Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 96-Trainer Tayfun Korkut unter Druck
Sportbuzzer Hannover 96 96-Trainer Tayfun Korkut unter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 05.03.2015
Von Christian Purbs
Für die Mannschaft auf dem Zaun: 96-Trainer Tayfun Korkut spricht im April vergangenen Jahres vor der HDI-Arena nach dem 0:3 in Braunschweig zu den aufgebrachten Fans.
Für die Mannschaft auf dem Zaun: 96-Trainer Tayfun Korkut spricht im April vergangenen Jahres vor der HDI-Arena nach dem 0:3 in Braunschweig zu den aufgebrachten Fans.  Quelle: Alexander Körner
Anzeige
Hannover

Die Pfiffe, die Unzufriedenheit, die Niederlagen und schlimmen Leistungen seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen; all das ist eine Kopie der Lage, in die sich Korkut und sein Team schon in der vergangenen Saison gebracht hatten. Nach dem 0:3 bei Eintracht Braunschweig am 29. Spieltag trennten Hannover 96 auf Platz 13 damals nur drei Punkte von einem direkten Abstiegsplatz. Aktuell haben die „Roten“ zwar noch fünf Punkte Vorsprung auf Rang 17, doch dieses Polster dürfte nach den drei folgenden Spielen gegen die Bayern, Mönchengladbach und Dortmund weiter geschmolzen sein.

Vor knapp einem Jahr schaffte Korkut durch einen 2:1-Erfolg im Heimspiel gegen den HSV die Wende, mit dem Sieg in Frankfurt am nächsten Spieltag machte 96 den Klassenerhalt perfekt. In einer extrem schwierigen Situation war es dem 96-Trainer gelungen, seine Spieler aufzurichten und mit den im Abstiegskampf notwendigen Eigenschaften auf den Platz zu schicken. Korkut hatte die Ruhe bewahrt - und ein Zeichen gesetzt.

Fans lassen ihrer Wut im Stadion freien Lauf

Für viele Beobachter war der beeindruckende Endspurt nur deshalb möglich, weil der 96-Coach eine Woche vor dem Sieg gegen Hamburg ein ganz wichtiges Signal gesetzt hatte. Als die „Roten“ nach der Niederlage in Braunschweig nach Hannover zurückkehrten, ließen einige Hundert Fans ihrem Frust und ihrer Wut vor der HDI-Arena freien Lauf. Korkut stellte sich den aufgebrachten Anhängern, kletterte mit einem Megafon auf den Zaun und versuchte zu beruhigen und mit den Fans ins Gespräch zu kommen. So ein Verhalten ist für einen Trainer ebenso ungewöhnlich wie bemerkenswert - und dürfte damals bei der Mannschaft ziemlichen Eindruck hinterlassen haben.

Auf randalierende Fans vor dem Stadion kann 96 gut verzichten. Aber für ein Zeichen an die Mannschaft, mit dem Korkut das Team wieder in die richtige Spur, wieder geschlossen hinter sich bringt, wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt.

Korkut bleibt sich treu

Wer den 40-Jährigen in den vergangenen Wochen beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass er sich bei seiner täglichen Arbeit treu geblieben ist. Daran werden auch die Pfiffe und „Korkut raus“-Rufe nach dem 1:1 gegen Stuttgart nichts ändern. Wie in den vergangenen Wochen wird der 96-Trainer ruhig und konzentriert weitermachen und versuchen, das zu beeinflussen, was in seiner Macht steht. Das ist seine Mentalität, sein Verständnis vom Umgang mit dem enormen Druck, der nach der bislang so enttäuschenden Rückrunde auf der Mannschaft und ihm lastet. Er kann und will nicht aus seiner Haut. Und vielleicht ist genau das sein Problem. Er wäre nicht der erste Trainer, der von seiner Art, die Dinge anzupacken, so sehr überzeugt ist, dass er die Grenze zur Sturheit überschreitet, ohne es zu merken. Bei seiner ersten Bewährungsprobe im Abstiegskampf der vergangenen Saison lag er mit seiner Einstellung richtig. Eine Garantie, dass es wieder funktioniert, gibt es nicht.

Dem Ziel Klassenerhalt alles untergeordnet

Das weiß auch Korkut, dessen Kredit bei vielen Fans nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Spielen aufgebraucht ist. Zwar betont Clubchef Martin Kind, der am Montag für eine Einschätzung der Situation nicht zur Verfügung stand, immer wieder, wie sehr er den 40-Jährigen schätze, und dass er davon überzeugt sei, dass der Trainer gute Arbeit leiste. Doch beim freien Fall der „Roten“ in den Tabellenkeller wird Kind nicht tatenlos zusehen. Denn der 96-Boss ordnet dem Ziel Klassenerhalt alles andere unter. Genau wie Korkut.

Mehr zum Thema
Meinung Situation bei Hannover 96 - Trainerwechsel derzeit keine Lösung

Trainer raus! Für einige Fans von Hannover 96 ist die Antwort nach nur einem Sieg in den vergangenen zwölf Spielen und dem quälenden Warten auf einen Rückrundensieg ganz einfach. Aber wäre eine Entlassung von Tayfun Korkut wirklich momentan die Lösung? Ein Kommentar Von Heiko Rehberg.

Heiko Rehberg 04.03.2015

Betretenes Schweigen? Einfach nur Enttäuschung? Oder schon Resignation? Als Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel zwischen Hannover 96 und dem VfB Stuttgart abpfiff, blieben auf den Zuschauerrängen die großen Gefühlsausbrüche aus.

Norbert Fettback 01.03.2015

Hannover-96-Lars Stindl muss nach einem Platzverweis im Spiel gegen Bayern München pausieren – und wurde jetzt zusätzlich für ein weiteres Spiel gesperrt. Damit reagiert das Sportgericht auf einen Bericht des Schiedrichters vom Wochenende. Offenbar hatte Stindl einen Linienrichter nach Ende der Partie gegen Stuttgart beleidigt.

02.03.2015
Norbert Fettback 01.03.2015
Heiko Rehberg 04.03.2015