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Hannover 96 Kind will an Tayfun Korkut festhalten
Sportbuzzer Hannover 96 Kind will an Tayfun Korkut festhalten
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17:03 07.04.2014
Foto: Nicht glücklich: 96-Boss Martin Kind (re.) auf der Tribüne in Braunschweig.
Nicht glücklich: 96-Boss Martin Kind (re.) auf der Tribüne in Braunschweig. Quelle: dpa
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Hannover

Hannover 96 will an Trainer Tayfun Korkut festhalten. Der 40 Jahre alte Coach soll laut Clubchef Martin Kind am nächsten Samstag im Heimspiel gegen den Nord-Rivalen Hamburger SV auf der Bank sitzen. Das erklärte Kind am Montag dem TV-Sender Sky. Am Vortag hatten die Niedersachsen das Nachbarschafts-Derby beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig mit 0:3 verloren. Damit trennen Hannover nur noch zwei Punkte von den Abstiegsrängen. Nach der Partie hatten am Sonntagabend rund 1000 Anhänger vor dem Stadion in Hannover randaliert und die Entlassung von Kind und Manager Dirk Dufner gefordert.

Mehrere Stunden nach dem 3:0 für Braunschweig entlud sich der Zorn und Frust der 96-Fans vor dem eigenen Stadion in Hannover. Mehrere hundert Anhänger forderten am Sonntagabend den Rücktritt von Clubchef Martin Kind und Manager Dirk Dufner. Dabei wurden Flaschen auf Polizisten geworfen und Böller gezündet. Zwei Fans nahm die Polizei in Hannover fest. Sie hatten Glasflaschen auf Beamte geworfen. Verletzt wurde jedoch keiner der Polizisten. Ein Hannover-96-Fan musste jedoch behandelt werden, nachdem ihn ein Polizeihund gebissen hatte. Abgesehen von ihm wurde nach Informationen der Einsatzleitung niemand verletzt.

Polizei: "Unser Konzept ist aufgegangen“

Die Polizei, die tagsüber relativ wenig zu tun hatte, war mit mehr als 40 Fahrzeugen zur Stelle. 96-Trainer Tayfun Korkut und mehrere Profis versuchten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. Korkut kletterte auf einen Zaun und sprach per Megafon mit den Anhängern. Erst nach mehr als einer Stunde kehrte Ruhe ein, und die Versammlung löste sich auf. „Durch konsequentes Einschreiten haben wir größere Auseinandersetzungen verhindert“, sagte Einsatzleiter Olaf Gösmann von der Polizei in Hannover.

Zuvor waren 2000 gefrustete Hannoveraner aus dem Eintracht-Stadion mit Bussen wieder nach Hause gefahren. „Es ist nichts passiert, wir sind sehr zufrieden. Es ist alles prima gelaufen, unser Konzept ist aufgegangen“, bilanzierte Joachim Grande, Sprecher der Polizei Braunschweig, das brisante Derby aus Sicht der Gastgeber.

Etwa 1000 Fans demonstrieren mit einem Marsch für die „Grundrechte von Fußballfans“, 96-Anhänger werden mit Bussen eskotiert und am Abend schlägt Enttäuschung in Wut um. Die Ereignisse des Derby-Tages in Bildern.

Insgesamt 3300 Polizisten waren eingesetzt, um Ausschreitungen zu verhindern. Zudem waren etliche Straßen rund um das Stadion gesperrt und Absperrgitter aufgebaut. Es war das erste Bundesliga-Duell der Erzrivalen im Eintracht-Stadion seit 39 Jahren.
Die Gäste-Fans wurden mit rund 50 Bussen von Hannover nach Braunschweig gebracht, nur in den Fahrzeugen waren die Tickets erhältlich. Gegen dieses Verfahren, auf das sich die Vereine, die Polizei und das Innenministerium verständigt hatten, hatten einige Dauerkarteninhaber geklagt. Sie wollten individuell zum Nachbarschafts-Duell anreisen.

Deshalb hatten in der Innenstadt von Hannover gegen Mittag etwa 1000 Fußballfans für die Reisefreiheit demonstriert. Rund 700 von ihnen, darunter auch etliche Ultras, fuhren mit dem Zug nach Braunschweig und versammelten sich zu einer Kundgebung am Bahnhof. Doch zum Anpfiff des Derbys reisten sie wieder zurück. In der hannoverschen Innenstadt gab es danach kleinere Auseinandersetzungen, die später zu den Protesten vor dem Stadion anwuchsen.

In und um das Eintracht-Stadion blieb es vor, während und nach dem Spiel ruhig. Die Braunschweiger Fans hatten im Stadion Rauchbomben gezündet und Pyrotechnik abgebrannt. Größere Zwischenfälle gab es aber nicht.

Alles ruhig beim Montagstraining

Es wirkt, als hätten sich am Sonntag die Emotionen einmal ordentlich entladen und nun herrscht friedliche Ruhe am und im Stadion. Beim Montagstraining in der HDI-Arena geht es sehr ruhig zu. Etwa 50 Fans beobachten das öffentliche Training von der Nordtribüne. Auf dem Platz sind die Ersatzspieler. Alle anderen trainieren drinnen oder radeln.

dpa/ska/jki

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