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Hannover 96 Gladbach hat im Stindl-Poker die Nase vorn
Sportbuzzer Hannover 96 Gladbach hat im Stindl-Poker die Nase vorn
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19:52 09.03.2015
Von Heiko Rehberg
Bei welchem Verein Stindl seine Zukunft sieht, lässt er offen – Borussia Mönchengladbach buhlt offensiv um ihn.
Bei welchem Verein Stindl seine Zukunft sieht, lässt er offen – Borussia Mönchengladbach buhlt offensiv um ihn. Quelle: Treblin
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Hannover

Die 1:3-Niederlage des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gegen Bayern München verfolgte Lars Stindl am vergangenen Sonnabend von der Tribüne aus. Auch am Sonntag wird Stindl wegen seiner Gelb-Rot-Sperre erneut einen Tribünenplatz haben und beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach möglicherweise noch genauer hinschauen: Denn der Borussia-Park könnte vom 1. Juli an sein neuer Arbeitsplatz werden.

Hannover 96 muss gegen den FC Bayern München erwartungsgemäß eine Niederlage einstecken. Beim 3:1-Sieg des Rekordmeisters in der ausverkauften HDI-Arena beweisen die „Roten“ allerdings Kampfgeist und Moral.

Nach Informationen von HAZ und dem Fachmagazin „kicker“ besitzt Borussia Mönchengladbach derzeit die besten Aussichten, einen der begehrtesten Bundesligaspieler zu verpflichten. Stindl hat bei Hannover 96 zwar noch einen Vertrag bis 2016, kann die „Roten“ aber nach der laufenden Saison für eine Ablösesumme von 3 Millionen Euro verlassen. Bei 96 steht die Vertragsverlängerung mit dem 26-Jährigen auf der Prioritätenliste ganz oben, doch der Verein hat im Poker um Stindl offensichtlich nicht die besten Karten.

Bilder einer Karriere: Lars Stindl war nicht immer bei Hannover 96. Doch bei den „Roten“ kämpfte er sich in die Position des Kapitäns. Bilder seiner Karriere.

Der „kicker“ spricht von einem „Fünfkampf“ um Stindl und zählt neben 96 und Mönchengladbach auch Schalke 04, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund als ernsthafte Interessenten auf. Die 3 Millionen Euro Ablösesumme für Stindl bezahlen die 96-Konkurrenten allesamt aus der Portokasse.

Bei den Dortmundern dürfte alles von Ilkay Gündogan abhängen. Der BVB möchte dessen ebenfalls bis 2016 laufenden Vertrag unbedingt verlängern – oder ihn nach dieser Saison verkaufen, um nicht auf eine Ablösesumme im Bereich von 20 Millionen Euro verzichten zu müssen. Für den zweiten Fall soll Stindl in Dortmund ein heißer Nachfolgekandidat sein.
Schalke würde gern Kevin-Prince Boateng loswerden, Stindl könnte dessen Rolle deutlich laufstärker und torgefährlicher ausfüllen. Auch in Leverkusens spielstarkes Mittelfeld würde der 96-Profi gut reinpassen.

Die besten Karten scheint allerdings tatsächlich die Borussia vom Niederrhein zu haben. Der fünffache deutsche Meister besitzt als derzeitiger Tabellendritter beste Chancen auf eine Qualifikation für die Champions League – ein gewichtiges Argument beim Abwägen zwischen Hannover und Mönchengladbach.

Denn eine internationale Perspektive wird 96 ihm in der nächsten Saison nicht bieten können. Zudem hat Borussia in den vergangenen Jahren wieder eine große Strahlkraft bekommen, „die Entwicklung des Vereins ist großartig“, sagt zum Beispiel der frühere Trainer Jupp Heynckes. Und mittlerweile steht Mönchengladbach auch wirtschaftlich wieder glänzend dar mit Rekordumsatz und einem zweistelligen Millionengewinn im vergangenen Jahr. Kurz: Die Borussen können sich das Stindl-Gesamtpaket leisten, zu dem ein Jahresgehalt von sicherlich nicht unter 2 Millionen Euro gehören wird.

Stindl selbst schweigt zu den Gerüchten. Und Hannover 96 will zumindest vorbereitet sein für den Fall der Fälle und schaut sich um nach einer neuen Nummer 10. Fabian Frei vom FC Basel und der beim VfL Wolfsburg unglückliche Aaron Hunt sind zwei Kandidaten.

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