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Hannover 96 Hannover 96 feiert in Moskau Kunstrasenpremiere
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00:15 14.02.2013
Von Heiko Rehberg
Hier spielt Hannover 96 am Donnerstag: Das Moskauer Luschniki-Stadion mit seinem Kunstrasenplatz fasst 84 864 Zuschauer, im August findet dort die Leichtathletik-WM statt.
Hier spielt Hannover 96 am Donnerstag: Das Moskauer Luschniki-Stadion mit seinem Kunstrasenplatz fasst 84 864 Zuschauer, im August findet dort die Leichtathletik-WM statt. Quelle: dpa
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Hannover

Erstmals in der langen Länderspielgeschichte musste die deutsche Auswahl eine Pflichtpartie, in diesem Fall ein WM-Qualifikationsspiel, auf einem Kunstrasenplatz bestreiten, und zwar in Moskau im Luschniki-Stadion gegen Russland. Die Aufregung war damals groß. Ein Länderspiel auf Kunstrasen? Das war bis dahin unvorstellbar.

Und wie es der Zufall will, spielen auch sie im Moskauer Luschniki-Stadion, wo der russische Tabellenzweite aus Sicherheitsgründen seine internationalen Heimspiele austragen muss.

Die deutsche Nationalelf hat vor drei Jahren versucht, sich mit Trainingseinheiten auf einem Kunstrasenplatz in Mainz, der dem in Moskau ähnelt, auf die ungewohnten Bedingungen einzustellen. Hannover 96 hat zumindest zweimal die Gelegenheit, auf Kunstrasen zu trainieren: Mittwoch, am Tag vor dem Europa-League-Spiel, im Luschniki-Stadion, und heute in der Eilenriede. Der Verein verfügt dort über zwei Kunstrasenplätze. Der eine liegt direkt am alten Klubheim an der Clausewitzstraße und ist ein älteres Modell, auf dem zum Beispiel die Landesligakickerinnen von 96 ihre Spiele austragen. Bei Hobbyfußballern ist der betonharte Platz als „Knochenbrecherplatz“ bekannt und berüchtigt.

Seit etwas mehr als zwei Jahren gibt es im Nachwuchsleistungszentrum einen zweiten Kunstrasenplatz, der modernen Standards entspricht. Auf dem Platz mit Kuppelsaal-Blick werden die 96-Profis heute trainieren und versuchen, Moskauer Verhältnisse zu simulieren.
International sind Fußballspiele auf künstlichem Grün längst keine Ausnahme mehr. Der österreichische Klub Red Bull Salzburg bestritt bis 2010 alle Heimspiele auf Kunstrasen. In Russland, wo der strenge Winter Naturrasenplätze unbespielbar macht, spielen gleich mehrere Klubs aus der 1. und 2. Liga auf Polypropylen-Fasern und Granulat.

Joseph Blatter, der Präsident des Weltverbandes, wollte 2010 sogar die WM in Südafrika auf Kunstrasen austragen, musste nach Protesten die Pläne aber wieder zurückziehen. In Deutschland schreibt das Wettbewerbsreglement von der 1. Liga bis zur Regionalliga Punktspiele auf Naturrasenplätzen vor, doch das muss nicht so bleiben. „Die Qualität der modernen Kunstrasen ist inzwischen so gut, dass es sich lohnt, sich mit diesem Thema zu befassen“, sagte erst kürzlich Ligapräsident Reinhard Rauball. Beim VfL Wolfsburg ist man bereits einen Schritt weiter. Der Naturrasen in der Volkswagen Arena ist mit 20 Millimeter langen künstlichen Fasern verstärkt.

Bundesligaspiele auf Kunstrasen? Für viele Fans ist das ein Horrorszenario. Für Liebhaber des Spiels ohnehin, die auch mal eine wegrasierte Rasenschicht nach einer gelungenen Grätsche schätzen.

Sorgen um einen Wettbewerbsnachteil für Hannover 96 muss man sich am Donnerstag dennoch nicht machen. Siehe 2009. Die deutsche Nationalmannschaft gewann damals das Spiel gegen Russland auch auf Kunstrasen hochverdient mit 1:0.

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