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Hannover 96 Hannover 96 bleibt im Abstiegskampf stecken
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 bleibt im Abstiegskampf stecken
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00:15 24.02.2015
Von Jörg Grußendorf
In der Nachspielzeit musste 96-Neuzugang Joao Pereira wegen eines unnötigen Fouls mit Gelb-Rot vom Platz. Quelle: dpa
Köln

Die „Roten“, die ohne den verletzten Manuel Schmiedebach antreten mussten, waren sehr stark in das Spiel gestartet. Hatten gleich eine Kopfballchance durch Joselu (3. Minute). Diesen Ball konnte Kölns Torwart Timo Horn noch parieren. Zwei Minuten später war er jedoch machtlos, als wiederum Joselu per Kopf zum 1:0 traf. Danach spielte nur noch 96; bis zum unglücklichen 1:1. Bis dahin hatten die Kölner niemals den Eindruck gemacht, als könnte sie irgendwann einmal ein Tor schießen. Und sie hätten es auch in dieser Situation nicht, wenn Maurice Hirsch den Ball nicht ungeschickt abgefälscht hätte. So kam Anthony Ujah frei zum Kopfball. Und es war vorbei mit der 96-Herrlichkeit.

Auch beim heimschwachen 1.FC Köln kann Hannover 96 nicht gewinnen. Trotz einer frühen Führung durch Joselu kommen die „Roten“ nur zu einem 1:1-Unentschieden.

Danach entwickelte sich ein schwaches, völlig zerfahrenes Spiel, mit einer Vielzahl von Fehlpässen und Missverständnissen. Ein Stöhnen der Zuschauer folgte dem nächsten. Wenn Torchancen zustande kamen, dann meistens nicht als Folge guter Aktionen, sondern viel mehr durch Unachtsamkeiten oder Unzulänglichkeiten des Gegners.

Für 96 hat sich die Situation nicht wirklich verbessert durch diesen einen Punkt. Gegen den VfB Stuttgart müssen am nächsten Sonnabend im Heimspiel unbedingt drei Punkte gewonnen werden, sonst droht das Team noch tiefer in den Abstiegsschlamassel zu geraten, denn es stehen Spiele gegen Bayern München, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach an.

Die Tore

0:1 (5. Minute) Joselu köpft ein nach einer Flanke von Miiko Albornoz; der Chilene war vorher von Leonardo Bittencourt bedient worden.

1:1 (16.). Anthony Ujah trifft per Kopf. Maurice Hirsch hatte den Ball nach einem Pass von Kevin Wimmer ungeschickt abgefälscht, Salif Sané konnte den Ball darauf hin nicht mehr entscheidend klären.

Szene des Spiels: Es war die Aktion von Hirsch vor dem 1:1. Hätte er sich cleverer verhalten, wäre nicht mit dem Hacken zum Ball gegangen, wäre dieses Tor niemals gefallen. 96 hatte bis dahin alles im Griff, spielte aggressiv und griffig. Danach war die ganze Sicherheit, das ganze Selbstvertrauen dahin.

Spieler des Spiels: Er wirkte nur noch wenige Sekunden mit, und dennoch hat er den Anspruch auf diesen Titel: Leon Andreasen. Der Däne hatte aufgrund einer Hüftverletzung seit Oktober nicht spielen können, sollte eigentlich auch nicht nach Köln reisen, weil er noch nicht 100-prozentig fit ist, und dennoch nahm Trainer Tayfun Korkut ihn mit, weil Manuel Schmiedebach (muskuläre Probleme) angeschlagen war. „Es war ein schönes Gefühl“, sagte Andreasen, „auch wenn es nur noch wenige Sekunden waren.“

Statistik: Torschüsse: 16:7 , Ecken: 3:5, Ballbesitz: 42:58 Prozent, Abseits: 2:2, Gewonnene Zweikämpfe: 50:50.

Das sagen die Trainer

Tayfun Korkut (96-Trainer): „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben uns dann wieder so ein seltsames Gegentor gefangen. Danach hatten wir Probleme, sind aber mit dem Remis in die Pause gegangen. In der 2. Halbzeit hatten beide Mannschaften Chancen, das Spiel zu gewinnen, sodass das Unentschieden in Ordnung geht. Insgesamt bin ich nicht zufrieden. Es war ein intensives Spiel, die Zuschauer können zufrieden nach Hause gehen.“

Peter Stöger (Kölner Trainer): „Ich bin bedingt zufrieden, weil es wieder keine drei Punkte zu Hause gab. Aber insgesamt geht das Ergebnis in Ordnung. Wir können mit dem Punkt leben.“

Ein kleiner Fehler des insgesamt schwachen Maurice Hirsch hat Hannover 96 gegen den 1.FC Köln aus dem Tritt gebracht. Ein ehemaliger Kölner lief gegen die Rheinländer dagegen zur Hochform auf. So waren die „Roten“ gegen Köln in Form.

Die Einzelkritik

Ron-Robert Zieler: Hatte in der ersten Halbzeit überhaupt nichts zu tun. Beim Gegentor war er machtlos. Mitte der zweiten Hälfte änderte sich das, da musste der gebürtige Kölner des Öfteren eingreifen und war dabei sehr stark. Note: 2

Joao Pereira: Unauffälliges Spiel mit wenigen guten Aktionen. Dann in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte. Note: 5

Marcelo: Noch der Beste in der Verteidigung. Aber auch nicht ohne Probleme. Note: 3,5

Salif Sané: Bekam immer noch irgendwie den Fuß dazwischen, aber mit vielen fahrigen Aktionen. Note: 4

Miiko Albornoz: Eine gute Flanke, die zum 1:0 führte, aber sonst? Besonders hinten mit großen Schwächen. Note: 5

Ceyhun Gülselam: Nutzte seine Chance, spielte ordentliche Pässe, versuchte immer wieder, Struktur ins Spiel zu bringen. Baute zum Schluss ab. Note: 3

Maurice Hirsch: Schwächer als sein Nebenmann im defensiven Mittelfeld, kam oft zu spät. Dumme Aktion vor dem 1:1. Note: 5

Jimmy Briand: Das ging gar nicht. Kaum eine gelungene Aktion bei allem Einsatz. Note: 5,5

Lars Stindl: Der Kapitän blieb ungewohnt blass. Seine Freistöße waren auch schon mal besser. Note: 4,5

Leonardo Bittencourt: Stande schon nach sieben Sekunden (!) im Abseits. Gute Szene vor dem 1:0, dann komplett aus dem Spiel. Verletzte sich am Oberschenkel. Note: 4,5

Joselu: Schnelles Tor, hatte vorher schon eine dicke Kopfballchance. Verbessert, aber längst nicht der Alte. Note: 3,5

Edgar Prib: Löste Bittencourt in der 73. Minute ab, zeigte, dass er in die Mannschaft will.

Christian Pander: Kam für den überforderten Albornoz, hatte aber wenig Einfluss aufs Spiel.

Leon Andreasen: In der Nachspielzeit für Briand eingewechselt.

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