Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Noch einmal Bundesliga-Flair in Hannover
Sportbuzzer Hannover 96 Noch einmal Bundesliga-Flair in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 06.05.2016
Von Jörg Grußendorf
Tschüss, Bundesliga: Ab Samstagabend macht die 1. Liga für mindestens 15 Monate einen Bogen um Hannover. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Hannover

Noch vor einigen Wochen waren die Befürchtungen groß. Hannover 96 spielte katastrophal, war abgeschlagen in der Tabelle, und das vorerst letzte Heimspiel findet gegen 1899 Hoffenheim statt. Ausgerechnet gegen Hoffenheim! Wer, bitte schön, guckt sich dieses Spiel an, in dem es zudem für die „Roten“ um nichts mehr geht? Hoffenheim hat nur ganz, ganz wenige Fans - und die 96-Anhänger pfiffen auf ihr Team. Gähnend leere Ränge drohte.

Heute, einige Wochen später, sieht die Welt ganz anders aus. 96 ist immer noch abgeschlagen, es geht - zumindest punktemäßig - weiterhin um nichts. Und die Hütte, die HDI-Arena natürlich, ist dennoch voll. Mehr als 36.000 Karten hat der Club verkauft - und die Verantwortlichen hoffen, die 40.000-Zuschauer-Marke zu knacken. „Über die Unterstützung der Fans können wir uns wahrlich nicht beschweren“, sagte 96-Trainer Daniel Stendel.

Anzeige

Hannover 96 macht wieder Spaß

Die hannoverschen Fans haben nämlich wieder Lust auf 96. Seit Stendel das sportliche Sagen bei den „Roten“ hat, hat ein Umdenken stattgefunden. Die Gleichgültigkeit, die sich bei vielen breit gemacht hatte, ist verschwunden. Man nimmt wieder teil, leidet mit, freut sich mit - und glaubt wieder an bessere Zeiten.

Sonnabend ist die letzte Möglichkeit für mindestens 15 Monate, noch einmal Bundesliga-Flair zu genießen. Dabei sollen die 96-Profis „alles raushauen“, wie Stendel sagt. „Wir wollen zeigen, dass wir besser sind, als es unser Tabellenplatz aussagt. Ich denke, wir haben genügend Qualität, um in der 1. Liga zu spielen.“ Der 42-Jährige hätte beim Saisonfinale vor heimischer Kulisse gern seine „derzeit stärkste Mannschaft“ auf dem Platz gehabt. Doch nach dem Freitagstraining musste Hiroki Sakai passen. Der Rechtsverteidiger beklagt muskuläre Probleme. Sein Landsmann Hiroshi Kiyotake, der unter ähnlichen Beschwerden leidet, gab hingegen sein Okay für die Hoffenheim-Partie.

Bei der Zusammenstellung des Kaders bewies Stendel, der schon Noah-Joel Sarenren-Bazee und Waldemar Anton in die Stammelf gestellt hat, erneut Mut. Fynn Arkenberg, 20-jähriger Innen- und Außenverteidiger aus der U23 des Clubs, wurde erstmals nominiert. Man darf gespannt sein, ob er gegen die Kraichgauer auch zum Einsatz kommen wird.

Keine Verabschiedungen

Im letzten Heimspiel einer Saison werden gemeinhin Spielern, von denen man sich trennen will oder die gehen möchten, ein paar warme Worte und ein Blumenstrauß mit auf den weiteren Weg gegeben. Auf derartige Zeremonien wird 96 am Sonnabend wegen des Unfalltods von Talent Niklas Feierabend verzichten. Die Profis der „Roten“ werden mit Trauerflor auflaufen, zu Beginn der Partie wird eine Schweigeminute für den 19-Jährigen eingelegt.

Mehr zum Thema

Das Profigeschäft von Hannover 96 steht vor einer Neuordnung: Drei weitere Gesellschafter wollen ihre Beteiligungen abstoßen. "Es widerstrebt mir, wenn ein Einzelner mehr als 50 Prozent an einer Gesellschaft hält", sagt Unternehmer Michael Schiemann mit Blick auf Martin Kind. Als Käufer der jetzt angebotenen Anteile wird Dirk Roßmann gehandelt.

09.05.2016

96-Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach kann die „Roten“ nach dem Abstieg ablösefrei verlassen. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll der 1. FC Köln Interesse am Mittelfeld-Allrounder haben.

Christian Purbs 05.05.2016
Meinung Kommentar zu Hannover 96 - Kinds Antwort heißt: mehr Martin Kind

Martin Kind gibt bekannt, das Fußball-Profigeschäft nun wirtschaftlich allein zu beherrschen. Er setzt damit ein Signal: Seine Antwort auf die Fehler und die Zögerlichkeiten der Vergangenheit heißt nicht Strukturwandel. Nicht behutsamer Rückzug mit Blick auf die langfristige Planung. Sondern schlicht: mehr Martin Kind. Eine Analyse von Hendrik Brandt.

Hendrik Brandt 05.05.2016
09.05.2016
Heiko Rehberg 08.05.2016
Christian Purbs 05.05.2016