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Hannover 96 Aufwachen!
Sportbuzzer Hannover 96 Aufwachen!
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00:15 12.04.2014
Von Christian Purbs
Jetzt heißt es kämpfen für die 96-Profis: Christian Schulz (linkes Bild, 2. v. l.) zeigt im Training vollen Einsatz gegen den Kollegen Jan Schlaudraff. Quelle: zur Nieden
Hannover

„Tumultartige Szenen nach der Niederlage: Nach Ende des Spiels versammelten sich rund 350 Anhänger vor der Haupttribüne. Als einige Profis gemeinsam die aufgebrachte Menge beruhigen wollten, kam es zu verbalen Auseinandersetzungen. Vereinzelt seien sogar Eier und Bierbecher geflogen. Ordner hielten die aufgebrachte Menge in Schach.“

Nein, das ist nicht die erneute Beschreibung der Ereignisse, die sich am Sonntagabend nach der Derby-Pleite bei der Rückkehr der Mannschaft von Hannover 96 vor der HDI-Arena abgespielt haben. Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete so vor zwei Monaten von Szenen in Hamburg, kurz nachdem der HSV sein Heimspiel mit 0:3 gegen Hertha BSC verloren hatte und auf dem 17. Tabellenplatz stand. Die Überschrift: „HSV in Abstiegsnot.“

Auch am Dienstag trainierten die Spieler von Hannover 96 – bei nasskaltem Wetter und die Bundesliga-Tabelle im Hinterkopf.

Fanproteste, Blockaden des Mannschaftsbusses, Wut, Enttäuschung, Fassungslosigkeit: Die Situation, in der sich Hannover 96 nach vier Niederlagen in Folge und nur fünf Punkten aus den vergangenen zehn Spielen in der Fußball-Bundesliga befindet, haben in dieser Saison schon andere Mannschaften hinter sich gebracht. Nicht nur in Hamburg, auch in Stuttgart gingen die VfB-Fans vor einem Monat nach dem 2:2 gegen Eintracht Braunschweig auf die Barrikaden, beschimpften Spieler, Trainer und Manager und ließen ihrem Frust freien Lauf.

So eine Phase der Lähmung, die zurzeit auch das Team von Hannover durchmacht, ist besonders für Mannschaften nicht ungewöhnlich, die den Gedanken, in den Abstiegskampf verwickelt zu werden, entsetzt zur Seite schieben wie kleine Kinder einen Teller mit Spinat. Es ist bezeichnend, dass alle drei Klubs, die mit der Situation im Abstiegskampf überfordert wirken, vor Saisonbeginn ganz andere Ziele formuliert hatten. Beim HSV, wo die Verantwortlichen seit Jahren die Selbstüberschätzung perfektioniert haben, gab der Klub nach Rang 7 der vergangenen Spielzeit einen Europapokalplatz als Vorgabe aus. In Stuttgart klang das nicht anders: „Wir wollen uns über die Bundesliga für die Europa League qualifizieren“, sagte Manager Fredi Bobic im vergangenen August. VfB-Präsident Bernd Wahler hatte die Messlatte sogar noch höher gelegt: „Um Platz 6 zu erreichen, muss man Platz 5 anpeilen.“

Auch Hannover 96 ging nach Platz 9 und zwei viel beachteten und erfolgreichen Europa-League-Jahren vor dem 1. Spieltag in die Offensive. „Wir wollen die Plätze 3 bis 6 erreichen“, sagte der Klubchef Martin Kind. Was als Motivation gedacht war, wurde schnell zum Ballast für die Mannschaft. Da nutzte es auch nichts, dass Kind die Vorgabe nach der schlechten Hinrunde auf einen einstelligen Tabellenplatz korrigierte.

Kurios: Bei allen drei Klubs markierte das Rückrundenspiel gegen Eintracht Braunschweig den Tiefpunkt. Der HSV feuerte nach dem 2:4 am 21. Spieltag Trainer Bert van Marwjeik, beim VfB Stuttgart musste drei Wochen später Coach Thomas Schneider nach dem 2:2 gegen die Eintracht gehen. Und bei 96 geriet Trainer Tayfun Korkut nach dem 0:3 im Derby heftig in die Kritik.

Bleibt die Frage, wie man sich aus so einem Schlamassel wieder befreit. Wieder den Kopf frei bekommt, die Situation annimmt und selbst agiert. Von heute auf morgen scheint das nicht zu funktionieren. Es ist ein schmerzhafter Prozess, der dauert. Wie lange, das hängt von der Mentalität und Willensstärke der Spieler ab. Die Profis müssen wachgerüttelt werden – und ihnen muss die Angst genommen werden. Nicht die Angst vor dem nächsten Gegner, sondern die Angst vor dem Versagen.

Bei diesem Prozess sind der HSV und der VfB Stuttgart im Vorteil gegenüber Hannover 96. Beide Mannschaften haben die Phase, in der sich die „Roten“ zurzeit befinden, hinter sich und konnten die Abwärtsspirale mit Erfolgserlebnissen stoppen. Das will auch 96 schaffen. Am besten schon am Sonnabend im eigenen Stadion gegen den HSV.

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