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Hannover 96 Die letzte Chance für Salif Sané
Sportbuzzer Hannover 96 Die letzte Chance für Salif Sané
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00:22 28.11.2014
Von Jörg Grußendorf
Mittendrin, aber nur teilweise dabei: Salif Sané (am Ball) darf wieder beim Profitraining der „Roten“ mitmachen.
Mittendrin, aber nur teilweise dabei: Salif Sané (am Ball) darf wieder beim Profitraining der „Roten“ mitmachen. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Sie kamen eine gute halbe Stunde später aus der Kabine als geplant. Und er gehörte zu den Letzten, die sich auf dem Weg zur Mehrkampfanlage machten, im lockeren Gespräch mit Miiko Albornoz, Jimmy Briand, Florian Ballas und Felipe: Salif Sané ist zurück bei den Profis von Hannover 96, am Dienstag endete seine 153-tägige Verbannung ins Amateurteam. Auch auf dem Trainingsplatz war der Senegalese gleich mittendrin, bei den Übungen aber oft nur am Rande dabei. So hatte er bei Torschussspielen meistens die Position des Zuspielers inne, der den passivsten Part ausfüllte. Aber es war eben die erste Übungseinheit nach seiner Suspendierung mit den Profis - und damit in keiner Weise aussagekräftig.

Beim Training von Hannover 96 am Dienstag war Salif Sané wieder dabei.

Als Trainer Tayfun Korkut, der Sané im Juli degradiert hatte, nach einem ersten Trainingseindruck des Senegalesen gefragt wurde, antwortete er ausweichend. Und das ist irgendwie typisch für diese ganze Angelegenheit. „Es waren viele Spieler auf dem Platz“, sagte Korkut. „Zu viele. Jeder weiß, dass ich lieber mit einem kleineren Kader arbeite.“ Eine merkwürdige Aussage am ersten Trainingstag Sanés. 25 Feldspieler und zwei Torhüter hatte der 40-Jährige um sich versammelt. Etwas später wurde Korkut dann konkreter. „Salif ist ein Spieler wie jeder andere. Die Entscheidung, ihn zurückzuholen, ist ebenso klar wie die damals, ihn herauszunehmen“, sagte er. „Er hat die gleiche Bewährungsfrist wie alle anderen.“ Sané müsse jetzt das Vertrauen bestätigen, das der Verein - und auch er - ihm entgegengebracht hätten.

Korkut machte gleichzeitig deutlich, dass es die letzte Chance für Sané bei den „Roten“ sei. „Es ist ja nicht seine erste Bewährungschance“, sagte er, „es ist ja seine fünfte oder gar sechste.“ Es habe daher im Vorfeld auch nur eines kurzen Gesprächs bedurft. „Ich habe ihm unmissverständlich gesagt, was ich von ihm erwarte“, erklärte Korkut. „Er konnte nur mit Ja oder Nein antworten.“

Der Profi, der seit 2013 bei 96 unter Vertrag steht, hatte durch Unpünktlichkeit oder Eigenwilligkeiten (Sportdirektor Dirk Dufner: „Er benimmt sich oft wie ein kleines Kind“) gleich mehrfach den Zorn der Klubverantwortlichen auf sich gezogen. Korkut erwartet jetzt, dass Sané „endlich seinen Hintern hochbekommt“.

Doch selbst wenn dem Defensivspieler das gelingt, hat er wirklich noch eine Chance in Hannover? Es wirkt eher so, als solle Sané noch einmal ins Schaufenster gestellt werden. Dazu passt auch die Aussage von Klubchef Martin Kind: „Priorität bleibt es, ihn im Winter abzugeben.“ Aber, Sané hat in seiner 96-Zeit oft genug seine negative Seite gezeigt. Vielleicht gelingt es ihm ja bis zur Winterpause, alle, insbesondere Korkut, positiv zu überraschen. Das Talent, um ein wichtiger Baustein im 96-Spiel zu sein, hat er allemal.

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