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Hannover 96 Die Null steht auswärts
Sportbuzzer Hannover 96 Die Null steht auswärts
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20:15 06.10.2014
Von Björn Franz
Jubeln können nur die anderen: Während 96-Profi Ceyhun Gülselam nicht hinschauen mag, feiern die Spieler des FC Bayern das 4:0 durch Arjen Robben (3. v. l.).
Jubeln können nur die anderen: Während 96-Profi Ceyhun Gülselam nicht hinschauen mag, feiern die Spieler des FC Bayern das 4:0 durch Arjen Robben (3. v. l.). Quelle: Peter Kneffel
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Denn was Stevens gemeint hatte, war die Null bei der Anzahl der Gegentore. Bei den „Roten“ steht die Null aber an einer weit unerfreulicheren Stelle: Null Tore hat der Fußball-Bundesligist in dieser Saison auf fremden Plätzen erzielt. Mehr als sechs Stunden dauert die Flaute nach dem 0:4 bei Bayern München am Sonnabend schon an. Durch das torlose Remis in Mainz am 2. Spieltag sprang so lediglich ein Punkt heraus - und 96 steht in der Auswärtstabelle wie schon in der vergangenen Saison auf dem letzten Platz.

Doch woran liegt es, dass die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut zuletzt dreimal hintereinander einen wenig entschlossenen und bisweilen gar ängstlichen Eindruck hinterließ? So ganz anders als in der heimischen HDI-Arena. Dort gewann sie bislang alle drei Spiele - was Platz 3 in der Heimtabelle hinter den Bayern und dem VfL Wolfsburg bedeutet - und zeigte zumindest in Phasen gegen Schalke 04 (2:1) und eine Halbzeit lang gegen den Hamburger SV (2:0) mutigen und aggressiven Offensivfußball. Doch auswärts war davon nichts zu sehen. Und das dürfte auch an der taktischen Grundordnung liegen, die zuletzt immer defensiver wurde.

Bei der 0:2-Niederlage in Paderborn war 96 noch mutig mit zwei Stürmern aufgelaufen - hatte dabei aber die nötige Durchschlagskraft und Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne vermissen lassen. Es folgte zunächst der Versuch mit drei sogenannten Sechsern im defensiven Mittelfeld beim 0:1 in Stuttgart und zuletzt gegen die Bayern nun eben die Variante mit einer Fünferabwehrkette, die schon nach 13 Minuten und zwei Gegentreffern gescheitert war. Zwei taktische Systeme, die bislang nicht unbedingt zum Repertoire der „Roten“ gehört hatten.

Abhaken und Gedanken nach vorn: Das Spiel bei den Bayern verlief für Hannover 96 nicht so wie erhofft. Nun heißt es im Training nach vorn sehen und sich auf den nächsten Gegner vorbereiten.

Und so stellt sich die Frage, ob Korkut seine Mannschaft mit den ständigen Umstellungen nicht ein wenig überfordert oder gar verunsichert. Der 96-Trainer sieht diese Gefahr trotz der schlechten Ergebnisse nicht. „Ich halte die Mannschaft für flexibel genug, zu unterschiedlichen Grundordnungen zu wechseln“, sagt Korkut. Und völlig neu seien die taktischen Umstellungen für die Spieler auch nicht gewesen. Die Variante mit den drei „Sechsern“ beispielsweise habe sein Team auch schon gegen Schalke und den HSV gespielt - nur eben nicht von Anfang an, sondern jeweils in der Schlussphase, als es darum ging, die Führung zu verteidigen. Doch richtig eingespielt wirkte das, was die „Roten“ zuletzt auswärts zeigten, trotzdem nicht. Auch wenn der Gegentreffer in Stuttgart aus einem individuellen Fehler bei einer Ecke resultierte.

Bleibt abzuwarten, ob Korkut nach der zweiwöchigen Länderspielpause zum 4-2-3-1-System zurückkehren wird. Doch das dürfte auch damit zusammenhängen, ob die angeschlagenen Joselu (Bänderdehnung), Artur Sobiech, der gestern wegen Achillessehnen-Problemen nur individuell trainierte, und Kenan Karaman, der das U21-Länderspiel der Türkei wegen einer Rippenverletzung absagen musste, wieder fit sind. Sonst dürfte 96 weiterhin eher defensiv auftreten. Gegen Mönchengladbach am 18. Oktober zumindest zu Hause.

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