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Hannover 96 Hannover 96 betritt die internationale Fußballbühne
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22:27 17.08.2011
Stürmische „Rote“: Didier Ya Konan (Mitte) könnte heute gegen den FC Sevilla gemeinsam mit Mohammed Abdellaoue (rechts) das 96-Duo im Angriff bilden.
Stürmische „Rote“: Didier Ya Konan (Mitte) könnte heute gegen den FC Sevilla gemeinsam mit Mohammed Abdellaoue (rechts) das 96-Duo im Angriff bilden. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Dass etwas Großes, ein ganz besonderes Spiel für Hannover 96 bevorsteht, zeigte sich auch gestern bei der Pressekonferenz vor dem ersten Duell mit dem FC Sevilla um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Auf dem Podium waren 96-Trainer Mirko Slomka und Innenverteidiger Emanuel Pogatetz erschienen, um vom sportlichen Stand der Dinge zu berichten. Ganz links außen saß Stephan Gödde. Der Mann ist Dolmetscher und sollte Fragen der spanischen Journalisten und Antworten von Slomka und Pogatetz übersetzen. Nur: Es waren keine spanischen Journalisten da. Da auch der österreichische Dialekt von Pogatetz nicht allzu ausgeprägt ist, blieb Gödde gestern Mittag beschäftigungslos.

Vielleicht haben die spanischen Medien bereits alle Geheimnisse rund um die Mannschaft von Hannover 96 gelüftet, vielleicht ist das Desinteresse aber auch ein Anzeichen für die Bedeutung, die dem deutschen Gegner in Sevilla entgegengebracht wird. Wenn am Abend mit dem Play-off-Hinspiel gegen den FC Sevilla (Anpfiff in der AWD-Arena ist um 20.30 Uhr) nach 19 Jahren der Europapokal endlich wieder zu Gast in Hannover ist, hat 96 die große Chance, auch etwas für sein Renommee zu tun.

Leicht wird die Aufgabe gegen das spanische Top-Team sicherlich nicht, doch aus dem Schock nach der Auslosung ist mittlerweile bei Spielern und Fans vorsichtiger Optimismus geworden. Der Grund dafür sind die guten Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen. Die drei Siege in Pokal und Meisterschaft haben die Brust der 96-Profis noch ein bisschen breiter gemacht, haben viel Selbstvertrauen gegeben für das Comeback auf der internationalen Bühne, dem eine ganze Region seit Wochen entgegenfiebert. An Selbstbewusstsein mangelt es nicht, doch das allein wird nicht ausreichen. Um sich eine gute Position für das Rückspiel am 25. August in Sevilla zu verschaffen, muss die Mannschaft eine Topleistung zeigen. Es gibt viele Dinge, die perfekt passen müssen, damit 96 den FC Sevilla packen kann. Das sind die wichtigsten:

Die Null muss stehen: Bloß kein Gegentor, denn dann wird es selbst bei einem Sieg im Rückspiel umso schwerere für 96. „Die Null muss stehen im Hinspiel. Und wenn wir das Spiel auch noch gewinnen können, umso besser“, sagt Innenverteidiger Pogatetz. An internationaler Erfahrung mangelt es der 96-Abwehr jedenfalls nicht. Pogatetz, Christian Schulz, Karim Haggui und Kapitän Steve Cherundolo, der gegen Sevilla zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stehen wird, gehören zu denjenigen 96-Profis, die mit ihren Nationalteams und früheren Klubmannschaften bereits zahlreiche Länder- und Europapokalspiele absolviert haben. Auch im Mittelfeld wartet viel Arbeit. Besonders gefährlich sind die Spanier auf den Außenpositionen, da sind die Defensivqualitäten von Lars Stindl und Konstantin Rausch gefragt. „Es ist ja auch eine unserer Stärken, dass wir wenig Torchancen zulassen“, sagt Trainer Slomka, der sich auch von Torwart Ron-Robert Zieler wieder eine souveräne Leistung erhofft.

Die Mischung muss stimmen: Bloß nicht ins offene Messer laufen, das könnte gegen ein erfahrenes Team wie den FC Sevilla schwer zu reparieren sein. Den richtigen Mix zwischen Risiko und Sicherheit zu finden, darauf wird es ankommen. „Ich glaube, dass wir die Qualität haben, mit starker Defensivarbeit, aber auch mit viel Druck auf die gegnerische Abwehr, Sevilla zu Fehlern zu zwingen. Diese Möglichkeit haben wir, ohne dabei die Abwehr zu entblößen“, sagt Slomka. Verlassen konnte er sich zuletzt auf die Effektivität seines Teams. Viele Torchancen brauchten die „Roten“ nicht für ihre bislang vier Bundesligatore. Zählen kann Slomka dabei auf Stürmer Mohammed Abdellaoue, der zurzeit in Topform ist. Ob Jan Schlaudraff oder Didier Ya Konan zu Beginn neben dem Norweger als zweiter Angreifer spielen wird, wollte Slomka gestern noch nicht verraten.

Die Unterstützung der Fans: Ausverkauft, Flutlichtspiel, erstklassiger Gegner: Es ist alles vorbereitet für einen denkwürdigen Fußballabend. „Wir hoffen, dass wir von der super Stimmung in der Arena angesteckt werden, die uns auch in der vergangenen Saison gegen die großen Gegner so gepusht hat“, sagt Slomka. Am Donnerstag gibt es die Belohnung für diese grandiose Unterstützung. Und wenn alles gut geht bald die Fortsetzung.

Vamos, 96.

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