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Hannover 96 Hannover 96 macht gute Miene zum zähen Spiel
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22:28 25.09.2011
Von Volker Wiedersheim
Haarige Angelegenheit: Manuel Schmiedebach (links) im rustikal geführten Duell mit dem Augsburger Lorenzo Davids.
Haarige Angelegenheit: Manuel Schmiedebach (links) im rustikal geführten Duell mit dem Augsburger Lorenzo Davids. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Augsburg

Doch schon meldete sich der tröstende Reflex: Immerhin hat 96 nicht verloren, kaum eine Chance des Gegners zugelassen, zu null gespielt, ein Punkt ist doch besser als nichts, in der Tabelle ist nicht viel passiert, es hat sich keiner verletzt, in Poltawa am Donnerstag bringt Stürmer Mohammed Abdellaoue wieder Europa-League-Qualität rein. Und überhaupt, es kann doch eigentlich nur besser werden.

Kann es, muss es sogar. Am besten fangen die 96er damit an, bei ihren dicksten Chancen der Kategorie „muss er reinmachen“ tatsächlich das Tor zu treffen. Gegen Borussia Dortmund vor einer Woche hatten die „Roten“ aus schlechteren Gelegenheiten noch zwei Treffer erzielt und das Spiel für sich entschieden. In Augsburg hingegen, als es nach einer Stunde zähen Kaugummi-Fußballs gegen die phasenweise nicht bundesligareifen Gastgeber endlich knusprig wurde, gab es vier solcher Gelegenheiten. Aber Didier Ya Konan setzte den Ball zweifach nur an den Pfosten (62. und 66. Minute). Beim zweiten Aluminiumtreffer rutschte der Abpraller Lars Stindl vor dem dreiviertel leeren Tor „über den Schlappen“, bei seiner zweiten Gelegenheit kam er frei vor dem Tor nicht an Augsburgs Torwart Simon Jentzsch vorbei (86.).

96-Trainer Mirko Slomka, der das Spiel wenigstens nach außen hin in gemäßigten Worten analysierte, machte gute Miene zum bösen Spiel und meinte mit Blick auf die vier erfolglosen Versuche: „Wir hatten mehr Chancen und die besseren. Wenn man die auswärts hat und sich im oberen Tabellendrittel etablieren will, dann sollte man sie machen.“ Hoffnung auf mehr Durchschlagskraft und Torgefahr bei der Europa-Partie am Donnerstag im ukrainischen Poltawa macht dem 96-Coach die Aussicht auf Mohammed Abdellaoues Rückkehr: „Es sieht gut aus, dass ,Moa‘ am Donnerstag wieder zum Einsatz kommt.“

„Moa“ allein ist indes keine Garantie für mehr Erfolg, wenn 96 nicht auch in anderen Problemzonen etwas ändert. In der Summe der Versäumnisse erreichte das Team zwar den für seine Verhältnisse astronomisch hohen Wert von 64 Prozent Ballbesitz und, wie Slomka sagte, im Gegensatz zur vorausgegangenen Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart wieder mehr Sicherheit und Kontrolle über Ball und Spielgeschehen. Dies allerdings vor allem in der eigenen Hälfte des Spielfelds und nicht da, wo es drauf ankommt: in der Nähe des Augsburger Strafraumes.

Slomka hatte prognostiziert, dass die bisher sieglosen Aufsteiger alles für den ersten Triumph tun würden. Die 96er wollten den Gegner kommen lassen und dann in der typischen 96-Erfolgsspielweise auskontern. Hatten sie Augsburg überschätzt? Jedenfalls spielten die Schwaben dieses Spiel nicht mit – mit dem Ergebnis, dass eben eine Stunde praktisch gar nichts passierte. Das änderte sich erst, als der 96-Trainer nach der Pause Altin Lala als „Staubsauger“ vor der Abwehr eingewechselt und auf eine 4-1-4-1-Formation umgestellt hatte. Nachdem Stindl und der für Lala ausgewechselte Konstantin Rausch bis dahin offensiv enttäuscht hatten, brachten vor allem die Rochaden von Jan Schlaudraff, Manuel Schmiedebach und Sergio Pinto endlich mehr Bewegung ins zuvor kaum vorhandene Angriffsspiel. Ist das auch eine Option für das Spiel bei Worskla Poltawa?

Wie schon nach dem 0:0 gegen Standard Lüttich und jetzt in Augsburg könnte der Verstand auch nach einem ähnlichen Ergebnis in der Ukraine wieder schmeichelhaft das Positive hervorheben. „Es könnte doch noch schlimmer kommen.“ Aber wirklich tröstend wäre das dann wohl nicht. Soll 96 wie von den Spielern so sehnlich gewünscht in der Europa League überwintern, dann muss am Donnerstag nicht nur die Verteidigung so sicher stehen, wie das in Augsburg der Fall war. Dann muss ein Sieg her.

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