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Hannover 96 Vom Hühnermoor zum Heimsieg
Sportbuzzer Hannover 96 Vom Hühnermoor zum Heimsieg
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00:16 08.05.2015
Von Christian Purbs
Exzellente Bedingungen: 96 bereitet sich drei Tage im Sporthotel Klosterpforte auf das Heimspiel gegen Werder Bremen vor. Quelle: imago Sportfotodienst
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Hannover

Man muss schon einen guten Grund haben, um hier ein paar Tage zu verbringen. Hier in Marienfeld, zwischen den Naturschutzgebieten Hühnermoor und Boomberge, ist das Angebot an Unterhaltung, Abwechslung und Abenteuer doch sehr überschaubar. Dass es der kleine Stadtteil von Harsewinkel in Ostwestfalen zumindest in Fußballerkreisen zu einiger Bekanntheit gebracht hat, liegt daran, dass sich schon so manche Bundesligamannschaft von einem Aufenthalt hinter den Klostermauern neuen Mut und Hoffnung auf bessere Zeiten versprochen hat. Und hier manchmal um ein kleines (Fußball-)Wunder betete.

Auch die Mannschaft von Hannover 96 will sich in der Abgeschiedenheit und Ruhe des kleinen Ortes neue Kraft für die letzten drei entscheidenden Spiele im Abstiegskampf holen. Wie schon in der vergangenen Saison hat der Tabellenvorletzte mit einem kurzfristig angesetzten Trainingslager auf die prekäre Situation reagiert. Von Dienstagnachmittag bis Freitag fahren die „Roten“ in die „Hotel-Residence Klosterpforte“, um sich dort auf den Endspurt um den Klassenerhalt einzuschwören.

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„Die Mannschaft fühlt sich in der Klosterpforte wohl, viele Spieler waren schon in der vergangenen Saison dort. Ich selbst war mit Mannschaften auch schon mehrfach da und schätze die exzellenten Bedingungen“, sagte 96-Cheftrainer Michael Frontzeck. „Wir können dort in Ruhe arbeiten, haben auch die Zeit für viele Gespräche und können uns gemeinsam sehr konzentriert auf unser wichtiges Heimspiel gegen Bremen vorbereiten.“ Für Frontzeck wird es in den nächsten drei Tagen darum gehen, die Profis für den Abstiegskampf fit zu machen und ihnen dabei zu vermitteln, wie wichtig Tugenden wie Geschlossenheit und Teamgeist in so einer Situation sind.

Wie gut das funktionieren kann, hat zuletzt der FC Schalke 04 gezeigt. Das Team aus Gelsenkirchen war nach einer Reihe von erfolglosen Spielen in der vergangenen Woche zu Gast im Sporthotel, um wieder auf den richtigen Weg in Richtung Europapokal zu finden. Mit 3:2 gewannen die „Königsblauen“ anschließend gegen den VfB Stuttgart, auch weil sie nie aufgaben und einer wie Kevin-Prince Boateng plötzlich wieder ganz groß aufspielte.

Die „Roten“ auf Kurs bringen. Das wird das Ziel von 96-Trainer Frontzeck sein. Wer dem Team beim Training zuschauen möchte, der hat dazu nur Dienstagnachmittag (16 Uhr) Gelegenheit. Die weiteren Einheiten in Marienfeld sowie das Abschlusstraining in der HDI-Arena nach der Rückkehr am Freitag sind geheim. Danach wird es sich zeigen, ob die Mannschaft das Mini-Trainingslager genutzt hat, um alle Kräfte für den Klassenerhalt zu mobilisieren. Im vergangenen Jahr hat es funktioniert, da folgte den Tagen in Marienfeld ein 2:1-Sieg gegen den HSV, der Abstieg war kurz darauf kein Thema mehr. So einfach wird es dieses Mal für 96 nicht. Aber es gibt schlechtere Glücksbringer als ein Kloster.

Kloster Marienfeld

Hinter der Pforte: Die Reklame macht Mut: „Klosterpforte – Träume erleben“, heißt die Werbung der „Hotel-Residence Klosterpforte“ in Marienfeld. Unerfüllte Träume dürfte das Team von Hannover 96 einige haben, etwa den von einem Sieg am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Werder Bremen, der die Voraussetzung dafür ist, den Traum von einem weiteren Jahr 1. Liga wahr werden zu lassen. Die momentane sportliche Situation im Kampf um den Klassenerhalt des Fußball-Bundesligisten aus Niedersachsen gleicht jedoch eher einem Albtraum, da kann, wie der Besuch in Ostwestfalen im vergangenen Jahr gezeigt hat, ein dreitägiges Kurztrainingslager hinter der Klosterpforte nicht schaden.

Bis zur Abgeschiedenheit im ostwestfälischen Marienfeld sind es von der HDI-Arena aus genau 143 Kilometer, auf der A 2 immer Richtung Westen, vorbei an Bielefeld bis kurz hinter Gütersloh. Das Kloster Marienfeld, auf dessen Anlage sich das Hotel Klosterpforte befindet, ist ein ehemaliges  Zisterzienserkloster und liegt im Harsewinkeler Stadtteil Marienfeld im ostwestfälischen Kreis Gütersloh. Es wurde 1185 von Mönchen gegründet. Größter Sportverein im Ort ist Schwarz-Weiss Marienfeld, dem Fußball-Team aus der Bezirksliga geht es jedoch zurzeit auch nicht besser als den „Roten“: Mit 20 Punkten ist die Mannschaft Schlusslicht der Liga, am vergangenen Wochenende gab es eine 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Oerlinghausen.

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