lange hatte es danach nicht ausgesehen. Denn die Spanier machten sofort klar, worum es ihnen ging. Nicht abzuwarten, sondern von Beginn an 96 ein druckvolles Offensivspiel aufzuzwingen, war die klare taktische Marschroute. Der FC Sevilla hat die Leute dazu. Den bulligen Stürmer Frederic Kanouté etwa, der früh seine Chancen bekam. Ein Kopfball knapp über die Latte (5.) und ein Schuss aus der Distanz (6.) waren die ersten Beweise seiner Gefährlichkeit. Dann war Alvaro Negredo an der Reihe. Erst dribbelte er sich elegant an der Grundlinie druch, dann setze er einen Schuss an den Pfosten.

Und 96? Dagegenhalten, mit viel Einsatz und Griffigkeit in den Zweikämpfen. Schiedsrichter Serge Gumienny hatte viel zu pfeifen. Aber noch mehr das berüchtigte Publikum im Stadion Ramon Sanchez Pizjuan. Jeder Zweikampf, nach dem ein Spanier am Boden lag, und da lagen sie wirklich sehr oft, löste ein Spektakel der Entrüstung auf den Rängen im mit rund 42.000 Zuschauern nicht ausverkauften Rund aus (rund 3200 Fans aus Hannover waren darunter). Ganz egal, ob es nun ein Foul war oder nicht.

Und wenn mal ein 96-Spieler unsanft auf dem Rasen landete? Wieder ein Pfeifkonzert, weil Schauspielerei vermutet wurde. So war es auch, als Sergio Pinto sich bei einem Zweikampf mit Jesus Navas liegen blieb und per Handzeichen den Betreuern auf der 96-Bank eine Blessur signalisierte. Vielleicht lag es am Lärm, dass das nicht einmal alle 96er mitbekamen und den Angriff weiterspielten. Konstantin Rausch flankte, und am ersten Pfosten lenkte Abdellaoue den Ball ins lange Eck.

Zeigte Sevilla da Wirkung? Nein, die Angriffe rollten wie zuvor gegen das Tor der 96er, wo Torwart Ron-Robert Zieler allerdings viel Sicherheit ausstrahlte. Erst parierte er einen Schuss von Negredo, dann einen von Kanouté, der plötzlich ganz allein vor dem Tor stand, sich die Ecke hätte aussuchen können, aber doch Zieler anschoss.

Das Tor, das Sevilla nicht gelingen wollte, fiel dann aber doch – durch Pogatetz. Perotti hatte sich gegen Verteidiger Steve Cherundolo durchgesetzt und geflankt. Nicht scharf, nicht gefährlich, doch der Österreicher ließ den Ball etwas ungelenk an sein Bein springen, von wo er ins Tor prallte (37.). Die 2. Halbzeit brachte die Fortsetzung der Angriffsserie Sevillas. Perotti bei einem Freistoß (49.), Kanouté mit einem „Hand Gottes“-Versuch und Negredo mit einem wuchtigen Kopfball verfehlten knapp oder fanden in Zieler ihren Meister. Befreien konnten sich die „Roten“ in der Phase nur selten. Es gab eine Phase, da konnte man die Zeit in Gelben Karten zählen. Fast ein Dutzend waren es zum Schluss – und eine Rote für Gary Medel in der 90. Minute. Aber das ging dann schon im Jubel unter. Denn die selbst die Lautesten in Sevilla wurden von den 3200 Hannoveranern im Stadion übertönt.

Volker Wiedersheim

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